Universität Wien FIND

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010047 SE Spezielle Fachdidaktik (2021S)

"Opfer" als Thema im Religionsunterricht

3.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 1 - Katholische Theologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL

Bitte beachten Sie: Die erste Vorlesungseinheit wird digital synchron und nicht im Seminarraum stattfinden!

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

MO 01.03.2021 16.45-18.15 - digital
MO 08.03.2021 16.45-18.15 - digital
MO 15.03.2021 16.45-18.15 - digital
MO 22.03.2021 16.45-18.15 - digital
FR 16.04.2021 15.00-18.15 - digital
FR 23.04.2021 15.00-18.15 - digital
MO 26.04.2021 16.45-18.15 - digital
FR 21.05.2021 15.00-20.00 - digital
FR 11.06.2021 11.30-14.45 - digital


Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Mit der Opferthematik ist ein anthropologisch und theologisch relevantes Phänomen in der gegenwärtigen Welt (neu) präsent. Geradezu eine „Opferversessenheit“ (Breitenfellner 2013, 13) lässt sich für unsere Gesellschaft konstatieren. Im deutschen Begriff „Opfer“ bündeln sich spannenderweise Diskurse, die im Englischen und in den romanischen Sprachen um zwei Begriffe – „victim“ („zum Opfer gemacht werden“) und „sacrifice“ („Opfer bringen für“) – geführt werden. Es geht dabei sowohl um anthropologische Erfahrungen („zum Opfer gemacht werden“ bzw. „Opfer bringen für jemanden/etwas“) als auch um genuin theologische Vorstellungen („Opfer bringen für eine transzendente Wirklichkeit“). Die Idee des Opfers stellt eine anthropologische Konstante dar, in der sich Erfahrungen des Ausgeschlossen-Werdens („Du, Opfer!“) und des Einsatzes für eine Person oder eine Sache („ich opfere mich für jemanden/etwas“ bzw. „jemand opfert sich für mich“) verdichten.
Im Seminar wird der Frage nachgegangen, welche inhaltlichen und didaktischen Anknüpfungen sich daraus für Religionspädagog*innen ergeben und erarbeiten lassen. Neben der Auseinandersetzung mit verschiedenen Perspektiven auf „Opfer“ sollen didaktische Zugänge zum Themenbereich entworfen und bearbeitet werden. Ziel des Seminars ist es, ein religionspädagogisches Lehr-Lern-Arrangement (ein theologisches „Lehrstück“ – nach Englert 2013) für den Religionsunterricht zu konzipieren, das sich der Opferthematik widmet.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Durchgängige Anwesenheit (Ersatzleistungen für entschuldigte Einheiten), fortlaufende Auseinandersetzung mit den Aufgaben, aktive Beteiligung an den Seminareinheiten, vollständiges Portfolio (Literaturarbeit, Seminarprotokolle, thematisch bezogene didaktische Entwürfe, Reflexion)

Mit der Anmeldung für diese Lehrveranstaltung erklären sich die Teilnehmer*innen damit einverstanden, dass alle schriftlichen Arbeiten, die im Rahmen dieser LV erstellt werden, auf Moodle hochgeladen werden müssen und auf das Vorhandensein von Plagiaten elektronisch überprüft werden.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Formale Kriterien:
Durchgängige Anwesenheit (Ersatzleistungen für entschuldigte Einheiten), fortlaufende Auseinandersetzung mit den Aufgaben, aktive Beteiligung an den Seminareinheiten, vollständiges Portfolio (Literaturarbeit, Seminarprotokolle, thematisch bezogene didaktische Entwürfe, Reflexion)

Inhaltliche Kriterien:
Die Studierenden erarbeiten auf der Grundlage der Auseinandersetzung mit verschiedenen Perspektiven zur Opferthematik eine differenzierte „geistige Landkarte“ und konzipieren davon ausgehend ein Lehr-Lernarrangement – ein „theologisches Lehrstück“ – zur Opferthematik.

Prüfungsstoff

Literatur

Breitenfellner, Kirstin: Wir Opfer. Warum der Sündenbock unsere Kultur bestimmt. München 2013.
Breitenfellner, Kirstin: Wie können wir über Opfer reden? Wien 2018.
Englert, Rudolf: Religion gibt zu denken. München 2013.
Gärtner, Claudia: Religionsunterricht – ein Auslaufmodell? Begründungen und Grundlagen religiöser Bildung in der Schule. Paderborn 2015.
Miggelbrink, Ralf: Opfer. Systematische Theologie und die christliche Rezeption eines religionsgeschichtlichen Schlüsselbegriffes. In: Trierer theologische Zeitschrift 112 (2003), 102-117.
Moosbrugger, Mathias: Die Rehabilitierung des Opfers. Zum Dialog zwischen René Girard und Raymund Schwager um die Angemessenheit der Rede vom Opfer im christlichen Kontext. Innsbruck 2014.
Moser, Katharina Maria: Opfer zwischen Affirmation und Ablehnung. Feministisch-ethische Analysen zu einer politischen und theologischen Kategorie (=Studien der Moraltheologie 34). Wien 2007.
Peter, Karin: Bedeutung und Auswirkungen schulischer Viktimisierungserfahrungen. Qualitativ-empirische Einblicke und religionspädagogische Perspektiven. In: ÖRF 28/2 (2020), 173-189.
Schlag, Thomas: Kann man heute noch über Opfer sprechen? – Überlegungen zur religiösen Kommunikation mit Jugendlichen über ein unzeitgemäßes Thema. In: Acklin Zimmermann, Béatrice/Annen, Franz (Hg.): Versöhnt durch den Opfertod Christi? Zürich 2009, 179-195.
Striet, Magnus/Tück, Jan-Heiner (Hg.): Erlösung auf Golgota? Der Opfertod Jesu im Streit der Interpretationen. Freiburg i. Br. 2012.

Ausgewählte Literatur wird im Seminar bearbeitet. Weitere Literatur wird im Laufe des Seminars bekanntgegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

für 198 418 BA UF RK 12, oder 199 518 UF MA RK3, 033 195 (17W) BRP 14krp, 033 195 (17W) BRP 12rwb, auslaufende Studienpläne: 033 195 (15W) BAM 03, LV für Wahlmodul 5 für 011 (11W), 020

Letzte Änderung: Mi 21.04.2021 11:25