Universität Wien
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200081 SE Advanced Seminar: Mind and Brain (2026S)

Aktuelle Umbrüche in der medialen Lebenswelt

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 20 - Psychologie
Continuous assessment of course work

Vertiefungsseminare können nur für das Pflichtmodul B verwendet werden! Eine Verwendung für das Modul A4 Freie Fächer ist nicht möglich.

Dieses Vertiefungsseminar kann für alle Schwerpunkte absolviert werden.

Registration/Deregistration

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Details

max. 20 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

-> erste Einheit am 09.03. !!
-> Am 16.03. findet ZUSÄTZLICH zu der regulären Seminarzeit von 16-18 Uhr ein Sondertermin in der Bibliothek des Sigmund Freud Museums in der Berggasse statt, bei dem wir den Text von Bösel (2025; siehe Literatur) mit dem Autor diskutieren.

  • Monday 09.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 16.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 23.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 13.04. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 20.04. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 27.04. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 04.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 11.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 18.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 01.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 08.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 15.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 22.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 29.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock

Information

Aims, contents and method of the course

Die sich aus der digitalen Revolution ergebenden Umbrüche unseren medialen Lebenswelten und insbesondere das rezente Eintreffen generativer künstlicher Intelligenzen stellen die Psychologie vor wissenschaftliche und praktische Herausforderungen, für deren empirische Bearbeitung und theoretische Reflexion das Seminar Raum bieten möchte. Mit Bösel (2025) ließe sich davon sprechen, dass wir in ein Zeitalter der Psychotechnologien eingetreten sind. Etwa sind KI-Chatbots innerhalb kürzester Zeit für viele Menschen zu einer zentralen Anlaufstelle geworden, wenn es darum geht, die eigene Befindlichkeit zu verstehen bzw. zu verändern oder sich Ratschläge in diversen Lebenslagen zu holen. Mit solchen generativen LLM-Akteuren scheint derzeit auch das geschriebene Wort wieder einen höheren Stellenwert zu erlangen, als es in den dominanten digitalen sozialen Medien der Fall ist, in denen die Mensch-Maschine-Interaktion primär über graphische User-Interfaces vermittelt wurde (Meister et al., 2025). Für kulturpsychologische und qualitative Forschung stellt sich damit u.a. die Herausforderung, etablierte textzentrierte Methoden zur Erhebung und Auswertung (z.B. Interview und Konversationsanalyse) für ein Zeitalter der Mensch-KI-Interaktion zu adaptieren (Jarrahi, 2025).

Wir werden in unserem Seminar auf aktuelle Entwicklungen kommunikativer KI im Bereich ‚Companionship‘ und Mental Health fokussieren. Dabei interessieren uns praktische Aneignungsformen allgemeiner KI-Modelle wie ChatGPT oder Claude, die von User*innen ausgehen, ebenso wie spezifisch auf Companionship hin designte und vermarktete Programme (z.B. Ello, Replika oder friend). Wie werden User*innen in der Interaktion adressiert, in welchen Rollen werden sie angesprochen und behandelt? Welche kommunikativen Nuancen manifestieren sich (Tonfall, Habitus, Machtdynamik usw.)? (Schulz, 2019) Welche latenten Vorannahmen lassen sich durch bewusst erzeugte kommunikative ‚Krisenexperimente‘ explizieren? (Ayaß, 2021)

Uns interessiert dabei die sprachliche Interaktion an sich, aber auch der Kontext, also App-Interfaces, Websites, Social Media-Auftritte usw. (Light et al., 2018). Die politischen und ökonomischen Implikationen des aktuellen KI-Megatrends müssen dabei ständig kritisch reflektiert werden (Guest et al., 2025). Begleitend laden wir zur kommunikativen Selbsterfahrung ein, die regelmäßig in der Gruppe besprochen sowie in einem Forschungstagebuch autoethnographisch dokumentiert werden soll und die Abschlussarbeit vorbereiten kann.

