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070013 GR Guided Reading - Film in Österreich. Eine Geschichte des Kinos und des Fernsehens (2019S)

(vom Ende der Donaumonarchie bis zur Gegenwart)

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 15.03. 12:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Freitag 05.04. 12:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Freitag 03.05. 12:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Freitag 17.05. 12:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Freitag 07.06. 12:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Freitag 28.06. 12:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Geschichte wurde seit jeher vor allem auch visuell vermittelt. Der so genannte 'pictorial turn' verweist in dieser Hinsicht sogar auf eine Verstärkung bisheriger Trends und Tendenzen.
In der Lehrveranstaltung wird der Versuch unternommen, filmische Quellen zu bestimmten historischen Ereignissen und Entwicklungen der Geschichte Österreichs zu suchen.
Propagandistische beziehungsweise gewünschte Inhalte sollen in diesem Zusammenhang mit Gegendarstellungen und alternativen Interpretationen verglichen werden. Eine Art 'visueller Kanon' der Österreichischen Geschichte, der auch die 'Ikonen' des Zeitgeschehens umfasst, ist solcherart zu kontextualisieren und auf 'Gegenentwürfe' oder unbeabsichtigte Dokumentationen 'anderer Lesarten' der Vergangenheit, 'Nebenaussagen' oder Hintergrundinformationen etwa, hin zu untersuchen.
Die Filmauswahl reicht dabei von den ersten 'Laufbildern' des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts bis zu den Arbeiten der letzten Dekaden, nicht zuletzt unter Einbeziehung von TV-Produktionen. Zur Analyse werden sowohl fiktionale als auch nonfiktionale Streifen herangezogen, also vor allem Spielfilme, Dokumentationen und Wochenschauen.
Darüber hinaus wird anhand bestimmter internationaler Beispiele versucht, filmische 'Außensichten' auf die späte Donaumonarchie, die 'Ostmark' und Alpenrepublik zu rekonstruieren.
Die Verortung von Filmquellen kann allerdings nur dann gelingen, wenn neben den allgemeinen gesellschaftlichen Geschehnissen in und 'um' Österreich sowie den Entwicklungen der (inter)nationalen Filmbranche entsprechende Informationen zur Filmgrammatik beziehungsweise -sprache und -geschichte beziehungsweise -analyse vermittelt werden. Die Einführung zur Lehrveranstaltung wird sich diesen Aspekten besonders widmen. Weiters ergibt sich die Notwendigkeit, Filmquellen in einer allgemeinen Mediengeschichte zu positionieren und die bevorzugten 'Bildprogramme' speziell mit anderen Bildquellen - Fotos, Ansichtskarten, Plakate, etc. - ebenso zu vergleichen wie etwa mit den Darbietungen in den Theatern.

Die einzelnen Einheiten im Überblick:
1. Einführung: Vorbedingungen und Grundgedanken, Konzept der Lehrveranstaltung und Gliederung der Themenbereiche
2. Zur wissenschaftlichen Untersuchung von Medien-, Film- und Fernsehgeschichte: Forschungsstand, Schlüsselbegriffe, Themen und Diskussionen
3. Quellen zur österreichischen Filmgeschichte von 1918 und 1945
4. Quellen zur österreichischen Film- und TV-Geschichte von 1945 bis heute
5. 'Außensichten'. Österreich in internationale Filmproduktionen von 1918 bis heute
6.-12. Vertiefung und Wiederholung beziehungsweise Vorträge der LV-Teilnehmer und Diskussion in mehreren Einheiten.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Materialgrundlage der Lehrveranstaltung bilden neben Fachpublikationen vor allem Filmbeispiele sowie themenrelevante gedruckte und unveröffentlichte Schriftquellen, die im Rahmen eines kürzlich abgeschlossenen Projektes des österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) gesammelt und publiziert wurden beziehungsweise werden. Die Lehrveranstaltung ermöglicht daher auch die Arbeit mit bislang völlig oder weitgehend unbekanntem Film- und Schriftgut.
Von zentraler Bedeutung ist die Analyse von visuellen Quellen, Überblicks- und Schlüsseltexten zur Filmgeschichte der Ersten und Zweiten Republik beziehungsweise Österreichs während der Herrschaft des Nationalsozialismus.
Neben der Mitarbeit und Beteiligung an Diskussionen beziehungsweise einzelnen Hausübungen wird insbesondere die Behandlung eines ausgewählten Themas der österreichischen Filmgeschichte in Form eines mündlichen Referates und einer kurzen schriftlichen Arbeit (5-10 Seiten) erwartet.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Grundkenntnisse der Geschichte des 20. Jahrhunderts als Mindestanforderung. Beurteilt wird die Bereitschaft zur Mitarbeit und Diskussion im Rahmen der Lehrveranstaltung sowie die Behandlung eines ausgewählten Themas der österreichischen Film- und TV-Geschichte in Form eines mündlichen Referates und einer schriftlichen Arbeit

