Universität Wien
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240043 SE BM7 FbSE The Politics of Environmental Conflict (2026W)

Contested Water in Burgenland’s Seewinkel/Hanság

Continuous assessment of course work

Anwesenheitspflicht in der ersten Einheit!
Die Lehrveranstaltungsleitung kann Studierende zu einem notenrelevanten Gespräch über erbrachte Teilleistungen einladen.
Plagiierte oder erschlichene Teilleistungen führen zur Nichtbewertung der Lehrveranstaltung (Eintragung eines 'X' im Sammelzeugnis). Es kommt die Plagiatssoftware Turnitin zum Einsatz.
Die Verwendung von KI-Tools (z. B. ChatGPT) zur Erbringung von Teilleistungen ist nur dann erlaubt, wenn dies von der Lehrveranstaltungsleitung ausdrücklich gefordert wird.
Th 08.10. 09:45-11:15 Hörsaal C, NIG 4. Stock

Registration/Deregistration

Note: The time of your registration within the registration period has no effect on the allocation of places (no first come, first served).

Details

max. 25 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

  • Saturday 17.10. 08:00 - 20:00 Ort in u:find Details
  • Thursday 22.10. 08:00 - 11:15 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Thursday 05.11. 08:00 - 11:15 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Thursday 19.11. 08:00 - 20:00 Ort in u:find Details
  • Thursday 03.12. 08:00 - 11:15 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Thursday 17.12. 08:00 - 11:15 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Thursday 07.01. 09:45 - 13:00 Seminarraum A, NIG 4. Stock
  • Thursday 21.01. 08:00 - 11:15 Hörsaal A, NIG 4.Stock

Information

Aims, contents and method of the course

Dieses forschungsbasierte Seminar untersucht Umweltkonflikte als Auseinandersetzungen darüber, was als politisches Problem gilt, wer als legitime Akteur:in gehört wird und wie ökologische und soziale Transformationen gesellschaftlich ausgehandelt werden. Umweltfragen werden nicht in einem luftleeren Raum politisch bedeutsam: sie sind mit Erinnerung, Ungleichheit, Expertise, Eigentum, Landschaft und lokalen Zukunftsvorstellungen verbunden.

Empirischer Ausgangspunkt ist der burgenländische Seewinkel/Hanság an der österreichisch-ungarischen Grenze. Die Region ist durch Feuchtgebiete, Trockenlegungen, landwirtschaftliche Nutzung, Renaturierung, Tourismus, grenzüberschreitende Wasserinfrastrukturen und aktuelle Debatten über Wasserknappheit und -retention geprägt. An diesem Beispiel fragt das Seminar, wie Grundwasser zu einem umkämpften politischen Objekt wird: Wer entscheidet über Grundwasserstände? Welche Interessen werden als sachlich, wissenschaftlich oder legitim anerkannt? Welche Erfahrungen von Verlust, Ausschluss, Nicht-Gehört-Werden oder Benachteiligung werden in Umweltkonflikten mobilisiert? Und unter welchen Bedingungen werden solche Konflikte als technische Verwaltungsfragen, als demokratische Auseinandersetzungen oder als populistische Gegensätze zwischen Bewohner:innen, Eliten, Expert:innen und Institutionen gerahmt?

Gemeinsame Feldaufenthalte:
17.10.26 (optionale Exkursion): Eröffnung der Gedenkplattform „Ungarischer Volksaufstand von 1956“ in Andau. Die Teilnahme an der optionalen Exkursion ersetzt die reguläre Lehrveranstaltungseinheit am 22.10.2026.
19.11.26 (verpflichtende Exkursion): Feldforschungstag mit Expert:innenrunde im Gemeindesaal Tadten. Eine Verlängerung des Feldaufenthalts auf den 20.11.2026 ist vorgesehen, aber noch nicht bestätigt.

Die Lehrveranstaltung ist als Forschungswerkstatt konzipiert. Der laufende ethnographische Forschungsprozess der Lehrveranstaltungsleitung im Rahmen des ERC-Projekts "Memory and Populism from Below" (StG #101076092) dient als gemeinsamer empirischer und theoretischer Einstieg. Darauf aufbauend entwickeln die Studierenden eigene kleine Forschungsprojekte. Diese können direkt an Fragen des Seminars anschließen oder vergleichbare Konfliktfelder untersuchen, etwa Renaturierung, Biodiversitätskonflikte, Torfmoore und CO₂, Wassergovernance, landwirtschaftlichen Wandel, Umweltprotest, Infrastrukturprojekte oder lokale Klimaanpassung.

Methodisch kombiniert das Seminar Forschungsplanung, eigene Erhebungen, Arbeit an Fallmaterial, gemeinsame Textlektüre, Diskussion, Peer-Feedback und angeleitete Auswertung. Je nach Forschungsfrage können die studentischen Projekte auf ethnographischen Beobachtungen, Interviews, informellen Gesprächen, Medien- und Dokumentenanalyse, Akteursmapping oder der Analyse bestehender Konfliktmaterialien beruhen. Ziel ist es, ein kleines, realistisch durchführbares Forschungsprojekt zu entwickeln, empirisches Material zu erheben oder systematisch zu erschließen und dieses mit anthropologischer Theorie in Beziehung zu setzen.

Die Studierenden lernen,
– anthropologische Ansätze zu Umweltkonflikten, politischer Artikulation, Populismus und Erinnerung zu diskutieren;
– Prozesse der Politisierung und Depolitisierung in konkreten Umweltkonflikten zu analysieren;
– eine kleine empirische Forschungsfrage zu entwickeln und methodisch umzusetzen;
– ethnographisches Material systematisch zu dokumentieren und auszuwerten;
– die eigene Rolle als Forschende zu reflektieren, insbesondere in konflikthaften und politisch sensiblen Feldern;
– ein eigenständiges Argument auf Basis von Literatur und empirischem Material zu formulieren.

