Universität Wien FIND

Kehren Sie für das Sommersemester 2022 nach Wien zurück. Wir planen Lehre überwiegend vor Ort, um den persönlichen Austausch zu fördern. Digitale und gemischte Lehrveranstaltungen haben wir für Sie in u:find gekennzeichnet.

Es kann COVID-19-bedingt kurzfristig zu Änderungen kommen (z.B. einzelne Termine digital). Informieren Sie sich laufend in u:find und checken Sie regelmäßig Ihre E-Mails.

Lesen Sie bitte die Informationen auf https://studieren.univie.ac.at/info.

070050 GR Guided Reading [GR] (2014S)

Geschichte Italiens im 20. Jahrhundert

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Achtung: Beginn der Lehrveranstaltung ist 14:00 pünktlich!

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Donnerstag 06.03. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Donnerstag 13.03. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Donnerstag 20.03. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Donnerstag 27.03. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Donnerstag 03.04. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Donnerstag 10.04. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Donnerstag 08.05. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Donnerstag 15.05. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Donnerstag 22.05. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Donnerstag 05.06. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Donnerstag 12.06. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Donnerstag 26.06. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die politischen Entscheidungsprozesse in dem sich einigenden Europa würden wahrscheinlich reibungsloser verlaufen, wenn man neben eine bessere Einsicht in den gegenwärtigen Zuständen aller Mitgliedsstaaten auch eine tiefere Kenntnis ihrer Vergangenheit besitzen würde. Bei der Entwicklung einer gemeinsamen europäischen Kulturpolitik spielen nicht nur die multilateralen Beziehungen und die übernationalen Institutionen mit ihrer Geschichte eine äußerst wichtige Rolle, sondern auch die Kenntnis der nationalen Geschichte der einzelnen Mitgliedsstaaten erleichtert den Aufbau weniger oberflächlicher zwischenstaatlicher Beziehungen und vertieft das Gefühl der Zugehörigkeit einer gemeinsamen kontinentalen Kultur.

Die Geschichte der einzelnen europäischen Länder kommt leider selten über die eigenen nationalen Grenzen hinweg. Das ist auch der Fall der Geschichte Italiens als Nationalstaat, welche zum größten Teil in den Zeitraum der Zeitgeschichte fällt, weil der Abschluss der italienischen nationalen Einigung an der Schwelle des 20. Jahrhunderts stattgefunden hat. Auf der anderen Seite ist das zeitgeschichtliche Interesse Österreichs für Italien, für die Entwicklung seiner politischen Systeme, seiner Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur leider schwach, höchstwahrscheinlich bedingt auch von fehlenden Sprachkenntnissen. Das ist besonders schade, nicht nur in Anbetracht der langen gemeinsamen kulturellen und historischen Tradition, die beide Länder verbindet, sondern auch des engeren Zusammenhangs beider nationalen Geschichten im letzten Jahrhundert. Man denke nur an die Interventionen des faschistischen Italien auf die österreichische Politik oder an den Aufbau einer wirtschaftlichen Einflussschneise im Österreich der Ersten Republik.

Um die Komplexität und die Ambivalenz des heutigen Italiens besser zu verstehen, sollte man die fundamentalen Fragen ihrer Geschichte vor Augen haben: In erster Linie kommen die tiefen regionalen Unterschiede, die im Vergleich zu denjenigen, die auch in Österreich und in Deutschland vorhanden sind, auf der historischen Ebene ganz anders zu erklären sind. Damit steht in engerem Zusammenhang die sogenannte Frage des Mezzogiorno. Es handelt sich dabei nicht nur um den ewigen Dualismus von Nord und Süd, wie ihn mehr oder weniger jede Nation kennt. Es war mehr ein radikaler Gegensatz zweier vollkommen verschiedener Welten, die einander materiell und moralisch fremd waren. Das Königreich des Südens hatte jahrhundertenlang ein eigenes Dasein geführt. Es war eine Welt für sich, mit einer eigenen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Struktur, die die kommunale/urbane Kultur (eine der höchsten Eigentümlichkeiten der nord- und mittelitalienischen historischen Identität) nie erlebt hatte und noch im Feudalismus befangen war. Genauso wichtig um die aktuellen Schwierigkeiten Italiens zu verstehen, ist das historische Problem der Distanz zwischen dem Staat bzw. den politischen und administrativen Institutionen und der "classe dirigente" auf einer Seite und den Bürgern auf der anderen, zwischen "palazzo" und "gente". Italien hat die moderne politisch-staatliche Kultur Europas, welche den Weg der modernen Masseintegration in den Staat zwischen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gebahnt hat, nie erlebt. Die meisten Gebiete Italiens wurden bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von fremden Mächten beherrscht. Diese Tatsachen tragen dazu bei, die problematischen Beziehungen der Italiener zum Staat, der als fremd oder sogar als feindlich empfunden wurde (und wird), besser zu verstehen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

In der Lehrveranstalung sollen die grundlegenden Fragen nach Kontinuitäten und Brüchen in den politischen Systemwechseln Italiens seit dem liberalen Italien um 1900 und der Krise der Jahrhundertwende bis zu den Regierungen der Mitte-Rechts- und Mitte-Links-Koalition in den 1990er Jahren behandelt werden. Drei sind die politischen Systeme Italiens im 20. Jahrhundert: das liberale Italien (bis 1922), das faschistische Italien (1922-1945), Italien als demokratische Republik.
Innerhalb dieser drei großen Zeitabschnitte sollen engere spezifischere thematische Schwerpunkte festgelegt werden.

Prüfungsstoff

Literatur

Wolfgang Altgeld/Rudolf Lill, Kleine italienische Geschichte, Bonn 2005, S. 343-488.
Ennio Di Nolfo, Von Mussolini zu De Gasperi. Italien zwischen Angst und Hoffnung 1943-1953, Paderborn/München/Wien/Zürich 1993.
Vittorio Luigi Ferraris/Günter Trautmann/Hartmut Ullrich (Hrsg.), Italien auf dem Weg zur "zweiten Republik"?, Frankfurt/ M. 1995.
Friederike Hausmann, Kleine Geschichte Italiens seit 1943, Berlin 1994.
Christian Jansen, Italiens seit 1945, Göttingen 1945.
Rudolf Lill, Geschichte Italiens in der Neuzeit, Darmstadt 1988.
Hans Woller, Geschichte Italiens im 20. Jahrhundert, München 2010.
Weitere Bibliographie bzw. Kopien von Artikeln und Beiträgen aus Zeitschriften und Sammelbänden werden während der Lehrveranstaltung verteilt.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA 12: PM Vertiefung; Guided Reading - Zeitgeschichte (4 ECTS) | BA 11: WM Zeitgeschichte; prüfungsimmanent (4 ECTS) / WM Politikgeschichte; prüfungsimmanent (4 ECTS) / WM Wirtschafts- und Sozialgeschichte; prüfungsimmanent (4 ECTS) / QuM 3; Text- und Diskursanalyse (3 ECTS) | BA 08: PM Zeitgeschichte; prüfungsimmanent (4 ECTS) / WM Politikgeschichte; prüfungsimmanent (4 ECTS) / PMA Wirtschafts- und Sozialgeschichte; prüfungsimmanent (4 ECTS) / PM QuM 2; Text- und Diskursanalyse (3 ECTS) | LA: Guided Reading 1 oder 2 - Politikgeschichte od. Wirtschafts- und Sozialgeschichte (4 ECTS)

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:30