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Jetzt impfen lassen für ein sicheres Miteinander im Herbst!

Um allen Angehörigen der Universität Wien einen guten und sicheren Semesterbeginn zu ermöglichen, gibt es von Samstag, 18. September, bis Montag, 20. September die Möglichkeit einer COVID-19-Impfung ohne Terminvereinbarung am Campus der Universität Wien. Details unter https://www.univie.ac.at/ueber-uns/weitere-informationen/coronavirus/.

Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

070093 UE Methoden-Workshop - Maly Trostenec (2021S)

Wege der Erinnerung zu einem NS-Vernichtungsort im Osten in zeithistorischer Perspektive

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

2.3. (Vorbesprechung) 9-11,
Block-Sitzungen am 9.3., 13.4., 5.5., 1.6.2021 jeweils 9-13 Uhr

Dienstag 02.03. 09:00 - 11:00 Digital
Dienstag 09.03. 09:00 - 13:00 Digital
Dienstag 13.04. 09:00 - 13:00 Digital
Dienstag 04.05. 09:00 - 13:00 Digital
Dienstag 01.06. 09:00 - 13:00 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Maly Trostinec, ein Ort nahe Minsk, war eine der größten Vernichtungsstätten des nationalsozialistischen Deutschen Reichs. 1942 wurden hier 60.000 Menschen sofort nach ihrer Ankunft mit Gaswagen oder per Schusswaffe ermordet. Unter den Opfern befanden sich ca. 9700 jüdische ÖsterreicherInnen. Das DÖW hat dem Thema sein Jahrbuch 2019 gewidmet (link: https://www.doew.at/erforschen/publikationen/gesamtverzeichnis/jahrbuch/jahrbuch-2019-deportation-und-vernichtung-maly-trostinec )
Am 28. November 1941 ging der erste Deportationszug vom Wiener Aspangbahnhof ins Ghetto Minsk und schließlich zum Vernichtungsort Maly Trostinec ab. Es folgten mindestens zehn weitere Deportationszüge. Es gab jedoch für jüdische WienerInnen auch andere Wege nach Maly Trostenec, einige wurden über Zwischenaufenthalte (vor allem Theresienstadt) nach dorthin verschleppt und dann ermordet. Bekannt sind bisher 17 Überlebende aus Wien.
In Maly Trostenec wurden auch sowjetische Kriegsgefangene, PartisanInnen, politische Häftlinge und weißrussische Zivilisten ermordet. Die vorliegende Projektidee befasst sich schwerpunktmäßig jedoch mit den Wiener Jüdinnen und Juden und fragt nach den Wegen, die diese in den Vernichtungsort Maly Trostenec zurücklegen mussten. Diese Wege zu visualisieren und damit das Gedenken zu ermöglichen, ist Ziel des Seminars.

Das Seminar ist Teil einer internationalen Kooperation zur Erinnerungskultur des Gedenkortes Maly Trostenec. Studierende aus Minsk, Osnabrück und Wien erarbeiten mit Unterstützung von Fachleuten einen virtuellen Rundgang durch die Gedenkanlage Trostenec, der eine reflexive und multiperspektivische Auseinandersetzung mit dem Ort im transnationalen Kontext ermöglicht. Durch eine (bereits entwickelte) App können sich junge Menschen die Geschichte des Gedenk- und Vernichtungsorts selbständig erschließen. Es ist Ziel des Seminars, Textblöcke für die App sowie Texte für sogenannte Storyboards (zB filmische Kurzbiographien) zu erstellen, die den Weg in die Vernichtung aus Wien visualisieren sollen.

In der Lehrveranstaltung, die in Kooperation mit der zeitgeschichtlichen Archäologie, Prof. Claudia Theune und einer dortigen Lehrveranstaltung abgehalten werden wird, sollen anhand des gewählten Themas die grundlegenden Prinzipien der wissenschaftlichen Arbeitsweisen und Methoden der Geschichtswissenschaft im Bereich der Zeitgeschichte erlernt werden, und diese im Medium "App" bzw. "Storyboard" umgesetzt werden, wobei Literatur- und Quellenrecherche schlüssig präsentiert und belegt werden müssen. Regelmäßige Teilnahme und Mitarbeit sind Teil der Leistung.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Regelmäßige Teilnahme, aktive Gestaltung der Diskussionen, Projektarbeit an App oder storyboard/ Präsentation, Verschriftlichung

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Anforderungen:
Teilnahme und mündliche Mitarbeit, Vorbereitung der Seminarlektüre, Gruppenarbeit mit Präsentation, Verschriftlichung, Erstellung der App oder storyboard Texte

Beurteilungsmaßstab:
Geübt werden das Übersetzen historischer Texte zur NS-Herrschaft in Wien in multimediale Präsentationsformen (App, Storyboard); thematisch geht es um die Holocaust und NS-Herrschaft in ihren Auswirkungen auf die jüdischen BürgerInnen Wiens, ihre Entrechtung, Beraubung und Deportation, sowie ihr Weg in die Vernichtungsorte (bes. Maly Trostenec) .

Prüfungsstoff

Siehe oben.

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

AER: Zeitgeschichte, Historisch-Kulturwissenschaftliche Europaforschung.
MA Geschichte (Version 2014): PM2 Einführung in den Forschungsprozess. Design und Methoden, AR Methodenworkshop (3 ECTS).
MA Geschichte (Version 2019): PM2 und PM3 Durchführung eines selbstständigen Forschungsprozesses, UE Methodenworkshop (5 ECTS).
Interdisziplinäres MA Zeitgeschichte und Medien (Version 2016): M2a Einführung in den Forschungsprozess. Design und Methoden, AR Methodenworkshop (3 ECTS).
Interdisziplinäres MA Zeitgeschichte und Medien (Version 2019): M2a Einführung in den Forschungsprozess und Methoden I, UE Methodenworkshop (5 ECTS) / M3b Praktische Forschung und Darstellung II, UE Methodenworkshop (5 ECTS), aber nur zu einer anderen Methode als im M2a.

Letzte Änderung: Mi 21.04.2021 11:26