Universität Wien FIND

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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

070184 PS BA-Proseminar - Neues Recht in Übersee? Von der Rechtsethnographie zum Rechtspluralismus (2021W)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
GEMISCHT

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Der Kurs findet 14-tägig in der Kolingasse 14 statt: donnerstags von 13.15-16.30 Uhr. In Abhängigkeit von der Coronasituation werden wir über den Modus dieses Seminares (Hybrid/Präsenz) erst kurz vor dem Beginn des Semesters entscheiden können.

Donnerstag 04.11. 13:15 - 16:30 Seminarraum 19, Kolingasse 14-16, OG02
Donnerstag 25.11. 13:15 - 16:30 Seminarraum 19, Kolingasse 14-16, OG02
Donnerstag 02.12. 13:15 - 16:30 Seminarraum 19, Kolingasse 14-16, OG02
Donnerstag 16.12. 13:15 - 16:30 Hörsaal 29 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Donnerstag 13.01. 13:15 - 16:30 Seminarraum 19, Kolingasse 14-16, OG02
Donnerstag 20.01. 13:15 - 16:30 Seminarraum 19, Kolingasse 14-16, OG02

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Im Laufe des 19. Jahrhunderts entsteht eine neue Spielart der Rechtswissenschaft, fast parallel zu den verstärkten räumlichen Ausgriffen imperialer Staaten. Was damals als „Universalrechtsgeschichte", „vergleichende Rechtswissenschaft" oder „Ethnologische Jurisprudenz" bezeichnet wurde, fiele heute am ehesten unter die Rubrik Rechtsethnologie. Dabei handelte es sich bei den Hauptakteuren überwiegend um ausgebildete Juristen. Das entstehende Forschungsfeld widmete sich dem nicht-verschriftlichten Gewohnheitsrecht vieler außereuropäischer Gesellschaften – man fand neues Recht in Übersee. Neben den länger bekannten islamischen oder hinduistischen Rechten begann man, afrikanische und ozeanische Rechtsvorstellungen aufzuzeichnen. Oftmals konnten diese Sammlungen bequem in den eigenen Kolonien durchgeführt werden. Selbst noch wenig ausgebaute Kolonialverwaltungen und Missionsnetzwerke erwiesen sich als überaus nützliche Instrumente, wenn es darum ging, die „Rechtssitten der Eingeborenen" in Fragebögen von bis zu 100 Fragen seriell zu erfassen und auszuwerten. Zudem galt in den deutschen Kolonien in der Praxis ein gemischtes Recht.

Aber bedeutet dieses entstehende Forschungsfeld zu Rechten der eingeborenen Völker – wie man diese damals nannte – zugleich mehr Rechte für außereuropäische Bevölkerungen? In welchem Verhältnis stand es zum damaligen Völkerrecht, zu Menschenrechtsbewegung und dem Abolitionismus? Neben der wissenschaftshistorischen Einordnung fragt das Seminar nach Gemeinsamkeit und Unterschieden zwischen Rechtsethnologie und den zeitgenössischen Forschungsansätzen zu „Rechtspluralismus“. Gibt es in den früheren Zeitschichten bereits egalitäre Elemente und den Schutz von Minderheitenrechten? Welcher Stellung kam jeweils der Natur zu und wie wurde der Umgang mit Ressourcen in der jeweiligen Rechtsform geregelt?

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Arbeitsformen dieses Seminares werden in der ersten Sitzung genauer erläutert. Derzeit sind vorgesehen:
1_ aktive Teilnahme, Entwicklung einer Frage zu jedem gekennzeichneten Seminartext
2_ Teilnahme an einer Dossiergruppe zu einem Rechtsethnologen
gemeinsame Präsentation am 4.11.2021 (7 Min.)
3 _ Kurzpräsentation eines möglichen Materials für die eigene
Proseminararbeit am 16.12.21 (5 Min.)
4 _ Seminararbeit im Umfang von ca. 12 Seiten / Upload in einen
Moodle-Ordner bis 28.2.22

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Orientierungsfähigkeit im Fachgebiet, Kenntnis der wichtigsten Konzepte und Methoden der Wissenschaftsgeschichte, Fähigkeit zur eigenständigen Recherche in Fachbibliographien und Archivportalen, Vertrautheit mit exemplarischen Fällen, Maßstab ist zudem stets die generelle wissenschaftliche Befähigung: Originalität des Zugriffs, die Eigenständigkeit und Klarheit der Argumentation, kritischer Umgang mit dem Material, nuancierte Einschätzung der Forschungsliteratur, Tiefe der Recherche.

Prüfungsstoff

Die Lektüreliste des Seminars (vgl. Moodle-Kurs) sowie eigene fachliche Recherchen, die die Grundlage der schriftlichen Hausarbeit bilden.

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA Geschichte (2012): Neuzeit (5 ECTS)
BA Geschichte (2019): Neuzeit (5 ECTS)
BEd UF Geschichte: Globalgeschichte.
HPS: M1.2 Wissenchaftsgeschichte

Letzte Änderung: Mo 06.09.2021 10:08