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030549 SE Seminar aus römischem Recht (2016S)

Abzählen, abmessen, abwiegen: Zu Bestimmung der Leistungspflicht und ihrer Erfüllung (für DiplomandInnen und DissertantInnen)

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 3 - Rechtswissenschaften
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

Vorbesprechung: 16. 03. 2016, 12:00 (pktl.) im Seminarraum des Instituts für Römisches Recht, Schenkenstraße 8-10.
Das Seminar wird am 16.-17. Juni 2016 geblockt abgehalten werden. Lateinkenntnisse sind von Vorteil, aber nicht vorausgesetzt; den Studierenden wird ausreichend Hilfestellung gegeben werden.
Eine kurze Einführung in die Literatur und Darstellung der Hilfsmittel sowie Methode wird am 06. 04. und 13.04. 2016, um 12:00 (pktl.), ebendort, gegeben werden.


Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Der spätklassische Jurist Iulius Paulus spricht in seinem Ediktskommentar von Sachen, die durch "Abzählen, Abmessen und Abwiegen" bestimmt werden
1. Diese Definition der vertretbaren Sachen geht wohl sogar auf griechische Vorbilder zurück
2. Vertretbare Sachen waren gemäß der in der Folge von Paulus gegebenen Definition Gegenstand des Darlehens
3. Da andererseits sowohl Produktion von als auch Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Wein, Öl oder Getreide eine wesentliche Grundlage der römischen Wirtschaft darstellten, befassen sich eine große Zahl von uns in den Digesten überlieferten Fragmenten mit Fragen zur Bestimmung der Leistungspflichten beim Kauf dieser Güter.
Was für das klassische römische Recht gilt, muss umso mehr für die bäuerliche Gesellschaft der Republik gelten, deren praktischer Umgang mit den dargestellten Problemen etwa bei Marcus Porcius Cato in seiner Lehrschrift "de agri cultura" (Über den Landbau) greifbar wird.
Aber auch in Zusammenhang mit Speziesschulden kommt der korrekten Vermessung eine wichtige Funktion zu, etwa, wenn das Messergebnis Grundlage für die Preisbestimmung war.
Was also konnte man unternehmen, wenn einer Abwägung falsche Gewichte zugrundlagen oder ein Landvermesser bewusst falsche Angaben machte, um eine der Kaufvertragsparteien zu schädigen?

Ziel der Lehrveranstaltung ist es, dieses und ausgewählte Probleme auf Grundlage von Referaten zu diskutieren und die Lösungen der Juristen exegetisch aufzuarbeiten. Dabei soll auch versucht werden, die Subsumptionsleistung der Juristen nachzuvollziehen: Die Anwendung welcher prozessualen Formel wird in dem jeweiligen Fragment zugrunde gelegt? Inwiefern passt die aus dem Edikt des Prätors entnommene Formel auf den dargestellten Sachverhalt?

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 20.03.2017 15:22