Universität Wien FIND

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010100 SE Gewaltfreie Hermeneutik. Module für Bildungsarbeit (2012W)

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 1 - Katholische Theologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

DI 09.10.2012 18.15-20.30 Seminarraum 1 (Kath) Schenkenstraße EG
DI 23.10.2012 18.15-20.30 Seminarraum 1 (Kath) Schenkenstraße EG
DI 06.11.2012 18.15-20.30 Seminarraum 1 (Kath) Schenkenstraße EG
DI 27.11.2012 18.15-20.30 Seminarraum 1 (Kath) Schenkenstraße EG
DI 11.12.2012 18.15-20.30 Seminarraum 1 (Kath) Schenkenstraße EG
DI 18.12.2012 18.15-20.30 Seminarraum 1 (Kath) Schenkenstraße EG
DI 08.01.2013 18.15-20.30 Seminarraum 1 (Kath) Schenkenstraße EG
DI 15.01.2013 18.15-20.30 Seminarraum 1 (Kath) Schenkenstraße EG
DI 22.01.2013 18.15-20.30 Seminarraum 1 (Kath) Schenkenstraße EG

3 Einheiten werden nach Vereinbarung noch zusätzlich festgelegt.

An/Abmeldung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

Zur Zeit sind keine Termine bekannt.

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die heiligen Texte der Offenbarungsreligionen Islam, Christentum und Judentum werden allzu oft zur Legitimation von Gewalt verwendet. Der gewaltlegitimierende hermeneutische Umgang mit den Hl. Schriften hat nicht nur den jüdischen und den christlichen Schriften und Traditionen den Krieg erklärt, sondern schon lange auch dem islamischen nämlich dem Hl. Koran und der Tradition des Propheten Mohammad.

Abgesehen von einer stets möglichen politischen Instrumentalisierung heiliger Texte, stellt sich angesichts dieser Praxis die Frage nach einer Hermeneutik, die einer solchen Gewaltlegitimierung Widerstand leistet, besser gesagt eine "gewaltfreien Hermeneutik", die auch eine Art Friedensprojekt darstellen kann.

Die LVA eröffnet einen Zugang zum aktuellen Diskurs des Hermeneutik- und Gewaltbegriffs, ermöglicht mit den Grundzügen einer "gewaltfreien Hermeneutik" vertraut zu werden und zu verschiedenen Themen Zugänge zu entwickeln, das hermeneutische Interesse der Angehörigen von Offenbarungsreligionen zu wecken, um ein angemessenes theologisch-hermeneutisches Verständnis zu finden. So trägt die LVA bei, Grundzüge einer solchen Hermeneutik zu entwickeln und für die pädagogisch-hermeneutische Praxis fruchtbar zu machen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Aktive Teilnahme an der LVA, Referat und schriftliche Abschlussarbeit.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die gemeinsame Arbeit soll die Fähigkeit der Teilnehmer/innen fördern, selbständig jene Texte, die anscheinend oder wirklich Gewalt provozieren, nach den Forderungen der Zeit und des Raums gewaltfrei zu verstehen, zu interpretieren und geeignete Module für Bildungsarbeit zu entwickeln.

Prüfungsstoff

Textarbeit für einen "gewaltfreien Umgang mit den hl. Schriften im Judentum, Christentum und Islam, anhand von Fallbeispielen und Einzelanalysen", Einzelreferate, Diskussion, Gruppenarbeit.

Literatur

Diese Auswahlliste bietet einen Einblick ins Panorama der LVA und ist noch um Beiträge zur Bildungsarbeit zu ergänzen.
- Arinze, Francis Kardinal: Religionen gegen die Gewalt: Eine Allianz für die Frieden, Freiburg . Basel . Wien 2002.
- Assmann Jan: Monotheismus und die Sprache der Gewalt (Wiener Vorlesungen), Wien 2006.
- Bartlett, R., Die Geburt Europas aus dem Geist der Gewalt, München 1996.
- Baudler, G.: Töten oder lieben. Gewalt und Gewaltlosigkeit in Religionen und Christentum, München 1994.
- Becker, J.: Grundzüge einer Hermeneutik des Alten Testamens, Frankfurt u. a. 1993.
- Bernd, Hagen: Gewaltfreiheit in den Weltreligionen. Vision und Wirklichkeit. Gütersloh 1998.
- Bsteh A. (Hg.): Christlicher Glaube in der Begegnung mit dem Islam, Mödling 1996 (= Studien 2 zur Religionstheologie).
- Bsteh A. / S. A. Mirdamadi (Hg.): Dialog, Werte - Rechte - Pflichten. Grundfragen einer gerechten Ordnung des Zusammenlebens in christlicher und islamischer Sicht, Mödling 2000.
- Bsteh, A. (Hg.): Friede für die Menschheit, Mödling 1994.
- Bsteh, A. / S. Akrami / S. Mirdamadi (Hg): Friede, Gerechtigkeit und ihre Bedrohungen in der heutigen Welt, Mödling 2004.
- Bsteh, A / S. A. Mirdamadi (Hg): Gerechtigkeit in den internationalen und interreligiösen Beziehungen in islamischer und christlicher Perspektive, Mödling 1997.
- Bsteh, A. (Hg.): Hören auf sein Wort, Mödling 1992.
- Bürgel Johann Christoph: Allmacht und Mächtigkeit. Religion und Welt im Islam, München 1991.
- Del Vasto, Lanza: Die Macht der Friedfertigen. Freiburg/Heidelberg 1982.
- Fitzgerald, Michael u. a. (Hg.): Moslems und Christen - Partner? Graz 1976.
- Goss Mayr, Hildegard: Wie Feinde Freunde werden. Freiburg/B 1996.
- Hagemann, Ludwig / Reiner, Albert (Hg.): Dialog in der Sackgasse? Christen und Muslime zwischen Annäherung und Abschottung, Würzburg 1998.
- Kasiri, Hamid: Mit den Augen des Anderen. Zur Entwicklung des Umgangs mit der Hl. Schrift im Katholizismus des 20. Jahrhunderts. Frankfurt a. M. 2010.
- Kienzler, K.: Der religiöse Fundamentalismus. Christentum, Judentum, Islam, München 1996; Rez. H. Hübner, in: Theologische Revue 93 (1997).
- Lech, Wolfgang: Halbmond, Kreuz, Davidstern: Nationalitäten und Religionen im Nahen und Mittleren Osten. Frankfurt a. M. 1992.
- Marc, Gopin: Between Eden and Armageddon. The Future of World Religions, Violence and Peacemaking. New York 2000.
- Rohe M.: Der Islam - Alltagskonflikte und Lösungen, Freiburg/B. 2001.
- Schwager, Raymund / Niewiadomski, Josef: Religion erzeugt Gewalt - Einspruch? Berlin - Hamburg - Münster 2003.
- Steinweg, Reiner (Red.): Der gerechte Krieg: Christentum, Islam, Marxismus. Schurkamp Verlag, Frankfurt a. M. 1980.
- Tabatabai, (Allamah) Sayyed Mohammad Husayn: Der Koran im Islam; Bonn 1986.
- Sundermeier, Theo: Den Fremden verstehen. Eine praktische Hermeneutik, Göttingen 1996.
- Witte, Markus (Hg.): Der eine Gott und die Welt der Religionen. Beiträge zu einer Theologie der Religionen und zum interreligiösen Dialog. Würzburg 2003.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

für 011 (08W, 11W) D31, Fächerkontingentseminar 3 oder (freies) Wahlfach für 011(02W), 012 (02W) und 020

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:27