Universität Wien FIND

Kehren Sie für das Sommersemester 2022 nach Wien zurück. Wir planen Lehre überwiegend vor Ort, um den persönlichen Austausch zu fördern. Digitale und gemischte Lehrveranstaltungen haben wir für Sie in u:find gekennzeichnet.

Es kann COVID-19-bedingt kurzfristig zu Änderungen kommen (z.B. einzelne Termine digital). Informieren Sie sich laufend in u:find und checken Sie regelmäßig Ihre E-Mails.

Lesen Sie bitte die Informationen auf https://studieren.univie.ac.at/info.

010068 VO Ostkirchenkunde (2009W)

Das spannungsreiche Verhältnis der Kirchen des Ostens und des Westens im Lauf der Geschichte

3.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 1 - Katholische Theologie

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Donnerstag 08.10. 16:15 - 18:00 (ehem. Hörsaal 46 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 8)
Donnerstag 15.10. 16:15 - 18:00 (ehem. Hörsaal 46 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 8)
Donnerstag 22.10. 16:15 - 18:00 (ehem. Hörsaal 46 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 8)
Donnerstag 29.10. 16:15 - 18:00 (ehem. Hörsaal 46 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 8)
Donnerstag 05.11. 16:15 - 18:00 (ehem. Hörsaal 46 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 8)
Donnerstag 12.11. 16:15 - 18:00 (ehem. Hörsaal 46 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 8)
Donnerstag 19.11. 16:15 - 18:00 (ehem. Hörsaal 46 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 8)
Donnerstag 26.11. 16:15 - 18:00 (ehem. Hörsaal 46 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 8)
Donnerstag 03.12. 16:15 - 18:00 (ehem. Hörsaal 46 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 8)
Donnerstag 10.12. 16:15 - 18:00 (ehem. Hörsaal 46 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 8)
Donnerstag 17.12. 16:15 - 18:00 (ehem. Hörsaal 46 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 8)
Donnerstag 07.01. 16:15 - 18:00 (ehem. Hörsaal 46 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 8)
Donnerstag 14.01. 16:15 - 18:00 (ehem. Hörsaal 46 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 8)
Donnerstag 21.01. 16:15 - 18:00 (ehem. Hörsaal 46 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 8)
Donnerstag 28.01. 16:15 - 18:00 (ehem. Hörsaal 46 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 8)

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Mit Blick auf die Kirchen des christlichen Ostens haben die Väter des II. Vatikanischen Konzils formuliert: "Das von den Aposteln überkommene Erbe [...] ist in verschiedenen Formen und auf verschiedene Weise übernommen, und daher schon von Anfang an in der Kirche hier und dort verschieden ausgelegt worden, wobei auch die Verschiedenheit der Mentalität und der Lebensverhältnisse eine Rolle spielten." (Unitatis redintegratio Nr. 14)

Im Licht ekklesiologischer Überlegungen wird die Geschichte zwischen den Kirchen des Ostens und des Westens aufgerollt, wobei Geschichtsmythen und ihre theologische Begründung kritisch hinterfragt werden: So wird gezeigt werden, dass die lange Zeit üblichen Bezeichnungen für die sog. altorientalischen Kirchen als "nestorianische" bzw. "monophysitische" Kirchen theologisch ebenso unhaltbar sind wie das Festmachen der Kirchenspaltung zwischen orthodoxer und lateinischer Tradition in den Ereignissen des Jahres 1054.

Konflikte und Konfliktlösungsmechanismen in den ersten Jahrhunderten, Wegmarken der Entfremdung, die Suche nach und das Wiederfinden der Einheit auf den Unionskonzilien des Mittelalters sowie die weitgehend mangelnde Bereitschaft zur Rezeption der damaligen Beschlüsse, die bis ins 17. Jahrhundert dennoch punktuell mögliche Sakramentengemeinschaft zwischen Griechen und Lateinern sowie der Abschluss von Unionen kommen ebenso zu Sprache wie der heute geführte ökumenische Dialog. Ein Ausblick wird zeigen, wie sich die Kirchen des Ostens und Westens heute als Geschwister neu entdecken und wo noch Klärungsbedarf im gegenseitigen sowie im Selbstverständnis besteht.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mündliche Prüfung über den Stoff der Lehrveranstaltung inkl. in der VO angegebener Literatur.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die theologischen Begründungen für den Status-quo der Kirchenspaltungen werden einer Relecture unterzogen, und zwar vor dem historischen Hintergrund weltpolitischer Veränderungen und kultureller Verschiedenheiten. Dadurch soll deutlich werden, dass das Sich-Auseinander-Entwickeln der Kirchen des Ostens und Westens ein Prozess war, der mehrere (und nicht zuletzt auch nicht-theologische) Ursachen hatte. Für den heute zu führenden ökumenischen Dialog ist eine genaue Kenntnis der historischen Entwicklungen wichtig. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Mittel zur Überwindung der Spaltungen an den richtigen Ursachen ansetzen.

Die Vorlesung möchte in diesem Sinn sensibilisieren, dass es im ökumenischen Dialog notwendig ist, zwischen den Ausdrucksformen des Glaubens und dem Glaubensinhalt zu unterscheiden, um in rechter Weise beurteilen zu können, ob ein kirchentrennendes Schisma vorliegt oder nicht.

Prüfungsstoff

Vorlesung mit der Möglichkeit für Zwischenfragen. Arbeitsblätter werden laufend zur Verfügung gestellt.

Literatur

SUTTNER, Ernst Christoph: Kirche und Nationen. Beiträge zur Frage nach dem Verhältnis der Kirche zu den Völkern und der Völker zur Religion. 2 Bde, Würzburg 1997 (= Das östliche Christentum, N.F. 46,1-2).
WINKLER, Dietmar/AUGUSTIN, Klaus: Die Ostkirchen. Ein Leitfaden, Graz 1997.
SUTTNER, Ernst Christoph: Die Christenheit aus Ost und West auf der Suche nach dem sichtbaren Ausdruck für ihre Einheit, Würzburg 1999 (= Das östliche Christentum, N.F. 48).
SUTTNER, Ernst Christoph: Das wechselvolle Verhältnis zwischen den Kirchen des Ostens und des Westens im Laufe der Kirchengeschichte, Fribourg 2002 (= Repères oecuméniques 11).
SUTTNER, Ernst Christoph: Schismen, die von der Kirche trennen, und Schismen, die von ihr nicht trennen, Fribourg 2002 (= Repères oecuméniques 15).
RAPPERT, Wolfgang Nikolaus (Hg.): Kirche in einer zueinander rückenden Welt. Neuere Aufsätze von Ernst Christoph Suttner zu Theologie, Geschichte und Spiritualität des christlichen Ostens, Würzburg 2003 (= Das östliche Christentum, 53).
GASTGEBER, Christian/GSCHWANDTNER, Franz (Hg.): Die Ostkirchen in Wien. Ein Führer durch die orthodoxen und orientalischen Gemeinden, Wien 2004.
OELDEMANN, Johannes: Die Kirchen des christlichen Ostens. Orthodoxe, orientalische und mit Rom unierte Ostkirchen, Kevelaer 2006 (= Topos plus-Taschenbücher 577).
SUTTNER, Ernst Christoph: Staaten und Kirchen in der Völkerwelt des östlichen Europa. Entwicklungen der Neuzeit. Fribourg 2007 (= Studia oecumenica Friburgensia 49).


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

anrechenbar als Pflichtfach "Theologie und Geschichte des christlichen Ostens"oder als (freies) Wahlfach für 011 (02W), 012 (02W) und 020

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:27