Universität Wien FIND
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

020025 SE Dogmen- und Theologiegeschichte (2019S)

Schriftauslegung der Kirchenväter

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 2 - Evangelische Theologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 15 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

Das Seminar findet Mittwochs, 15.00-16.30 in HS 3 statt! Beginn 6.3.2019


Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Inhalt: Das Seminar befasst sich mit dem biblischen Buch Exodus und seiner Interpretation in rabbinischen und patristischen Texten. Die vielfältige Rezeption wichtiger Motive dieses biblischen Buches gibt Einblick in die theologischen und praktischen Perspektiven der älteren Kirche sowie der in etwa zeitgleichen rabbinischen Literatur.
Die ältere Form der Schriftauslegung ist grundsätzlich davon getragen, dass die Texte inspiriert sind und einen mehrfachen Sinn haben, der über den einfachen, wörtlichen Schriftsinn hinausgeht (Allegorese), was das Verständnis der „Heiligen Schriften“ über das Mittelalter hinaus bis weit in die Neuzeit geprägt hat. Das Interesse an dieser Form der Schriftauslegung ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, während sich die wissenschaftliche Forschung noch in den 80er Jahren davon kritisch distanziert hatte – vgl. Othmar Keel: „Aber die Allegorisierung ist ihrerseits nichts als eine elegant gestaltete Verachtung des Textes, der wie ein Packesel mit allen möglichen Dingen beladen wird, dem selber aber keine Stimme und keine Bedeutung mehr zukommt.“ (Das Hohelied, Mit 168 Abbildungen [ZBK AT 18], Zürich 1986, 40)
Im Seminar wird zunächst nach einer allgemeinen Einführung die früheste theoretische Abhandlung über die Methoden und Möglichkeiten der Schriftauslegung besprochen (Origenes, De principiis IV 1-3). Anschließend werden ausgewählte patristische Auslegungen zum Buch Exodus herangezogen (vor allem Origenes, Theodoret von Kyros und Augustinus). Zum Vergleich wird ein Blick auf die aktuelle kritische Auslegung des Buches Exodus geworfen sowie auf die Reflexionen darüber in der rabbinischen Literatur.
Das Seminar wird zusammen mit Marianne Grohmann und Agnethe Siquans angeboten und kann auch interdisziplinär angerechnet werden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Vorbereitung der Texte, aktive Mitarbeit während der Seminareinheiten; Verfassen einer Seminararbeit.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Regelmäßige Anwesenheit und Mitarbeit ist vorausgesetzt.
Während des Semesters sind wechselnd ein Abschnitt aus Exodus entweder nach einer modernen oder nach einer altkirchliche oder nach einer rabbinischen Auslegung vorzubereiten, was dann in Form eines "Expertenstatus" im Seminarverlauf einzubringen ist (40%).
Ein Protokoll ist zu übernehmen (20%).
EIne Seminararbeit zu einer ausgewählten Passage, die bestenfalls die Auslegungen vergleicht und kontrastiert, ist im Anschluss auszuarbeiten (Abgabe 30.9.2019; 40%).

Prüfungsstoff

Seminarstoff

Literatur

H.G. Reventlow, Epochen der Bibelauslegung I: Vom Alten Testament bis Origenes, München 1990; II: Von der Spätantike bis zum Ausgang des Mittelalters, München 1994.
C. Kannengießer (Hg.), Handbook of Patristic Exegesis, The Bible in Ancient Christianity 1, Leiden/Boston 2006.
A. Fürst, Origenes – der Schöpfer christlicher Wissenschaft und Kultur. Exegese und Philosophie im frühen Alexandria, in: ders., Von Origenes und Hieronymus zu Augustinus. Studien zur antiken Theologiegeschichte, AKG 115, Berlin/New York 2011, 81-114.
U. Körtner, Schrift und Geist. Über Legitimität und Grenzen allegorischer Schriftauslegung, NZSTh 36, 1994, 1-17.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

[M]KG-TheolGeschSE
[M]KG-TheolGeschSE (FT Studienplan 2009)
[MALA]KG-TheolGeschSE
[LA]KG-SE (LA Diplom alt)

Letzte Änderung: Di 05.03.2019 12:27