Universität Wien FIND

Kehren Sie für das Sommersemester 2022 nach Wien zurück. Wir planen Lehre überwiegend vor Ort, um den persönlichen Austausch zu fördern. Digitale und gemischte Lehrveranstaltungen haben wir für Sie in u:find gekennzeichnet.

Es kann COVID-19-bedingt kurzfristig zu Änderungen kommen (z.B. einzelne Termine digital). Informieren Sie sich laufend in u:find und checken Sie regelmäßig Ihre E-Mails.

Lesen Sie bitte die Informationen auf https://studieren.univie.ac.at/info.

020013 SE Unscheinbare (biblische) Texte - gravierende (historische) Wirkung (2009W)

8.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 2 - Evangelische Theologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Donnerstag 08.10. 17:30 - 20:00 Hörsaal 3 Schenkenstraße 8-10 6.OG
Donnerstag 22.10. 17:30 - 20:00 Hörsaal 3 Schenkenstraße 8-10 6.OG
Donnerstag 29.10. 17:30 - 20:00 Hörsaal 3 Schenkenstraße 8-10 6.OG
Donnerstag 12.11. 17:30 - 20:00 Hörsaal 3 Schenkenstraße 8-10 6.OG
Donnerstag 19.11. 17:30 - 20:00 Hörsaal 3 Schenkenstraße 8-10 6.OG
Donnerstag 03.12. 17:30 - 20:00 Hörsaal 3 Schenkenstraße 8-10 6.OG
Donnerstag 10.12. 17:30 - 20:00 Hörsaal 3 Schenkenstraße 8-10 6.OG
Donnerstag 17.12. 17:30 - 20:00 Hörsaal 3 Schenkenstraße 8-10 6.OG
Donnerstag 21.01. 17:30 - 20:00 Hörsaal 3 Schenkenstraße 8-10 6.OG

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Wie jede Religion besteht (kirchlich verfasstes) "Christentum" aus kulturellen Systemen mit einem "langen Gedächtnis". Seine vor Jahrhunderten geprägten normativen Grundlagen (Hl. Schriften, Ämterstrukturen, Lehrsätze, spirituelle und ethische Richtlinien, Rituale etc.) sind zweifellos Produkte komplexer kultureller Entwicklungen. Andererseits regen sie in veränderten historischen Umfeldern selbst immer wieder gesellschaftliche Prozesse an. Ihre "Wirkmächtigkeit" hängt von der Intensität der "Inkulturation" der religiösen Vorgaben in die jeweiligen Kulturen ab. Sie ist auch vom Geschick und Wollen jener Personen abhängig, die entsprechende "Übersetzungen" der "Tradition" in ihre jeweilige Zeit leisten.

In den "Buchreligionen" sind es vor allem Passagen aus "Heiligen Schriften", die zu Katalysatoren für gesellschaftliche Prozesse ihrer Zeit werden. Sie werden als "inspiriert" erachtet und können daher eine besondere Verbindlichkeit beanspruchen. Ihre Wirkung ist ambivalent. Vielfach dienen sie dazu, bestehende Strukturen religiös zu fundieren, zu deuten und zu überhöhen. Nicht selten aber entfalten sie auch eine "prophetische" (= unrechts- und zustandskritische) Wirkung in Richtung Veränderung und Reform bestehender Verhältnisse.

Das Seminar untersucht einige konkrete Beispiele solcher historischer Situationen im christlichen Kontext, in denen Passagen biblischer Bücher nachweislich oder vorgeblich sehr konkrete Auswirkungen auf die Verhältnisse ganzer Regionen hatten.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mündliche Mitarbeit, Referat, Seminararbeit

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Das Seminar wendet sich an Studierende mit besonderem Interesse für die literarischen Grundlagen und konkrete gesellschaftliche Wirkungen von Religion in verschiedenen historischen Kontexten. Die interdisziplinäre Reflexion über das stete produktive "Reagieren" zwischen einem reichen (spirituellen, ethischen, kulturellen) Erbe und wechselnden gesellschaftlichen Umfeldern erscheint heute nötiger denn je. Es verspricht Orientierung gebende Erkenntnisse für den Erhalt der geistigen Kreativität, Freiheit und Solidarität einer Gesellschaft, die religiös zwischen konzeptloser Anything-goes-Mentalität und dem Hass fundamentalistischer Gegner aufgerieben zu werden droht.

Durch den speziellen Seminaransatz werden sie in besonderer Weise zur interdisziplinären Herangehensweise an ihre Themen (biblisch-historisch bzw. katholisch-evangelisch) sowie zu Teamarbeit animiert. Sie sollen im Rahmen des Seminars das nötige methodische und theoretische Rüstzeug an die Hand bekommen, um eine solche Arbeit technisch korrekt, zeitsparsam, in nötigem Maße historisch-kritisch und damit wohl auch persönlich befriedigend bewältigen zu können.

Prüfungsstoff

Eigenständiges Arbeiten der Studierenden unter gründlicher Anleitung durch die Lehrveranstaltungsleiter; die Studierenden werden in besonderer Weise zu einer interdisziplinären Arbeitsweise (konkret: biblisch, historisch) geführt und arbeiten nach Möglichkeit in einem Zweierteam, das jeweils einen Text in seiner Genese und seinen Wirkungen analysiert, soweit sich diese historisch (bzw. in der historischen Literatur) nachweisen lassen.

Literatur

Wird im Seminar bekanntgegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:27