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180306 SE Theories of Discourse (2007W)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Continuous assessment of course work

Block 1: Fr 9.11.: 10 - 19 Uhr / Sa 10.11.: 9 - 13.45 Uhr,
Block 2: Fr 14.12.: 10 - 19 Uhr / Sa 15.12.: 10 - 13.45 Uhr,
jeweils HS 2i (NIG, 2. Stock)

Details

max. 45 participants
Language: German

Lecturers

Classes

Currently no class schedule is known.

Information

Aims, contents and method of the course

Obgleich die Begriffe Identität und Begehren zu zentralen Schlüsselbegriffen der philosophischen Geschlechterforschung und Genderstudies zählen, gilt ihr Gebrauch als keineswegs geklärt. Das Seminar möchte deshalb einen Beitrag zur Klärung dieser wichtigen Analysekategorien leisten. Da die gegenwärtige Genderforschung wie die von Judith Butler entwickelte performative Theorie des geschlechtlichen Subjekts auf dem Werk von Sigmund Freud und insbesondere auf seiner sprachtheoretischen und strukturalen Adaption bei Jacques Lacan fußt und sich ihre Theoreme aus der teilweise kritischen, teilweise affirmativen Übernahme dieser Konzepte speisen, wird im Seminar Butlers Bezugnahme auf Freud und Lacan zum Ausgangspunkt der Auseinandersetzung genutzt. Das Wintersemester 2007/2008 beginnt mit Butlers Konzept der geschlechtlichen Annahme als eines Prozesses, der wesentlich durch die symbiotische Ablösung von der ersten Bezugsperson (Mutter) bestimmt ist (Melancholisches Geschlecht / Verweigerte Identifizierung). Ihre Thesen werden dann sowohl in affirmativer als auch kritischer Hinsicht auf Freuds Grundlegung des Subjekts bezüglich Identifizierung sowie mit Lacans Triangulierung als ein das Subjekt sozial strukturierendes Moment konfrontiert. Abschließend sollen Butlers Thesen anhand des durch die Lektüre der Grundlagentexte gewonnenen Wissens diskutiert werden. Folgende Fragen werden im Zentrum des Seminars stehen: Was ist unter geschlechtlicher Identifikation und Begehren zu verstehen? / Welche Rolle spielen die normativen Vorstellungen der Kultur und das sexuelle Genießen der/s einzelnen für die Annahme des Geschlechts? / Wie verhalten sich diesbezüglich homo-, hetero- oder bisexuelle Positionen der Geschlechtlichkeit? / Warum lässt sich der Prozess der geschlechtlichen Annahme des Menschen nur als gesellschaftlich bedingt begreifen und welche Rolle kommt hierbei der Sprache zu? / Worin liegen die Beiträge und die jeweilige Kritik von Butler, Freud und Lacan, diesen Prozesse zu begreifen?

DIDAKTIK:
Der Lehrstoff wird aufbauend in zwei thematischen Blöcken den Studierenden anhand des Lesens von wichtigen Texten, Referaten und Diskussionen vermittelt. Dabei wird in die Begriffe "Identität und Begehren" eingeführt und diese klärend zu Grundlagentexten der Psychoanalyse mit philosophischer Relevanz für die Konstitution des Subjekts in Beziehung gesetzt. Den Studierenden werden somit Erkenntnisse und Themenbereiche der philosophischen Geschlechterforschung / Genderstudies sowie Grundlagen der Subjekttheorie im 20. Jahrhundert vermittelt.

Assessment and permitted materials

Minimum requirements and assessment criteria

Examination topics

Reading list

LITERATUR:
Judith Butler, Körper von Gewicht. Die diskursiven Grenzen des Geschlechts (dt. 1995); (sowie:) Melancholisches Geschlecht / Verweigerte Identifizierung, in: dies., Psyche der Macht. Das Subjekt der Unterwerfung (dt. 2001).
Sigmund Freud: Das Ich und das Es; Trauer und Melancholie; Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie, in: ders., Gesammelte Werke, chronologisch geordnet (1999).
Jacques Lacan, Die Bedeutung des Phallus, in: ders., Schriften II. (dt.: 1986), (sowie): Angst (unautorisierte Übersetzung dt. 1987).

PRÜFUNGSMODALITÄTEN
Für den Erwerb eines Zeugnisses sind die Anwesenheit der Studierenden sowie die aktive Mitarbeit unbedingt erforderlich. Die Prüfungen können in Form von schriftlichen Arbeiten (mindestens 10 Seiten) abgehalten werden. (Unterlagen (Kopien und Bücher) sind dem Handapparat im Leseraum des Philosophieinstituts zu entnehmen).

Association in the course directory

§ 4/2/4, BA: M 13, PP § 57.6

Last modified: Fr 31.08.2018 08:52