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030576 KU "Jüdischsein" in Österreich im Spiegel des Rechts (2017W)

Historische Schlaglichter und aktuelle Fragestellungen

3.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 3 - Rechtswissenschaften
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 46 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Noch RESTPLÄTZE! Bei Interesse (neben u:space Anmeldung, 2. Anmeldefenster geöffnet) bitte Mail an ilse.reiter-zatloukal@univie.ac.at!

VORBESPRECHUNG: 13. Oktober, 13.00 (pünktlich), Seminarraum 63
Wer über u:space angemeldet ist und an der Vorbesprechung teilnimmt, hat einen fixen Platz in der LV.

Wer an der VB nicht teilnehmen kann, muss bis zum Beginn der LV bei der LV-Leitung die Absenz von der VB und das weitere Interesse an der LV bekanntgeben.

ABMELDUNG: nur bis zum Beginn der VB

Sollten noch Plätze nach der VB verfügbar sein/werden, wird ein zweites u:space-Anmeldefenster geöffnet.

Freitag 13.10. 13:00 - 15:00 Seminarraum SEM63 Schottenbastei 10-16, Juridicum 6.OG (Vorbesprechung)
Donnerstag 09.11. 09:00 - 17:30 Seminarraum SEM33 Schottenbastei 10-16, Juridicum, 3.OG
Freitag 10.11. 09:00 - 13:00 Seminarraum SEM33 Schottenbastei 10-16, Juridicum, 3.OG

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Lehrveranstaltung widmet sich aus aktuellem Anlass rechtsgeschichtlichen und gegenwärtigen Perspektiven zu „Jüdischsein“ in Österreich. Jüdinnen und Juden standen bereits im Mittelalter und der Frühen Neuzeit unter einem besonderen Rechtsregime mit strikten Reglementierungen. Einengung, Vertreibung aber auch Liberalisierung erfolgten oftmals durch hoheitliche Rechtsakte. Umgekehrt verfügtem Jüdinnen und Juden aber auch in der Vormoderne über ein beachtliches Maß an Autonomie. Zäsuren der österreichischen bzw. europäischen Rechtsgeschichte wie 1781/1789 und 1848 (und auch 1867) wirkten sich auf das (Rechts)leben von Juden und Jüdinnen aus. Im Laufe des 19. Jahrhunderts kam es zur Emanzipation sowie zu einer Erweiterung grundrechtlicher Positionen, aber auch zu einer neuen Qualität des Hasses gegenüber all jenen, die in die rassistischen Kategorien nationalistischer und konservativer Strömungen gedrängt wurden: „Jüdischsein“ wurde neben einer bewussten (Selbst-)Identifikation und Angehörigkeit zur jüdischen Religion und jüdischen "Nation" nun auch zu einer Fremdzuschreibung, mit der gesellschaftliche Diskriminierungen einhergingen. Im 20. Jahrhundert wurden erneut eigene Rechtsregime für Jüdinnen, Juden und jene Personen, die von außen mit „Jüdischsein“ assoziiert werden, begründet. Trauriger Höhepunkt war die nationalsozialistische Herrschaft in Österreich, in der unter Einsatz des Rechts Ausschluss, Enteignung, Entrechtung und schließlich Vertreibung und Vernichtung durchgeführt wurden. Die Nachkriegszeit war geprägt von (dem Konflikt um) Restitution und Wiedergutmachung, aber auch vom Verlangen nach Anerkennung und Aufarbeitung der Geschichte von Jüdinnen und Juden in Österreich.
Die Lehrveranstaltung soll anhand von Vorträgen verschiedener Lehrender und Expert_innen die skizzierten rechtsgeschichtlichen Entwicklungen aufzeigen und die Studierenden zur aktiven Diskussion der Themen anregen.

PROGRAMM

Donnerstag, 9.11.2017
9:00-9:45 Begrüßung, Einführung
9:45-10:30 Eveline Brugger/Birgit Wiedl, Die Rechtsstellung der Juden und Jüdinnen in Österreich im Mittelalter
10:45-11:30 Stephan Wendehorst, Eine jüdische Völkerrechtsgeschichte der Frühen Neuzeit: Juden als „unterworfenes Volk“, jüdisches Recht als Modell für das Völkerrecht und Judenheiten als Akteure im Völkerrecht
11:30-12:15 Louise Hecht, Die Josephinischen Toleranzpatente für die Judenheiten der Habsburgermonarchie
12:20-13:00 Stefan Schima, 1848 und die Rechtsstellung der Juden und Jüdinnen ­– Antisemitismus in der Habsburgermonarchie
14:30-15:15 Gerald Stourzh, Artikel 19 Staatsgrundgesetz und die Frage einer jüdischen Nation
15:15-16:00 Oliver Rathkolb, Antisemitismus an der Universität Wien im 19. und frühen 20. Jahrhundert
16:15-17:00 Ilse Reiter-Zatloukal, Staatsbürgerschaftsrecht von 1918 bis 1938 (mit Ausblick auf 1945)
17:00-17:45 Paul Hahnenkamp, Die Nürnberger Rassegesetze

Freitag, 10.11.2017
9:00-9:45 Ewald Wiederin, Die Grundrechtssituation 1918-1938
09:45-10:30 Clemens Jabloner, Das NS-Regime als organisierte Kriminalität: Beraubung und Enteignung
10:45-11:30 Wolfgang Wieshaider, Die jüdische Gemeinde im heutigen Österreich
11:30-12:15 Stephan Wendehorst, Rechte des Individuums, Rechte der Gruppe, Rechte des Volkes: Israel als letzter Nachfolgestaat der Habsburgermonarchie
12:15-13:00 Resümee

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Essay (kurze Hausarbeit mir eigenen kritischen Reflexionen, 20.000-25.000 Zeichen) über zu einem die einzelnen Vorträge übergreifenden Thema nach Ende der LV (Abgabefrist: spätestens 28.2.2018)

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

grundsätzliche ANWESENHEIT in der gesamten LV (Ausnahmen, zB für Klausurteilnehme nur nach Rücksprache mit der LV-Leitung, Ilse Reiter-Zatloukal) und MITARBEIT

Prüfungsstoff

ergibt sich aus den Vorträgen

Literatur

wird auf Moodle zur Verfügung gestellt

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Do 15.03.2018 15:47