Universität Wien FIND

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030613 KU Was tun gegen Ausbeutung und Menschenhandel in Österreich? (2020S)

Strafrechtliche, kriminologische und rechtspolitische Aspekte

3.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 3 - Rechtswissenschaften
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Die Vergabe eventueller Restplätze erfolgt ab 5.3.2019 auf Anfrage per E-Mail.

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 11.03. 15:00 - 16:30 Seminarraum SEM31 Schottenbastei 10-16, Juridicum, 3.OG
Mittwoch 18.03. 15:00 - 16:30 Seminarraum SEM31 Schottenbastei 10-16, Juridicum, 3.OG
Mittwoch 25.03. 15:00 - 16:30 Seminarraum SEM31 Schottenbastei 10-16, Juridicum, 3.OG
Mittwoch 01.04. 15:00 - 16:30 Seminarraum SEM31 Schottenbastei 10-16, Juridicum, 3.OG
Mittwoch 22.04. 15:00 - 16:30 Seminarraum SEM31 Schottenbastei 10-16, Juridicum, 3.OG
Mittwoch 29.04. 15:00 - 16:30 Seminarraum SEM31 Schottenbastei 10-16, Juridicum, 3.OG
Mittwoch 06.05. 15:00 - 16:30 Seminarraum SEM31 Schottenbastei 10-16, Juridicum, 3.OG
Mittwoch 13.05. 15:00 - 16:30 Seminarraum SEM31 Schottenbastei 10-16, Juridicum, 3.OG
Mittwoch 20.05. 15:00 - 16:30 Seminarraum SEM31 Schottenbastei 10-16, Juridicum, 3.OG
Mittwoch 27.05. 15:00 - 16:30 Seminarraum SEM31 Schottenbastei 10-16, Juridicum, 3.OG
Mittwoch 03.06. 15:00 - 16:30 Seminarraum SEM31 Schottenbastei 10-16, Juridicum, 3.OG
Mittwoch 10.06. 15:00 - 16:30 Seminarraum SEM31 Schottenbastei 10-16, Juridicum, 3.OG
Mittwoch 17.06. 15:00 - 16:30 Seminarraum SEM31 Schottenbastei 10-16, Juridicum, 3.OG

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Ziel der Lehrveranstaltung
Diese Lehrveranstaltung soll angehenden Jurist*innen die praktische Bedeutung der Problematik von Ausbeutung und Menschenhandel näherbringen, indem anhand von empirischen Befunden über die bisher in Österreich beobachteten Erscheinungsformen von Ausbeutung und Menschenhandel berichtet und herausgearbeitet wird, woran die Strafverfolgung von Ausbeutung und Menschenhandel scheitern kann. Diesbezüglich sind „Schwächen“ der einschlägigen Straftatbestände ebenso zu erörtern, wie prozessuale oder aufenthaltsrechtliche Regelungen, die die Rechtsdurchsetzung erschweren, aber auch faktische Hindernisse, wie die Einschüchterung oder Traumatisierung der Opfer oder Interessenskonflikte bzw. Ambivalenzen seitens der Ausgebeuteten, für die ein schlechter Job dennoch – als Existenzsicherung – unverzichtbar sein kann.
In diesem Zusammenhang werde ich auch die Ergebnisse der Studie zur strafrechtlichen Aufarbeitung von Baubetrug mittels Scheinfirmen vortragen, die ich im Auftrag des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger durchgeführt habe.
Einen weiteren Schwerpunkt der Lehrveranstaltung bilden Präventionsansätze außerhalb des Strafrechts. Große Bedeutung kommt dem Ausbau der Rechte der Arbeitnehmer*innen und einer wirksamen rechtliche und soziale Unterstützung der „Schwächsten“ im System, nämlich der undokumentiert Arbeitenden (siehe https://undok.at/) zu. Auch die Bemühungen um möglichst weitreichende Entschädigung der der Opfer haben einen präventiven Effekt, setzen allerdings – wie das Strafrecht – erst ein, wenn es schon zu einer Rechtsverletzung gekommen ist.
Die bisherigen Erfahrungen legen nahe, dass ein interdisziplinärer Zugang zur Prävention am ehesten erfolgversprechend ist. Neben Reglementierungen im Arbeitsrecht (beispielsweise betreffend Leiharbeit) soll die Auftraggeberhaftung als Beispiel diskutiert werden.