Assessment and permitted materials

Die Lehrveranstaltung ist prüfungsimmanent. Für eine positive Beurteilung sind regelmäßige Anwesenheit, aktive Mitarbeit, Teilnahme an der Exkursion, Vorbereitung der Pflichtlektüre, Beteiligung an Diskussionen und Gruppenarbeiten sowie die fristgerechte Abgabe aller Teilleistungen erforderlich.

Die Leistungskontrolle erfolgt über folgende Teilleistungen:
– aktive Mitarbeit
– kurzer Forschungsplan mit Fragestellung
– Durchführung und Dokumentation einer kleinen Einzel- oder Gruppenforschung beziehungsweise einer systematischen Konflikt- oder Materialanalyse
– Präsentationen des Forschungsprozesses und der vorläufigen Ergebnisse im Seminar
– schriftliches oder nach Absprache multimodales Abschlussprojekt, in dem Literatur, Forschungsfrage, Material und Analyse verbunden werden (Abgabetermin 28.2.2027)

Erlaubte Hilfsmittel sind die im Seminar behandelten Texte und Materialien, eigene Notizen, wissenschaftliche Literatur, Datenbanken, Bibliotheksressourcen sowie digitale Hilfsmittel zur Literaturverwaltung, Textverarbeitung, Transkription, Strukturierung und Präsentation. Die Verwendung von KI-Tools ist nur dann zulässig, wenn sie transparent dokumentiert wird und nicht an die Stelle der eigenständigen wissenschaftlichen Leistung tritt. Für alle eingereichten Arbeiten muss nachvollziehbar sein, welche Teile auf eigener Analyse, eigener Formulierung und eigenem empirischem oder dokumentarischem Material beruhen. Details zur zulässigen Nutzung digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel werden in der ersten Sitzung besprochen.

Minimum requirements and assessment criteria

Abwesenheiten im Ausmaß von insgesamt höchstens 3 × 90 Minuten sind zulässig. Die Anwesenheit in der ersten Einheit und bei der verpflichtenden Exkursion ist erforderlich. Bei anderen begründeten Verhinderungen wird eine Ersatzleistung vereinbart.

Für eine positive Beurteilung müssen alle Teilleistungen erbracht und insgesamt mindestens 60 von 100 Punkten erreicht werden.

Beurteilungsmaßstab: 100 Punkte gesamt
Aktive Mitarbeit, Textvorbereitung und Diskussion: 20 Punkte
Forschungsplan: 10 Punkte
Durchführung, Dokumentation und Reflexion der Kurzforschung oder Materialanalyse: 30 Punkte
Präsentation des Forschungsprozesses und der Ergebnisse: 10 Punkte
Schriftliches oder multimodales Abschlussprojekt: 30 Punkte

Notenschlüssel:
Sehr gut: 90–100 Punkte
Gut: 80–89 Punkte
Befriedigend: 70–79 Punkte
Genügend: 60–69 Punkte
Nicht genügend: 0–59 Punkte

Beurteilungskriterien sind die regelmäßige und aktive Teilnahme, die Qualität der Auseinandersetzung mit der Pflichtlektüre, die Plausibilität der Forschungsfrage, die Angemessenheit des methodischen Vorgehens, die sorgfältige Dokumentation des Materials, die Reflexion forschungsethischer Fragen, die Fähigkeit zur Verbindung von Theorie und Empirie sowie die argumentative und formale Qualität des Abschlussprojekts.

Examination topics

Prüfungsstoff sind die in der Lehrveranstaltung behandelten theoretischen und methodischen Ansätze, die Pflichtlektüre, Grundlagen ethnographischer Forschungsplanung und Forschungsethik sowie das im Rahmen des eigenen Forschungsprojekts erhobene oder erschlossene Material. Erwartet wird die Fähigkeit, Forschungsfrage, Methode, empirisches Material und anthropologische Argumentation nachvollziehbar miteinander zu verbinden.

Reading list

Ballestero, Andrea (2019) The Anthropology of Water. Annual Review of Anthropology 48: 405-421.
Bessire, Lucas (2021) Running Out: In Search of Water on the High Plains. Princeton, New Jersey: Princeton University Press.
Graf, Franz (2026) Contesting Water Authority: When Neo-Feudal Grievance Is Translated into Populist Politics in Burgenland’s Seewinkel. MEMPOP Blog, 3 June 2026. https://www.mempop.org/contesting-water-authority-when-neo-feudal-grievance-is-translated-into-populist-politics-in-burgenlands-seewinkel/.
Li, Tania Murray (2007) The Will to Improve: Governmentality, Development, and the Practice of Politics. Durham and London: Duke University Press.
Kohler, Bernhard (2024) Landschaftswandel. In Die Vogelwelt des Neusiedler See-Gebiets, hg. M. Dvorak, A. Grüll, A. Ranner, J. Laber, H.-M. Berg, A. Pellinger, T. Hadarics und B. Kohler. Wien: Verlag Naturhistorisches Museum Wien, 51-106.
Mathson, Gideon Thomas (2024) Remembering Place: The Temporality of Trauma in Rudraprayag after the 2013 Flash Floods. Cultural Anthropology 39(4): 592–615.
Samet, Robert (2026) Anthropology’s Democracy Problem: ‘Populism’ and the Sovereign Equivocation. Current Anthropology 67 (Supplement 28): S76–S87.

Weitere Literatur wird zu Beginn der Lehrveranstaltung bekannt gegeben und entsprechend der gewählten Forschungsprojekte ergänzt. Regions- und themenbezogene Literatur ist von den Studierenden selbst zu recherchieren.

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Last modified: Tu 11.08.2026 12:26