Assessment and permitted materials

- Regelmäßige Anwesenheit
- Aktive Beteiligung an den Diskussionen im Seminar, auch in Form von (mündlichem) Peer-Feedback an die Kolleg*innen
- Textlektüre und Textarbeit zwischen den Einheiten,
- Präsentation der eigenen Projektarbeit
- Schriftliche Abschlussarbeit

Minimum requirements and assessment criteria

Das Seminarkonzept setzt vor allem in den ersten Wochen die Bereitschaft zu genauer Textarbeit zwischen den LV-Einheiten voraus. Das bedeutet,
dass die zur Verfügung gestellten Texte jeweils vor der Einheit gelesen werden müssen, um eine gemeinsame Diskussionsgrundlage zu haben.
Ab dem zweiten Drittel des Semesters ist die Bereitschaft wichtig, sich an der Gruppenarbeit zu beteiligen und sich auf den interaktiven Charakter der LV als einer Forschungswerkstatt einzulassen.

Anwesenheit in der ersten Lehreinheit ist erforderlich (Aufnahme in die Lehrveranstaltung, ggf. Vergabe von Restplätzen).
-> die späteste Abgabemöglichkeit für Abschlussarbeiten ist der 10. September 2026.

Die Lehrveranstaltung erfordert die regelmäßige Anwesenheit der Teilnehmer*innen zur Diskussion der vorzubereitenden Texte und zur gemeinsamen Interpretationsarbeit … Ein zweimaliges Fehlen ist zulässig.

Beurteilung
- 60% inhaltliche und formale Qualität der Abschlussabeit
- 20% mündliche Präsentation(en) des eigenen Projekts
- 20% Mitarbeit, d.h. aktive Beteiligung an den Diskussionen im Seminar (inkl. Vorbereitung der verpflichtenden Lektüre), Peer-Feedback an die Kolleg:innen im Zuge der Projektbesprechungen

Examination topics

Reading list

Ayaß, R. (2021). Der dünne Boden der natürlichen Einstellung: Harold Garfinkels ›breaching procedures‹. In J. R. Bergmann & C. Meyer (Hrsg.), Ethnomethodologie reloaded: Neue Werkinterpretationen und Theoriebeiträge zu Harold Garfinkels Programm (S. 57–78). transcript Verlag. https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/9783839454381-004/html?lang=de&srsltid=AfmBOooDpYbZ0QqfixpWobS-mgpTar-4uDuQLRecJzthQCi7Zsuqam9J

Bösel, B. (2025). Das weite Feld des Psychotechnischen—Eine systematische Einführung. In B. Bösel & J. Weber (Hrsg.), Die Macht des Psychotechnischen: Band I Zur Erschließung eines transdiziplinären Forschungsfeldes. Campus Verlag. https://doi.org/10.12907/978-3-593-45456-6

Guest, O., Suarez, M., Müller, B., van Meerkerk, E., Oude Groote Beverborg, A., de Haan, R., Reyes Elizondo, A., Blokpoel, M., Scharfenberg, N., Kleinherenbrink, A., Camerino, I., Woensdregt, M., Monett, D., Brown, J., Avraamidou, L., Alenda-Demoutiez, J., Hermans, F., & van Rooij, I. (2025). Against the Uncritical Adoption of „AI“ Technologies in Academia. Zenodo. https://doi.org/10.5281/ZENODO.17065099

Jarrahi, M. H. (2025). Interviewing AI: Using qualitative methods to explore and capture machines’ characteristics and behaviors. Big Data & Society, 12(3), 20539517251381697. https://doi.org/10.1177/20539517251381697

Light, B., Burgess, J., & Duguay, S. (2018). The walkthrough method: An approach to the study of apps. New Media & Society, 20(3), 881–900. https://doi.org/10.1177/1461444816675438

Meister, M., Przyborski, A., & Slunecko, T. (2025). Zur kulturpsychologischen Analyse der Mensch-App-Interaktion: Subjektnormen psychischer Gesundheit in bildlicher Inszenierung und praktischer Aneignung. Journal für Psychologie, 33(2), 81–105. https://doi.org/10.30820/0942-2285-2025-2-81

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Last modified: Mo 27.07.2026 09:27