Prüfungsstoff

Inhaltlich ist neben der Mitarbeit und Diskussion im Rahmen der Lehrveranstaltung vor allem die Auswahl eines Themas aus dem Bereich der österreichischen Film- und TV-Geschichte wichtig. Hierfür werden vom LV-Leiter einführende Vorträge zur Orientierung und mögliche Untersuchungsschwerpunkte präsentiert.

Literatur

Achenbach, Michael/Moser, Karin (Hg.): Österreich in Bild und Ton. Die Filmwochenschau des austrofaschistischen Ständestaates. Wien 2002.
Ballhausen, Thomas/Caneppele, Paolo (Hg.): Die Filmzensur in der österreichischen Presse bis 1938. Eine Auswahl historischer Quellentexte. Wien 2005.
Bono, Francesco/Canappele, Paolo/Krenn, Günter (Hg.): Elektrische Schatten. Beiträge zur Österreichischen Stummfilmgeschichte. Wien 1999.
Büttner, Elisabeth/Dewald, Christian: Das tägliche Brennen. Eine Geschichte des österreichischen Films von den Anfängen bis 1945. Salzburg/Wien 2002.
Büttner, Elisabeth/Dewald, Christian: Anschluß an Morgen. Eine Geschichte des österreichischen Films von 1945 bis zur Gegenwart. Salzburg/Wien 1997.
Dassanowsky, Robert (von) (Hg.): Austrian cinema: a history. Jefferson, NC 2005.
Ders. (Hg.): New Austrian film. New York 2011.
Dewald, Christian (Hg.): Arbeiterkino. Linke Filmkultur der Ersten Republik. Wien 2007.
Dewald, Christian/Schwarz, Werner Michael (Hg.): Prater Kino Welt. Der Wiener Prater und die Geschichte des Kinos. Wien 2005.
Fickers, Andreas (Hg.): Transnational Television History: A Comparative Approach. London 2012
Kuchenbuch, Thomas: Filmanalyse. Theorien, Methoden, Kritik. Wien u.a. 2005.
Leidinger, Hannes (Hg.): Habsburg´s Last War: The Filmic Memory (1918 to the present). New Orleans 2018
Loacker, Armin: Anschluß im ¾ Takt. Filmproduktion und Filmpolitik in Österreich 1930-1938. Trier 1999.
Miloslavic, Hrvoje (Hg.): Die Ostmark-Wochenschau. Ein Propagandamedium des Nationalsozialismus. Wien 2008.
Monaco, James: Film verstehen. Reinbeck bei Hamburg 2000
Moritz, Verena/Moser, Karin/Leidinger, Hannes: Kampfzone Kino. Film in Österreich 1918-1938.Wien 2008.
Moser, Karin (Hg.): Besetzte Bilder. Film, Kultur und Propaganda in Österreich 1945-1955. Wien 2005.
Novak, Andreas/Rathkolb, Oliver (Hg.): Die Macht der Bilder. Berndorf 2017
Schwarz, Werner Michael: Kino und Kinos in Wien. Eine Entwicklungsgeschichte bis 1934. Wien 1992.
Stern, Frank/Köhne, Julia B./Moser, Karin/Ballhausen, Thomas/Eichinger, Barbara (Hg.): Filmische Gedächtnisse. Geschichte - Archiv - Riss. Wien 2007
Winkler, Christian F.: Wien-Film. Träume aus Zelluloid, die Wiege des österreichischen Films. Erfurt 2007.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA Geschichte: Vertiefung, AER: Zeitgeschichte, Historisch-Kulturwissenschaftliche Europaforschung, Österreichische Geschichte 2.
BEd Geschichte: Guided Readings.
Diplom LA Geschichte: 04. Vertiefung - Guided Readings.
MA Zeitgeschichte und Medien: M4b Wahlbereich - Spezialthemen zu Zeitgeschichte und Medien.
MA HPS: M 1.2, M 1.3

Letzte Änderung: Fr 23.08.2019 15:07