Universität Wien

200146 SE Seminar in Applied Psychology: Mind and Brain (2026W)

Bilder als soziale Praxis: Qualitative Bildanalysen in Zeiten von KI

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 20 - Psychologie
Continuous assessment of course work

Dieses Seminar kann für alle Schwerpunkte absolviert werden!

Anwendungsseminare können nur fürs Pflichtmodul B verwendet werden! Eine Verwendung fürs Modul A4 Freie Fächer ist nicht möglich.

Registration/Deregistration

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Details

max. 20 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

  • Monday 05.10. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 12.10. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 09.11. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 16.11. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 23.11. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 30.11. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 07.12. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 14.12. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 11.01. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 18.01. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock
  • Monday 25.01. 11:30 - 13:00 Hörsaal E Psychologie, Liebiggasse 5 1. Stock

Information

Aims, contents and method of the course

In diesem kulturpsychologisch ausgerichteten Seminar widmen wir uns einem allgegenwärtigen und höchst wirkmächtigen Medium: dem Bild. Wir nutzen das Format der Forschungswerkstätten, um gemeinsam Bildmaterial aus unterschiedlichen Kontexten qualitativ zu interpretieren (Hoggenmüller & Raab, 2022). Uns interessieren Bilder als eigenständige Sinneinheiten und Träger kultureller Bedeutungen ebenso wie die sozialen Aneignungs- und Umdeutungspraktiken rund um Bilder.
Dabei verfolgen wir den Anspruch, auch komplexere soziologische, philosophische und medienwissenschaftliche Theorien zu vermitteln. Bilder eignen sich hierfür besonders gut, da der Einstieg in die Interpretationspraxis meist relativ leicht erfolgt. Anhand konkreter Bilder und ihrer Interpretationen wollen wir uns so zu avancierten Bildtheorien vorarbeiten; etwa Walter Benjamins „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ (1977), Erving Goffmans „Geschlecht & Werbung“ (1981), Roland Barthes‘ „Die helle Kammer“ (1989), Max Imdahls „Ikonik“ (1994) oder Vilem Flussers „Into the Universe of Technical Images“ (2011).
Im weiteren Verlauf des Semesters sollen eigene Mini-Forschungsprojekte entstehen – individuell oder in Kleingruppen. In diesen sollen Bilder aus der eigenen Lebenswelt analysiert werden. Konkret bieten sich etwa Icons oder Bilder aus Mental Health Apps (Meister et al., 2025), Social Media (Schreiber, 2017) oder AI-Companions (Wang & Dehnert, 2026) zur weiteren Beforschung an. Auch mit KI-Bildgenerierung und eigenem Prompting kann experimentiert werden. Ergänzend möchten wir auch neue künstlerische Möglichkeiten und Praktiken ausloten, wie sie sich etwa in den Werken von Hito Steyerl zeigen. Die politischen und ökonomischen Implikationen des aktuellen KI-Megatrends sollen bei all dem nicht ausgeblendet, sondern kritisch mitreflektiert werden (Guersenzvaig & Monett, 2026).

Assessment and permitted materials

- Regelmäßige Anwesenheit
- Aktive Beteiligung an den Diskussionen im Seminar, auch in Form von (mündlichem) Peer-Feedback an die Kolleg*innen
- Textlektüre und Textarbeit zwischen den Einheiten,
- Präsentation der eigenen Projektarbeit
- Schriftliche Abschlussarbeit

Minimum requirements and assessment criteria

Das Seminarkonzept setzt vor allem in den ersten Wochen die Bereitschaft zu genauer Textarbeit zwischen den LV-Einheiten voraus. Das bedeutet, dass die zur Verfügung gestellten Texte jeweils vor der Einheit gelesen werden müssen, um eine gemeinsame Diskussionsgrundlage zu haben.
Ab dem zweiten Drittel des Semesters ist die Bereitschaft wichtig, sich an auf den interaktiven Charakter der LV als einer Forschungswerkstatt einzulassen und an empirischen Material zu arbeiten.

