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240014 SE Gender Studies Topics and Themes II (2019W)

Scham und Geschlecht: Psychoanalytische und kulturwissenschaftliche Perspektiven

Continuous assessment of course work

Registration/Deregistration

Note: The time of your registration within the registration period has no effect on the allocation of places (no first come, first served).

Details

Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Monday 25.11. 10:00 - 17:00 Seminarraum SG3 Gender-Studies, Sensengasse 3, Bauteil 1
Tuesday 26.11. 11:00 - 15:00 Seminarraum SG3 Gender-Studies, Sensengasse 3, Bauteil 1
Wednesday 27.11. 14:00 - 17:00 Seminarraum SG3 Gender-Studies, Sensengasse 3, Bauteil 1
Thursday 28.11. 16:00 - 19:00 Seminarraum SG3 Gender-Studies, Sensengasse 3, Bauteil 1

Information

Aims, contents and method of the course

Geschlecht und Scham sind miteinander verflochten. Darauf verweist u.a. die Bedeutung des deutschen Wortes Scham, das sowohl die weiblichen Geschlechtsorgane als auch das Schamempfinden bezeichnet. In der Kunst seit der Antike begegnen wir der sog. Venus Pudica, einem Weiblichkeits- und Schönheitsideal, das sich über das Wissen um die eigene Unvollständigkeit gegenüber der männlichen Norm definiert. Als historisch gewordene, relationale und performative
Kategorien sind Scham und Geschlecht in einem Machtdiskurs aufgespannt, in dem sie mit anderen sozialen Ungleichheitskategorien wie Rasse, devianter sexueller Identität, Klassenzugehörigkeit und Orientalismus interagieren. Beschämbar ist, wer die Norm verfehlt. Umgekehrt gilt aber auch: der
Beschämende braucht die Beschämten. Diese unheimliche Abhängigkeit eröffnet queere (unverschämte) Widerstandsräume. Und sie wirft zugleich die Frage nach der Notwendigkeit von
Schamgrenzen auf: wann und wie wird unverschämt zu schamlos?
Das Schamempfinden ist ein sehr früher Affekt. Bereits Babys empfinden Scham. Psychoanalytisch gesehen ist Scham eine Reaktion auf den plötzlichen Verlust der Anerkennung durch einen wichtigen Anderen. Ein Verlust, der mich überrascht, beherrscht und abwertet; der mich in meiner augenscheinlichen Bedürftigkeit bloßstellt und separiert. Ein Affekt, der mir die Sprache verschlägt,
mein Denken ausschaltet, und mich auf meinen Körper reduziert (ich erröte, mir wird heiß, mir versagt die Stimme etc.), der mir aber zugleich zu verstehen gibt, dass mein Körper dem Anderen
gehört, diesem Anderen, den ich liebe, hasse, idealisiere, von dem ich abhängig bin und der vielleicht gar nicht weiß (oder wissen will), wie sehr er mich beschämt. Was fehlt, ist eine Sprache der Schamempfindung. In der LV werden die hier skizzierten Zusammenhänge in ihrer politischen, historischen und
psychoanalytischen Dimension diskutiert. Die LV ist als Vorbereitung und Begleitung zur Konferenz Shame, Shaming, Shamelessness (29. und 30. 11. 2019), an der die Studierenden verpflichtend teilnehmen müssen, konzipiert.

Assessment and permitted materials

Maximal 100 Punkte nach dem folgenden Schema:

Anwesenheit und Mitarbeit während der Einheiten – 15 Punkte
Vorbereitung zu den Einheiten – 15 Punkte
> Teilnehmende posten zur Vorbereitung der Einheiten Fragen bzw. Gedanken auf der E-Learning-Plattform.
Mitarbeit bei einer LGBTIQ*-Organisation im Rahmen des Seminars – 15 Punkte
> Teilnehmende arbeiten ca. 20 Stunden bei einer LGBTIQ*-Organisation mit und reflektieren ihre Erfahrungen im Rahmen des Seminars.
Peer-Teaching – 15 Punkte
> Teilnehmende bereiten in Gruppen ca. 60–90 Minuten einer Seminareinheit didaktisch vor. Die Methoden, die dabei verwendet werden, stehen jeder Gruppe grundsätzlich frei, sollten aber über bloßen Frontalunterricht hinausgehen und kreative/interaktive Elemente beinhalten. Die LV-Leiter*innen unterstützen die Teilnehmenden bei der Vorbereitung.
Abschlussprojekt – 40 Punkte
> Das Abschlussprojekt bietet Platz und Möglichkeit für eine weitergehende Beschäftigung mit einem Thema, das in der Lehrveranstaltung behandelt wurde. Insbesondere sollen darin die Erfahrungen, die Studierende im Rahmen des Seminars gemacht haben, kritisch mit theoretischen Perspektiven verknüpft werden. Das Abschlussprojekt kann die Form einer konventionellen Seminararbeit haben, aber auch auf andere Art wissenschaftliche und aktivistische Perspektiven kritisch miteinander verknüpfen. Abschlussprojekte können alleine oder in der Gruppe erarbeitet werden.

Minimum requirements and assessment criteria

100–87 Punkte 1
86–75 Punkte 2
74–63 Punkte 3
62–50 Punkte 4
49–0 Punkte 5

Zum positiven Abschluss des Seminars müssen alle Teilleistungen (siehe oben) erbracht werden.

Examination topics

Das genaue Semesterprogramm wird bis zum 15. Oktober bereitgestellt. Bitte bis 1. November ein kurzes Statement (ca. 500 Wörter) einreichen, weshalb Sie das Thema Scham & Geschlecht interessiert. Das Statement bitte emailen an: mathesb75@univie.ac.at

Reading list

wird bis zum 15. Oktober 2019 bekanntgegeben. Alle Texte müssen vor Beginn des Blockseminars gelesen werden. Eine Referateliste wird ebenfalls bis zum 15. Oktober bereitgestellt.

Association in the course directory

Last modified: Mo 07.09.2020 15:21