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060012 VO Absolutely British - Jüdische Lebenswelten made in England (2018S)

An/Abmeldung

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine

Alle Termine finden Metro Kinokulturhaus statt (Johannesgasse 4, 1010 Wien):

Montag 19.03.2018 / 18:00-22:00
Montag 09.04.2018 / 18:00-22:00
Montag 16.04.2018 / 18:00-22:00
Montag 23.04.2018 / 18:00-22:00
Montag 07.05.2018 / 18:00-22:00
Montag 14.05.2018 / 18:00-22:00
Montag 28.05.2018 / 18:00-22:00


Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Jüdische Lebenswelten im britischen Film? Gibt es die überhaupt? In den Filmwissenschaften sind erst in den letzten Jahren Dank der Initiative von Nathan Abrams Artikeln und Studien dazu verfaßt worden. Juden waren seit den Gründertagen des britischen Kinos aktiv und formend in der britischen Filmindustrie. Die britische Filmgeschichte ist getragen von jüdischen Produzenten wie George Berthold Samuelson, Alexander Korda (London Film Productions) oder Michael Balcon (Ealing Studios). Ohne die jüdischen Schauspieler wie Claire Bloom, Laurence Harvey oder Peter Sellers ist das britische Kino undenkbar. Doch wie sieht es mit einer Auseinandersetzung mit den britisch-jüdischen Lebenswelten im Film aus? Einer der wichtigsten britischen Regisseure wie John Schlesinger sollte nur einen Spielfilm zu diesem Thema drehen, „Sunday Bloody Sunday“ (1971), bevor er in die USA ging und andere bedeutende britisch-jüdische Regisseure wie Mike Leigh haben sich überhaupt nicht in ihrem Werken mit der jüdischen Erfahrung beschäftigt. So ist es nicht verwunderlich, dass es nur eine auffallend kurze Liste von Filmen gibt, die sich der jüdischen Kultur gewidmet haben. Natürlich gibt es zahlreiche Literaturverfilmungen mit jüdischen Charakteren, wie „Oliver Twist“ (David Lean, 1945), der allerdings antisemitische Stereotypen bedient. Erst in den 60er Jahren nahmen die jüdischen Figuren in britischen Filmen zu, auch um zu demonstrieren, dass sie „equal members“ einer pluralistischen Gesellschaft sind. Dennoch wurden oft noch jüdische Figuren aus Romanvorlagen bei der Drehbucherstellung „heraus geschrieben“, wie z.B. alle jüdischen Bösewichte aus Ian Flemings James-Bond-Romanen. Die britisch-jüdischen Spielfilme sind natürlich nur dann besonders interessant, wenn sie in England selbst spielen. Holocaust-Filme wie „Conspiracy of Hearts“ (Ralph Thomas, 1960), oder „Judith“ (Daniel Mann, 1966) unterscheiden sich kaum von amerikanischen Produktionen und zeigen uns nicht, was es heißt britisch und jüdisch zu sein. Die Vorlesung „Absolutely British“ versucht einen repräsentativen Überblick von den 40er Jahren bis zur Gegenwart zu geben. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Filmen, die genuin britisch-jüdische Erfahrungen zeigen, wie „The Governess“, „Leon the Pig Farmer“ oder „The Infidel“.
Die Vorlesung findet um 18 Uhr im Metro-Kino statt, danach folgt an den sieben Block-Terminen um 19 Uhr die Filmvorführung, im Anschluß daran jeweils eine Diskussion zum Film.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Essay (6-10 Seiten) zu einem oder mehreren Spielfilmen.
Abgabe spätestens Anfang April 2019.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Nathan Abrams (ed.), Hidden in Plain Sight, Jews and Jewishness in British Film, Illinois 2016.
Methode:
Helmut Korte, Einführung in die systematische Filmanalyse, Berlin 2010.

Prüfungsstoff

Literatur

Nathan Abrams, The New Jew in Film: exploring Jewishness and Judaism in Contemporary Cinema, London 2012.
Ders., ‘Hidden: Jewish Film in the United Kingdom, past and present’, Journal of European Popular Culture 1:1 (2010): 53–68
Ders. (ed.), Hidden in Plain Sight, Jews and Jewishness in British Film, Illinois 2016.
K. Gough-Yates, K. (1992), ‘Jews and exiles in UK cinema’, Leo Baeck Institute Yearbook, XXXVII: 1 (1992), S. 517–41.
Claudia Sternberg, British Jewish Cinema and the Diasporic Imagination: Crosscultural Encounters in the Films of Paul Morrison‘, in: Journal for the Study of British Cultures, 16, 1/2009, S.57-73.
Journal of European Popular Culture 3:2 (2012): Jews in British Cinema

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA: U1-451/452
MA: U2-451/452, U2-341/342

Letzte Änderung: Do 05.09.2019 12:49