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070207 VO Einführung in das Studium der Geschichte (2007W)

3.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 09.10. 15:00 - 16:30 Hörsaal 7 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 7
Dienstag 16.10. 15:00 - 16:30 Hörsaal 7 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 7
Dienstag 23.10. 15:00 - 16:30 Hörsaal 7 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 7
Dienstag 30.10. 15:00 - 16:30 Hörsaal 7 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 7
Dienstag 06.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal 7 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 7
Dienstag 13.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal 7 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 7
Dienstag 20.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal 7 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 7
Dienstag 27.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal 7 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 7
Dienstag 04.12. 15:00 - 16:30 Hörsaal 7 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 7
Dienstag 11.12. 15:00 - 16:30 Hörsaal 7 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 7
Dienstag 18.12. 15:00 - 16:30 Hörsaal 7 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 7
Dienstag 08.01. 15:00 - 16:30 Hörsaal 7 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 7
Dienstag 15.01. 15:00 - 16:30 Hörsaal 7 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 7
Dienstag 22.01. 15:00 - 16:30 Hörsaal 7 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 7
Dienstag 29.01. 15:00 - 16:30 Hörsaal 7 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 7

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Geschichte bezeichnet das Geschehene, die Erinnerung des Geschehenen - kollektiv und individuell - und die wissenschaftlich-analytische Reflexion über das Gedächtnis. Die Geschichtswissenschaft nimmt die gesellschaftliche Aufgabe der Archivierung, Analyse und Bewertung individueller und gesellschaftlicher Handlungen vor. Der kritische Umgang mit Geschichte ist brisant. Er hinterfragt, deckt auf, entlarvt und enttarnt; er zeigt die politischen und wirtschaftlichen Interessen auf, die das Handeln der Menschen in Institutionen und Organisationen bestimmen, er jagt Mythen und Klischees und eröffnet Perspektiven auch gegen den Mainstream.
Die historische Analyse schaut "hinter die Kulissen" und "unter die Oberfläche" und kann daher auch individuelle und kollektive Inszenierungen entschlüsseln, Strategien offenlegen und diskutierbar machen.
Geschichte analysiert Entwicklungen in allen gesellschaftlichen Bereichen (Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Kultur, Kunst), die - obwohl begrifflich getrennt - untrennbar miteinander zusammenhängen. Im täglichen Geschehen, geht es stets auch um die Durchsetzung von Interessen und Werten, um politische, wirtschaftliche und kulturelle Hegemonie, um Selbstbehauptung und Macht, um Repräsentation und Selbstdarstellung, um reales und symbolisches Kapital. Die geschichtswissenschaftliche Analyse kann daher eine Art "Röntgenaufnahme" des Geschehens bieten, die sichtbar macht, was AkteurInnen häufig selbst nicht wissen und sehen oder verbergen wollen.
Auch der Wissenschaftsbetrieb ist keine von Macht und Interessen unabhängige Beobachtungswarte von Natur und Gesellschaft. Auch in der Wissenschaft geht es um persönlichen Erfolg und Karriere, und in einer Zeit, in der die Schnittstelle zwischen Forschung und Anwendung ständig breiter wird, um Macht, Einfluss und Gestaltungssphären. Die Wege der Wissenschaft und die wissenschaftlichen Diskurse sind Ausdruck einer "kontinuierlichen Verhandlung", an der viele mit Gestaltungskompetenz ausgestatteten Akteure teilnehmen.
Die Hauptzielsetzung von Geschichtsforschung ist es, hinter den Fälschungen, fakes, Verschweigungen, bewussten und unbewussten Lügen, die in den Quellen verborgen sind, hinter dem Unbewussten und nicht Thematisierten die Interessensfelder, die Strukturen und Dramaturgien der Macht, die Rituale und Symbole der Herrschaft. die Choreographie der Inszenierungen frei zu legen.
Geschichtsforschung muss sich auch mit Gedächtnis und Erinnerung als sozialen Phänomenen auseinandersetzen: was wird erinnert, was wird verdrängt, was wird im kollektiven Gedächtnis verankert, was kommt in den Kanon und was nicht?
Der kritische Umgang mit Geschichte ist daher eine Schlüsselqualifikation, nicht nur für HistorikerInnen, die ein Arbeitsfeld brauchen, sondern auch für die Gesellschaften, in denen sie wirken, um Demokratie und zivile Kultur zu bewahren, um nicht zu barbarisieren.
Die Einführung gibt einen Einstieg in den kritischen Umgang mit Geschichte, in die Themen, Methoden und Darstellungsformen, in Hauptprobleme und in die Geschichte des Faches und seiner Ergebnisse.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Themen:
" Geschichte: Dimensionen des Begriffs
" Die Arbeit der Historiker: Tätigkeit, Berufsfelder, Ethik
" Aufgaben und Funktionen von Geschichtswissenschaft und Geschichtsvermittlung
" Quellen, Methoden, Hilfsmittel, Archive, Museen
" Über die Zeitdimensionen: Zeitwahrnehmung, Zeitbewusstsein, Chronologie, Dynamisierung, Konstanz und Veränderung
" Der Mensch zwischen Natur und Kultur, zwischen Evolution und Geschichte
" Über Faktizität, Objektivität, Subjektivität, Interpretation und Konstruktivismus
" Die "kleinen Leute" und die "große Politik"
" Erinnerung und Gedächtnis
" "Gut", "wahr", "schön": über Werte und Normen
" Lebensgeschichte und Gesellschaftsgeschichte: Entwicklungen, Zäsuren und Brüche
" Theorien über historische Entwicklungen: "die großen Erzählungen"
" Die großen Entwicklungslinien und Zäsuren
" "Gesellschafts"-, "Kultur-" und "Kunstgeschichte"
" aktuelle Themen,Zugangsweisen
und Problemfelder der Geschichtswissenschaft

Anforderungen:
" Teilnahme an den Terminen
" Lektüre eines Buches und thesenhafte Zusammenfassung (2 Seiten / 4000 Zeichen)
" Teilnahme an mindestens zwei "Wiener Vorlesungen" - Kurzprotokoll: 1-2 Seiten, Termine werden zu Beginn der Vorlesung bekannt gegeben
" Schriftlicher Test am Ende des Semesters

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

S1; LA-S1 (D100)

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:49