Universität Wien FIND

Kehren Sie für das Sommersemester 2022 nach Wien zurück. Wir planen Lehre überwiegend vor Ort, um den persönlichen Austausch zu fördern. Digitale und gemischte Lehrveranstaltungen haben wir für Sie in u:find gekennzeichnet.

Es kann COVID-19-bedingt kurzfristig zu Änderungen kommen (z.B. einzelne Termine digital). Informieren Sie sich laufend in u:find und checken Sie regelmäßig Ihre E-Mails.

Lesen Sie bitte die Informationen auf https://studieren.univie.ac.at/info.

070104 VO Vorlesung (PM4) (2016S)

Wissenschaftstheorie, Theorien in der Geschichtswissenschaft

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte

Die Vorlesung wird in den Studienrichtungen Geschichte und Philosophie für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsphilosophie sowie für den MA HPS kodiert.

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 08.03. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Dienstag 15.03. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Dienstag 05.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Dienstag 12.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Dienstag 19.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Dienstag 26.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Dienstag 03.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Dienstag 10.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Dienstag 24.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Dienstag 31.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Dienstag 07.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Dienstag 14.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Dienstag 21.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Inhalte: In der Vorlesung wird die Entstehung und Profilbildung einer eigenständigen Geisteswissenschaft als Antwort auf das naturwissenschaftliche Paradigma seit dem 19. Jahrhundert behandelt sowie ihr Verhältnis zu den empirischen und formalen Wissenschaften charakterisiert. Im Zentrum stehen hier die damit zusammenhängende historisch-kritische Methode, die Hermeneutik und die Interpretation als typische Methoden der so genannten idiographischen Wissenschaften im Kontext des Historismus. Im besonderen werden die fachlichen Charakteristika der Philosophie und Geschichtswissenschaft als klassische geisteswissenschaftliche Disziplinen beschrieben und deren Legitimationsstrategien rekonstruiert, die sich von den Natur- und Sozialwissenschaften abzusetzen versuchten (`Erklären` vs. `Verstehen`): der Dualismus einer `Logik der Forschung` (Karl Popper) und `Logik der Kulturwissenschaften` (Ernst Cassirer) dient hier als exemplarische Fallstudie. Ein weiteres Beispiel ist die Geschichte und Theorie des `Methodenstreits` in mehreren Varianten seit Ende des 19. Jahrhunderts bis hin zu den so genannten `Science Wars` Ende des 20. Jahrhunderts.
Damals wurde aufgrund der historischen und fachlichen Entwicklung eine `Krise der Geisteswissenschaft` diskutiert, die u.a. in einen `cultural turn` einmündete und zu einer Neubestimmung um Rahmen moderner Kulturwissenschaften führte. Im Zuge dieser Entwicklung erfolgte eine Pluralisierung der Inhalte und Methoden zusammen mit einer fächerübergreifenden Öffnung, die sich in die verschiedenen `turns` manifestierte. Allerdings blieb die Frage des Verstehens und der Interpretation auch in der Postmoderne auf der Tagesordnung, sodass der erkenntnis- und wissenschaftstheoretische Wandel auf anderer Ebene (u.a. im Rahmen der Zeichentheorie oder Semiotik) weiter zur Debatte steht.
Insgesamt wird die Transformation der Geistes- in die gegenwärtigen Kulturwissenschaften, sowie deren Verhältnis zu den übrigen Wissenschaften behandelt. Das Potenzial und die Grenzen der Kulturwissenschaften mit Fokus auf die Geschichtswissenschaft (im Spannungsfeld von Fakten und Fiktionen) werden aus historischer und philosophischer Perspektive kritisch analysiert und vergleichend gewürdigt. In diesem Zusammenhang ist auch der Dualismus von analytischer und kontinentaler Philosophie historisch und systematisch zu behandeln.
Im Besonderen wird das Forschungsfeld Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte (HPS) inkl. historische Epistemologie charakterisiert, das als eine fächerübergreifende Antwort auf den Diskurs von zwei bis drei Wissenschaftskulturen (C.P. Snow, W. Lepenies) verstanden werden kann.
Ziele und Methoden: Grundlegendes Verständnis von Fragen und Problemen der Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte, sowie Theorien der Geschichtswissenschaft. Grundsätzliche Behandlung des Verhältnisses von Geistes-, Kultur-, Sozial-, und Naturwissenschaften aus methodischer und erkenntnistheoretischer Sicht. Möglichkeiten und Grenzen einer interdisziplinären und einheitswissenschaftlichen Betrachtung der Disziplinen und Wissenschaftsfelder: Wissenschaftstheorie, Wissenschaftsgeschichte, speziell der Philosophie und Geschichtswissenschaft. Vortrag und Diskussion von ausgewählten Primärtexten, unterstützt durch ein Tutorium.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Abschließende schriftliche Klausur

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Positive Bewertung der schriftlichen Klausur

Prüfungsstoff

Inhalte des Vortrags und ausgewählte Primärtexte (via Moodle)

Literatur

Eine Literaturliste (Primär- und Sekundärliteratur) wird zu Beginn der VO in Moodle hochgeladen

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Alle MA Geschichte (auslaufend): Aufbaumodul Geschichtswissenschaftliches Denken und Arbeiten; Wissenschaftstheorie, Theorien in der Geschichtswissenschaft (4 ECTS) | MA Geschichte 2014: VO im PM 4 (4 ECTS) | MA HPS: M1.1, M 1.3 | VO WissTh für Philosophie BA M 5.5

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:30