Zum Ablauf der Lehrveranstaltung:
Jeder Themenschwerpunkt beginnt mit einem Vortrag der Lehrveranstaltungsleiterin. Dann folgen jeweils die Referate der Teilnehmer*innen und eine gemeinsame Diskussion.
Die Referatsthemen werden (samt Literaturtipps) von der Lehrveranstaltungsleiterin vorgegeben.
Mitarbeit ist sowohl in den Lehrveranstaltungseinheiten möglich als auch im Moodle-Forum durch Posten einschlägiger Beiträge.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Grundlagen der Benotung:
Die Note setzt sich zu 80% aus dem Referat und dem hierzu erstellen Handout (welches eine Woche vor dem Referatstermin abzugeben ist) und zu 20% aus Mitarbeitsleistungen zusammen.
Anwesenheitserfordernis: es besteht Anwesenheitspflicht! Es können höchstens eine unentschuldigte und zwei entschuldigte Fehlstunden akzeptiert werden.

Die Anwesenheit wird nun durch Teilnahme an den wöchentlichen Zoom-Einheiten ersetzt, bzw. durch nachträgliches Beantworten von Fragebögen zu dem Stoff der jeweiligen Einheit, die man verpasst hat.
Die Referate werden wahlweise nur schriftlich abgegeben und nach Korrektur durch die LV-Leiterin auf moodle hochgeladen, oder auch via zoom live vorgetragen.
Wer den geänderten Lehrveranstaltungsablauf ablehnt, kann sich aber auch noch aus dem Kurs abmelden (natürlich ohne negative Konsequenzen).

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Grundlagen der Benotung:
Die Note setzt sich zu 80% aus dem Referat und dem hierzu erstellen Handout und zu 20% aus Mitarbeitsleistungen zusammen.
Von den insgesamt zu erreichenden 50 Punkten entfallen 40 auf das Referat, 10 sind durch Mittarbeitsbeiträge während des Kurses oder auf der Lernplattform (Diskussionsforum) zu erwerben.
Von den 40 Punkten für das Referat inklusive eines 1-2 seitigen Handouts gibt es Abzüge, wenn das Handout verspätet abgegeben wird (minus 5 Punkte) wenn Quellenangaben im Referat fehlen (minus 3 Punkte ) sowie für inhaltliche Feheler (je nach Schwere je minus 1 bis minus 3 Punkte)
Ab 25 Punkten haben Sie ein genügend, ab 37 ein Befriedigend, ab 43 ein Gut und ab 47 ein Sehr gut.

Prüfungsstoff

Die Referatsthemen werden in der ersten Einheit am 11.3.2020 von 15:00 bis 16:30 vergeben bzw. verlost. Die Liste der Referatsthemen wird ab 1. 3. 2020 auf der Lernplattform einsehbar sein.

Literatur

Literatur (Auszug):

Amesberger, Helga, Sexarbeit in Österreich - Ein Politikfeld zwischen Pragmatismus, Moralisierung und Resistenz, Wien, new academic press, 2014.
Global Alliance against Traffic in Women, Anti-trafficking review. Began with: Issue 1 (June 2012).

Henning, Juanita ; Walentowitz, Gerhard, 10 Jahre Prostitutionsgesetz: Mehr Menschenhandel durch Legalisierung von Prostitution? Ein aktuelles Lehrstück über den Umgang von Wissenschaft mit dem Thema ‚Menschenhandel‘, Kritische Justiz, 2012, Vol.45(4), pp.460-465.

Annette Herz/Eric Minthe, Straftatbestand Menschenhandel - Verfahrenszahlen und Determinanten der Srtrafverfolgung, Bundeskriminalamt (Hrsg.), Wolters Kluwer Deutschland GmbH, München 2006.

Jarosch, Gerhard, Menschenhandel aus der Sicht der Praxis, in Landesgruppe Österreich der Internationalen Strafrechtsgesellschaft (AIDP) und Österreichischer Juristenverband. [Red.: Michael Leitner], Menschenhandel - Herausforderungen und Bekämpfungsstrategien ;, Wien, 2008

Kreutzer, Mary, Milborn, Corinna, Ware Frau – Auf den Spuren moderner Sklaverei von Afrika nach Europa. Salzburg: Ecowin Verlag GmbH (2008).

Rebecca Napier-Moore (Hrsg.), anti trafficking review, open access publication, http://www.antitraffickingreview.org/index.php/atrjournal

Niedermeier, Alexander ; Nürnberger, Monika, Herausforderung Menschenhandel. Dimensionen, Defizite, und was im deutschen Kontext zu tun ist; GWP - Gesellschaft Wirtschaft Politik, 2014, Vol.63(4).

Vorheyer, Claudia, Prostitution und Menschenhandel als Verwaltungsproblem : Eine qualitative Untersuchung über den beruflichen Habitus; transkript Verlag, 2014.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:19