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030112 SE Recht des christlichen Ostens (2019S)

Patriarch, Sultan, Zar, Präsident - Erben des byzantinischen Kaisers einst und heute (für DiplomandInnen und DissertantInnen)

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 3 - Rechtswissenschaften
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 20 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

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Im Dezember gingen Bilder von einem umstrittenen Konzil in der Sofienkathedrale in Kiev um die Welt, bei dem sich der ukrainische Präsident inmitten von Bischöfen in der Pose des byzantinischen Kaisers präsentierte. Aus westlicher Perspektive wirkt das gern zur Schau gestellte enge Verhältnis des ukrainischen oder russischen Präsidenten zu Repräsentanten der orthodoxen Kirche eher befremdlich. Aus orthodoxer Sicht gilt aber auch heute noch vielen das im Byzantinischen Reich eingespielte Verhältnis von Staat und Kirche als Ideal, obwohl sich dessen ursprüngliches Referenzsystem grundlegend geändert hat. Im Seminar wollen wir die verschiedenen Dimensionen des aktuellen kirchlichen Konflikts um die Ukraine in einen weiten Kontext stellen. Dazu bedarf es auch einer eingehenden Befassung mit der Entwicklung der Verhältnisbestimmung von Kirche und Staat in den orthodox geprägten europäischen Kontexten in Geschichte und Gegenwart. Wie wurde bspw. das byzantinische Erbe im Alten Russland aufgenommen, wie im modernen Griechenland, wie ganz aktuell in der Russischen Föderation oder der Ukraine? Inwiefern hat sich auch der Sultan als Erbe des byzantinischen Kaisers verstanden? Welche weiteren politischen und kirchlichen Akteure schreiben „byzantinische“ Traditionen fort? Wo gab es selbst im Habsburgerreich, wo im modernen Österreichischen Religionsrecht „byzantinische“ Tendenzen?

Freitag 15.03. 11:00 - 12:30 Hörsaal Rechtswissenschaften Schenkenstraße 8-10, 4.OG (Vorbesprechung)
Freitag 24.05. 09:00 - 21:30 Hörsaal Rechtswissenschaften Schenkenstraße 8-10, 4.OG
Samstag 25.05. 09:00 - 17:00 Hörsaal Rechtswissenschaften Schenkenstraße 8-10, 4.OG

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Im Dezember gingen Bilder von einem umstrittenen Konzil in der Sofienkathedrale in Kiev um die Welt, bei dem sich der ukrainische Präsident inmitten von Bischöfen in der Pose des byzantinischen Kaisers präsentierte. Aus westlicher Perspektive wirkt das gern zur Schau gestellte enge Verhältnis des ukrainischen oder russischen Präsidenten zu Repräsentanten der orthodoxen Kirche eher befremdlich. Aus orthodoxer Sicht gilt aber auch heute noch vielen das im Byzantinischen Reich eingespielte Verhältnis von Staat und Kirche als Ideal, obwohl sich dessen ursprüngliches Referenzsystem grundlegend geändert hat. Im Seminar wollen wir die verschiedenen Dimensionen des aktuellen kirchlichen Konflikts um die Ukraine in einen weiten Kontext stellen. Dazu bedarf es auch einer eingehenden Befassung mit der Entwicklung der Verhältnisbestimmung von Kirche und Staat in den orthodox geprägten europäischen Kontexten in Geschichte und Gegenwart. Wie wurde bspw. das byzantinische Erbe im Alten Russland aufgenommen, wie im modernen Griechenland, wie ganz aktuell in der Russischen Föderation oder der Ukraine? Inwiefern hat sich auch der Sultan als Erbe des byzantinischen Kaisers verstanden? Welche weiteren politischen und kirchlichen Akteure schreiben „byzantinische“ Traditionen fort? Wo gab es selbst im Habsburgerreich, wo im modernen Österreichischen Religionsrecht „byzantinische“ Tendenzen?

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Seminarreferat, Handout und Seminararbeit

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur

Themenabhängig; grundlegende Literaturhinweise finden sich in R. Potz - E. Synek, Orthodoxes Kirchenrecht. Eine Einführung, Freistadt 2014.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Do 26.09.2019 11:27