Universität Wien FIND

Kehren Sie für das Sommersemester 2022 nach Wien zurück. Wir planen Lehre überwiegend vor Ort, um den persönlichen Austausch zu fördern. Digitale und gemischte Lehrveranstaltungen haben wir für Sie in u:find gekennzeichnet.

Es kann COVID-19-bedingt kurzfristig zu Änderungen kommen (z.B. einzelne Termine digital). Informieren Sie sich laufend in u:find und checken Sie regelmäßig Ihre E-Mails.

Lesen Sie bitte die Informationen auf https://studieren.univie.ac.at/info.

010049 SE "Ein dunkles Leuchten" - Religiöse Suchbewegungen in der Gegenwartsliteratur (2015W)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 1 - Katholische Theologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Montag 05.10. 16:45 - 18:15 Seminarraum 3 (Kath) Schenkenstraße EG
Montag 12.10. 16:45 - 18:15 Seminarraum 3 (Kath) Schenkenstraße EG
Montag 19.10. 16:45 - 18:15 Seminarraum 3 (Kath) Schenkenstraße EG
Montag 09.11. 16:45 - 18:15 Seminarraum 3 (Kath) Schenkenstraße EG
Montag 16.11. 16:45 - 18:15 Seminarraum 3 (Kath) Schenkenstraße EG
Montag 23.11. 16:45 - 18:15 Seminarraum 3 (Kath) Schenkenstraße EG
Montag 30.11. 16:45 - 18:15 Seminarraum 3 (Kath) Schenkenstraße EG
Montag 07.12. 16:45 - 18:15 Seminarraum 3 (Kath) Schenkenstraße EG
Montag 14.12. 16:45 - 18:15 Seminarraum 3 (Kath) Schenkenstraße EG
Montag 11.01. 16:45 - 18:15 Seminarraum 3 (Kath) Schenkenstraße EG
Montag 18.01. 16:45 - 18:15 Seminarraum 3 (Kath) Schenkenstraße EG
Montag 25.01. 16:45 - 18:15 Seminarraum 3 (Kath) Schenkenstraße EG

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Als Quelle der Theologie ist die Literatur weithin unterschätzt. Sie bringt Dinge zur Sprache, die in der gewöhnlichen Wahrnehmung unterzugehen drohen. Sie gibt dem Unsagbaren eine Sprache, um es dem Schweigen zu entreißen. Literatur kann ein locus theologicus sein, ohne ihre ästhetische Autonomie zu verlieren, oder mit theologischer Überlegenheitsattitüde vereinnahmt zu werden (vgl. Gaudium et spes 62). Sollte das in der Literatur der Gegenwart gespiegelte Leben Erfahrungen von Glück und Scheitern, Sinn und Leere auf eine theologische Tiefengrammatik hin entzifferbar sein?
Gibt es - jenseits von ironischer Bezugnahme, ästhetischer Faszination und der Verarbeitung ekklesiogener Neurosen - in den Werken von Gegenwartsautoren auch Spuren verborgener Gottbezogenheit, vielleicht ein Suchen nach Wirklichkeit, nach Intensität und Sinn, dass religiösen Suchbewegungen vergleichbar wäre? Prominente Beobachter der späten Moderne diagnostizieren jedenfalls eine neue Sehnsucht nach Wirklichkeit und Präsenz (H.-U. Gumbrecht), nach Erfahrungen der Fülle (Charles Taylor).
Das Seminar klärt zunächst den methodischen Zugang und unternimmt dann den Versuch, Werke der Gegenwartsliteratur auf das darin verdichtet zum Ausdruck kommende Leben zu befragen und Analogien zur Theologie herzustellen. Dazu werden Texte ausgewählter Autorinnen und Autoren der Gegenwart (Ralf Rothmann, Judith Hermann, Andreas Maier, Thomas Hürlimann, Lutz Seiler und andere) gelesen und diskutiert.
Die genaue Leseliste wird am Beginn des Seminars festgelegt

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mündliche Mitarbeit, Verfassen einer schriftlichen Seminararbeit

Mindestanforderungen an die Studierenden für eine positive Beurteilung / Regelungen zur Anwesenheit: Für eine positive Beurteilung ist zumindest erfordert: regelmäßige Teilnahme an den Seminarsitzungen, eigenständiges Verfassen einer Seminararbeit zu einem abgesprochenen Thema nach den üblichen Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens.

Beurteilungsmaßstab:
Grundlage der Beurteilung sind Referat und schriftliche Seminararbeit. Voraussetzung ist die regelmäßige Teilnahme.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Studierenden sollen Literatur als locus theologicus wahrnehmen und beurteilen sowie dabei aufzeigen können, welche theologischen Potentiale und Analogien in einzelnen Werken der Gegenwartsliteratur entdeckt werden können.

Prüfungsstoff

Lektüre ausgewählter Texte, Kurzreferate mit anschließender Diskussion.

Literatur

Primärliteratur (erste Auswahl):
Andreas Maier, Das Zimmer. Roman, Berlin 2010
Ders., Der Ort. Roman, Berlin 2015
Thomas Hürlimann, Der große Kater. Roman, Zürich 1998
Ralf Rothmann, Im Frühling sterben, Berlin 2015
Judith Hermann, Aller Liebe Anfang, Frankfurt/M. 2014

Sekundärliteratur:
Karl-Heinz Bohrer, Der Abschied. Theorie der Trauer, Frankfurt/M. 1996
Hans Ulrich Gumbrecht, Präsenz, Berlin 2012 (stw)
Ders., Unsere breite Gegenwart, Berlin 2010
Ders., Diesseits der Hermeneutik. Die Produktion von Präsenz, Frankfurt/M. 2004
Peter L. Berger, Sehnsucht nach Sinn. Glauben in einer Zeit der Leichtgläubigkeit, Frankfurt/M. 1994

Zur Einführung:
Charles Taylor, Ein säkulares Zeitalter, Frankfurt/M. 2009 (S.11-50)
Jan-Heiner Tück, Hintergrundgeräusche. Liebe, Tod und Trauer in der Gegenwartsliteratur, Ostfildern 2010

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

für 011 (15W) FTH 17 oder FTH 26, 193 055 BA UF RK 16, 196 055 MA UF RK 02 oder RK 05, 033 195 (15W) BAM 13, 066 796 MRP 9, auslaufende Studienpläne: für 011 (08W, 11W) D31 oder DAM, 033 195 (13W) und 033 193 (11W), 066 793 MAM, 066 795 M5, Fächerkontingentseminar 2 oder (freies) Wahlfach f. 011 (02W) und 020

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:27