Universität Wien FIND

Kehren Sie für das Sommersemester 2022 nach Wien zurück. Wir planen Lehre überwiegend vor Ort, um den persönlichen Austausch zu fördern. Digitale und gemischte Lehrveranstaltungen haben wir für Sie in u:find gekennzeichnet.

Es kann COVID-19-bedingt kurzfristig zu Änderungen kommen (z.B. einzelne Termine digital). Informieren Sie sich laufend in u:find und checken Sie regelmäßig Ihre E-Mails.

Lesen Sie bitte die Informationen auf https://studieren.univie.ac.at/info.

070145 SE Forschungsseminar (2018S)

"Österreich Normal. Vom "Ständestaat" zu den Allierten 1935 - 1948. Zur Analyse von Privatfotos des Alltags"

10.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

Wenn nicht anders angegeben: Österreichisches Museum für Volkskunde, 1080 Wien, Laudongasse 15-19
Termine:
8. März 2018: 14:00 bis 17:00
19. April 2018: 10:00 bis 15:30
3. Mai 2018: 10:00 bis 15:30
7. Juni 2018: 10:00 bis 15:30
14. Juni 2018: 12:00 bis 13:30, Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, Universitätscampus AAKH, Hof 1
21. Juni 2018: 10:00 bis 15:30


Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

In der historischen Rückschau stellen sich der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 und das Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 als Zäsuren dar, die die Grundlage der ganzen Gesellschaft veränderten. Die Untersuchung von Zeugnissen auf einer mikrohistorischen Ebene ergibt jedoch einen anderen Befund: Es scheint, dass sich die normalen Leben einer großen Mehrheit der Menschen von den historischen Ereignissen unberührt fortsetzten. An dieser Stelle setzt eine Ausstellung an, die im Herbst 2018 im Volkskundemuseum Wien eröffnet wird. Auf der Grundlage von einigen tausend privaten Fotografie wird sie untersuchen, welche Formen der (vor allem bürgerlichen) Normalität es im Österreich dieser Jahre gab und welche Rolle Fotografie und Fotografieren als Medien bei der Herstellung und Darstellung dieser Normalitäten spielte.
Das Forschungsseminar wird sich dabei in erster Linie mit diesen Fotografien befassen und exemplarisch untersuchen, welche Potentiale und Probleme visuelles Quellenmaterial dieser Art aufweist. Besondere Bedeutung wird dabei die quantitative Auswertung der Bilder haben. Darüber hinaus wird das Seminar mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen unmittelbar in die Vorbereitung der Ausstellung eingebunden sein: Wie lässt sich solches Material für eine Ausstellung aufbereiten, wenn es meist anonym und ohne gesicherten Kontext und überdies in seiner Bildlichkeit oft repetitiv ist? Und wie lässt sich in einer solchen Ausstellung Vermittlungsarbeit anlegen, die über den Modus einer bloß belehrenden Erklärung hinausgeht.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Leistungskontrolle beruht auf den Kriterien Anwesenheit, Mitarbeit, schriftliche Übungen sowie einer Abschlussarbeit.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur

Bakondy, Vida. Montagen Der Vergangenheit: Flucht, Exil Und Holocaust in Den Fotoalben Der Wiener Hakoah-Schwimmerin Fritzi Löwy. Göttingen: Wallstein Verlag, 2017.
Batchen, Geoffrey. “SNAPSHOTS: Art History and the Ethnographic Turn.” Photographies 1, no. 2 (September 2008): 121–42.
Boll, Bernd. “Vom Album Ins Archiv. Zur Überlieferung Privater Fotografien Aus Dem Zweiten Weltkrieg.” In Anton Holzer (Hg.): Mit Der Kamera Bewaffnet. Krieg Und Fotografie, 167–78. Marburg: Jonas Verlag, 2003.
Breckner, Roswitha. Sozialtheorie des Bildes: Zur interpretativen Analyse von Bildern und Fotografien. Sozialtheorie. Bielefeld: Transcript, 2010.
Pagenstecher, Cord. “Private Fotoalben als historische Quelle.” Zeithistorische Forschungen 6 (n.d.): 449–63.
Sachsse, Rolf. Die Erziehung Zum Wegsehen. Fotografie Im NS-Staat. Dresden: Philo Fine Arts, 2003.
Starke, Sandra. “Fenster und Spiegel. Private Fotografie zwischen Norm und Individualität.” Historische Anthropologie 19, no. 3 (2011): 447–74.
———. “Zwischen Eifer und Distanz. Private Fotografie 1933 bis 1939.” In Irene Ziehe/Ulrich Hägerle: Der Engagierte Blick., 57–71. Münster: LIT Verlag, 2007.
Starl, Timm. Bildbestimmung: Identifizierung und Datierung von Fotografien 1839 Bis 1945. Marburg: Jonas Verlag, 2009.
———. Knipser. Die Bildgeschichte Der Privaten Fotografie in Deutschland Und Österreich von 1880 Bis 1980. München: Koehler & Amelang, 1995.
Stiewe, Willy. Foto und Volk. Halle a.S.: Knapp, 1935.
Umbach, Maiken. “Selfhood, Place, and Ideology in German Photo Albums,1933–1945.” Central European History 48, no. 3 (2015): 335–65. https://doi.org/10.1017/S0008938915000783.
Walker, Andrew L., and Rosalind Kimball Moulton. “Photo Albums: Images of Time and Reflections of Self.” Qualitative Sociology 12, no. 2 (Summer 1989): 155–82.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Österreichische Geschichte, Zeitgeschichte
MA Zeitgeschichte und Medien: Forschungsseminar

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:30