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010089 SE "City of God" - Zum Verhältnis Religion - Stadt - Migration (2019W)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 1 - Katholische Theologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Die Lehrveranstaltung ist ausgebucht, deswegen ist keine Anmeldung mehr möglich. Wenn Sie sich auf die Warteliste setzten lassen möchten, wenden Sie sich bitte an das Sekretariat des Instituts für Praktische Theologie (monika.mannsbarth@univie.ac.at).

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 02.10. 16:45 - 20:00 Seminarraum 1 (Kath) Schenkenstraße EG
Mittwoch 16.10. 16:45 - 20:00 Seminarraum 1 (Kath) Schenkenstraße EG
Mittwoch 23.10. 16:45 - 20:00 Seminarraum 1 (Kath) Schenkenstraße EG
Mittwoch 06.11. 16:45 - 20:00 Seminarraum 1 (Kath) Schenkenstraße EG
Mittwoch 11.12. 16:45 - 20:00 Seminarraum 1 (Kath) Schenkenstraße EG
Mittwoch 15.01. 16:45 - 20:00 Seminarraum 1 (Kath) Schenkenstraße EG

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Inhalte
Noch niemals in der Geschichte der Menschheit haben so viele Menschen in Städten gelebt wie heute. Über 50% der Weltbevölkerung leben derzeit in städtischen Ballungsräumen, in „Global Cities“, in Metropolen oder Post-Metropolen. 2050 werden 70% der Weltbevölkerung in urbanen Regionen leben; davon 86% in den OECD-Staaten. Bis 2100 wird die Zahl der Stadtbewohner auf neun Milliarden Menschen angestiegen sein. Die OECD spricht deshalb von einem „Jahrhundert der Metropolen“. Aus theologischer Sicht kann dieses Phänomen der Urbanisierung daher als ein „Zeichen der Zeit“ betrachtet werden.
Untrennbar verbunden mit diesen Prozessen sind die internationalen Migrationen der Gegenwart, aus der Sicht der katholischen Kirche ebenfalls ein „Zeichen der Zeit“. Sie verändern die Wirklichkeit der Städte und stellen vor neue soziokulturelle und gesellschaftspolitische Herausforderungen. Städte werden damit aus stadtsoziologischer Sicht zu Laboratorien, in denen der Umgang mit Freiheit, mit Pluralität, mit sozialer Gerechtigkeit geübt wird.
Diese Sicht ist bemerkenswert, lassen sich doch in den „Theologien der Stadt“ in der Heiligen Schrift durchaus ähnliche Konzeptionen finden. Die Stadt ist der Ort, an der zentrale theologische Entwürfe, wie z.B. der Entwurf einer alternativen Gesellschaftsordnung, aufgehängt sind. Desgleichen sind Migrationsphänomene – vom Nomadentum über Flucht und Deportation bis hin zum Leben in der Diaspora – nicht nur Hintergrundkulisse, sondern glaubens- und theologiegenerative Orte. Auch Migration ist ein „Zeichen der Zeit“.
Nicht zuletzt lassen sich in internationalen sozialwissenschaftlichen und theologischen Debatten (v.a. im anglophonen Raum) unter dem Stichwort „Postsecular City“ zunehmend häufiger Reflexionen zur Frage finden, welche Rolle Religion und Religionen in diesem Kontext von Urbanisierung und Migration spielen.
Es gibt also zahlreiche gute Gründe, sich diesen „Zeichen der Zeit“ aus pastoraltheologischer Sicht zu nähern und zu fragen: Wie lassen sich diese Entwicklungen und Phänomene praktisch-theologisch deuten? Welche Rolle spielen die Kirchen im Kontext von Stadt und Migration? Und welche Rolle können und sollen sie spielen? Im Fokus steht dabei v.a. Europa.
Das Seminar ist interdisziplinär ausgerichtet, richtet sich daher auch an Studierende anderer als theologischer Studienrichtungen. Theologische Kenntnisse sind nicht erforderlich.

Ziele
*) Erwerb von Kenntnissen aktueller Forschungsergebnisse der Stadt-, Migrations- und Religionssoziologie
*) Erwerb von Kenntnissen aktueller theologischer Entwürfe zu Theologien der Stadt sowie Theologien der Migration
*) Kennenlernen von City-Pastoral-Projekten
*) Empirische Fallstudien (exemplarisch) durchführen

Methoden
*) Textlektüre
*) Impulsreferate
*) Empirische Fallstudien
*) Gastvorträge
*) Moodle
*) Diskussionen

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mit der Anmeldung für diese Lehrveranstaltung erklären sich die TeilnehmerInnen damit einverstanden, dass alle schriftlichen Arbeiten, die im Rahmen dieser LV erstellt werden, auf Moodle hochgeladen werden müssen und auf das Vorhandensein von Plagiaten elektronisch überprüft werden.

Die Beurteilung setzt sich wie folgt zusammen:
30% der Note ergeben sich aus der aktiven schriftlichen und mündlichen Mitarbeit (die nicht benotet wird, aber „positiv“ sein muss)
70% ergeben sich aus einer Seminararbeit (20 000 Zeichen) zu einem der Themen des Seminars, welches mit der LVA-Leiterin abgesprochen wird.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Beurteilt werden Quantität und Qualität des Engagements, der individuelle Lernfortschritt im Verlauf des Seminars, die Bereitschaft zu Selbstreflexion sowie die wissenschaftliche Qualität der Seminararbeit (präziser Umgang mit Begriffen, methodische Korrektheit, Integration wissenschaftlicher Literatur, Argumentations- und Reflexionsniveau)

Prüfungsstoff

Literatur

Eine ausführliche Literaturliste wird im Seminar bekannt gegeben.

Exemplarisch:
Justin Beaumont/Christopher Baker (eds.), Postsecular Cities: Space, theory and practice, London/New York: continuum 2011.
Erol Yildiz, Die weltoffene Stadt. Wie Migration Globalisierung zum urbanen Alltag macht, Bielefeld: transcript 2013.
Philip Sheldrake: The Spiritual City. Theology, Spirituality, and the Urban, Sussex: Wiley Blackwell 2014.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

für 011 (15W) FTH 17 oder FTH 26, 198 418 BA UF RK 16, 199 517 MA UF RK 02 oder RK 05, 033 195 (17W) BRP 18krp, BRP 18ktb, auslaufende Studienpläne: für 011 (11W) D31 oder DAM, 033 195 (15W) BAM 13, Seminar oder (F)WF für 020

Letzte Änderung: Mi 02.10.2019 10:27