Universität Wien FIND

Kehren Sie für das Sommersemester 2022 nach Wien zurück. Wir planen Lehre überwiegend vor Ort, um den persönlichen Austausch zu fördern. Digitale und gemischte Lehrveranstaltungen haben wir für Sie in u:find gekennzeichnet.

Es kann COVID-19-bedingt kurzfristig zu Änderungen kommen (z.B. einzelne Termine digital). Informieren Sie sich laufend in u:find und checken Sie regelmäßig Ihre E-Mails.

Lesen Sie bitte die Informationen auf https://studieren.univie.ac.at/info.

070017 KU Text- und Diskursanalyse (2011W)

Genie/Geschichte(n): Theorien und Visualisierungen wahnsinnig-genialer Figuren ab 1900

3.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Termine:
Freitags, jeweils zwischen 11-15:00 und 16:00-18:00
- 14.10.2011
- 11.11.2011
- 25.11.2011
- 13.01.2012
Ort: Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Die Lehrveranstaltung ist geöffnet für Studierende der Zeitgeschichte, Geschichtswissenschaft, Gender Studies und der Cultural Studies

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

Zur Zeit sind keine Termine bekannt.

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Genie/Geschichte(n): Theorien und Visualisierungen wahnsinnig-genialer Figuren ab 1900

Das Erzählen von Geschichte, menschlichem Fortschritt und irdischer Schöpfungskraft rankte und rankt sich in zahlreichen Fällen um zentral gesetzte Singulärgestalten, sogenannte "Genies". Auch die beiden Bereiche wissenschaftliches Wissen und Geschichtsschreibung modernen Wissens bedienten sich meist männlicher "Genies" als Repräsentations- und Legitimationsfiguren. Die dabei 'erfundenen' Zuschreibungen an die "Genies" in wissenschaftlichen Texten um 1900 wurden im Verlauf des 20. Jahrhunderts in filmische Ästhetiken und Narrationen des Genialen übersetzt.

Dies erzeugt folgende Fragen: Wie wird die artifizielle, immer nur posthum erforschbare Gestalt des Genies in wissenstheoretischen und kulturgeschichtlichen Texten zwischen 1880 und 1920 entworfen? Mithilfe welcher symbolischer Codierungen und kulturpraktischer Operationen wurde aus einem "großen Mann der Geschichte" ein Genie gemacht? Inwiefern stehen hier wissenschaftliche Inhalte denen der Idolatrie, Biographik und des Personenkults gegenüber? Welche Rolle spielten bei der 'Aufmontierung des Genies' Exklusionen des "Jüdischen" und "Weiblichen" als angeblich prinzipiell nicht-geniale Kategorien? Inwiefern sind in der wissenschaftlichen Diskussion bzw. filmischen Repräsentation von Geniekonzeptionen sozio-kulturelle Ängste, Hoffnungen und Zukunftsphantasien gespeichert?

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mündliche Mitarbeit, Referat, schriftliche Kursarbeit

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Entlang ausgewählter wissenschaftlicher Texte und Theorien zur Geniekultur zwischen 1890 und circa 1920 wird das komplexe Gewebe aus Historiographie, Wissens- und Wissenschaftsgeschichte(n) und Geniefigurationen diskursanalytisch untersucht. Die im ersten Teil des Kurses aus den wissenschaftlichen Texten extrahierten Zuschreibungen an das "Geniale", wie beispielsweise Europäizität/Westlichkeit und Weißsein, Männlichkeit und Originalität, Phantasiebegabtheit und Schöpfungskraft, aber auch Einsamkeit/Melancholie, Weltfremdheit, materielle Askese sowie Hang zur Psychopathie und zum Pathologischen, werden im film- und symbolanalytisch orientierten zweiten Kursteil mit konkreten Visualisierungen von Genies in Spielfilmen konfrontiert (von den frühen Mad Scientist-Filmen bis zu Perfume: The Story of a Murderer von 2006).

Prüfungsstoff

Literatur

Schmidt, Jochen (1985; Neuauflage: 2004): Die Geschichte des Genie-Gedankens in der deutschen Literatur, Philosophie und Politik 1750-1945. Bd. 2: Von der Romantik bis zum Ende des Dritten Reiches. Darmstadt.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA Geschichte NEU: Modul Quellen und Methoden 3 (3 ECTS); BA Geschichte: Modul Quellen und Methoden 2 (3 ECTS); LA Geschichte: Text und Diskursanalyse ( 4 ECTS); Diplomstudium: M1

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:30