Anwesenheit in der ersten Lehreinheit ist erforderlich (Aufnahme in die Lehrveranstaltung, ggf. Vergabe von Restplätzen).
-> die späteste Abgabemöglichkeit für Abschlussarbeiten ist der 1.März 2027.

Die Lehrveranstaltung erfordert die regelmäßige Anwesenheit der Teilnehmer*innen zur Diskussion der vorzubereitenden Texte und zur gemeinsamen Interpretationsarbeit … Ein zweimaliges Fehlen ist zulässig.

Beurteilung
- 60% inhaltliche und formale Qualität der Abschlußarbeit
- 20% mündliche Präsentation(en) des eigenen Projekts
- 20% Mitarbeit, d.h. aktive Beteiligung an den Diskussionen im Seminar (inkl. Vorbereitung der verpflichtenden Lektüre), Peer-Feedback an die Kolleg:innen im Zuge der Projektbesprechungen

Examination topics

Die Wahl des eigenen Themas für die Abschlussarbeit bleibt den Studierenden in Rücksprache mit uns als Lehrpersonen freigestellt und folgt der kulturpsychologischen Maxime, eigene Irritationsmomente im Alltag zum Ausgangspunkt wissenschaftlichen Fragens zu nehmen (Slunecko, 2017). Wir laden dazu ein, solche Irritationen/solche Momente in die Gruppe einzubringen sowie in einem Seminartagebuch festzuhalten. Dieses Seminartagebuch, das auch die Auseinandersetzung mit den gelesenen Texten und dem gemeinsam im Seminar bearbeiteten empirischen Material dokumentieren soll, dient dazu, die Abschlussarbeit vorzubereiten.

Reading list

Barthes, R. (1989). Die helle Kammer: Bemerkung zur Photographie. Suhrkamp.

Benjamin, W. (1977). Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit: Drei Studien zur Kunstsoziologie. Suhrkamp.

Flusser, V. (2011). Into the universe of technical images. University of Minnesota press.

Goffman, E. (1981). Geschlecht und Werbung (Deutsche Erstausgabe). Suhrkamp.

Guersenzvaig, A., & Monett, D. (2026). Resisting Enchantment and Determinism: How to critically engage with AI university guidelines. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.18282338

Hoggenmüller, S. W., & Raab, J. (2022). Bilder. In N. Baur & J. Blasius (Hrsg.), Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung (S. 1581–1598). Springer Fachmedien Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-37985-8_110

Imdahl, M. (1994). Ikonik. Bilder und ihre Anschauung. In G. Boehm (Hrsg.), Was ist ein Bild (S. 300–324). Fink.

Meister, M., Pritz, S. M., Przyborski, A., & Slunecko, T. (2025). Subjektfiguren der Gefühlsvermessung: Zur Bildlichkeit von Mood Tracking-Apps. FQS - Forum Qualitative Sozialforschung, 26(2), Art. 9. https://doi.org/https://doi.org/10.17169/fqs-26.2.4394

Schreiber, M. (2017). Audiences, Aesthetics and Affordances Analysing Practices of Visual Communication on Social Media. Digital Culture & Society, 3(2), 143–164. https://doi.org/10.14361/dcs-2017-0209

Slunecko, T. (2017). Beobachtungen auf der eigenen Spur. Bemerkungen zu einem für die Wiener kulturpsychologische Schule charakteristischen Motiv. In T. Slunecko, M. Wieser, & A. Przyborski (Hrsg.), Kulturpsychologie in Wien (S. 27–54). Facultas.

Wang, S., & Dehnert, M. (2026). On-Demand Intimacy: The Sociotechnical Appeal of AI Companions. Social Media + Society, 12(1), 20563051251410394. https://doi.org/10.1177/20563051251410394

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Last modified: Fr 09.10.2026 09:47