Universität Wien FIND

Jetzt impfen lassen für ein sicheres Miteinander im Herbst!

Um allen Angehörigen der Universität Wien einen guten und sicheren Semesterbeginn zu ermöglichen, gibt es von Samstag, 18. September, bis Montag, 20. September die Möglichkeit einer COVID-19-Impfung ohne Terminvereinbarung am Campus der Universität Wien. Details unter https://www.univie.ac.at/ueber-uns/weitere-informationen/coronavirus/.

Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

070208 UE Methodenkurs Zeitgeschichte und Medien - Oral History. Methoden in Theorie und Praxis. (2020W)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Montag 05.10. 09:45 - 11:15 Hybride Lehre
Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Montag 12.10. 09:45 - 11:15 Hybride Lehre
Montag 19.10. 09:45 - 11:15 Hybride Lehre
Montag 09.11. 09:45 - 11:15 Hybride Lehre
Montag 16.11. 09:45 - 11:15 Hybride Lehre
Montag 23.11. 09:45 - 11:15 Hybride Lehre
Montag 30.11. 09:45 - 11:15 Hybride Lehre
Montag 07.12. 09:45 - 11:15 Hybride Lehre
Montag 14.12. 09:45 - 11:15 Hybride Lehre
Montag 11.01. 09:45 - 11:15 Hybride Lehre
Montag 18.01. 09:45 - 11:15 Hybride Lehre
Montag 25.01. 09:45 - 11:15 Hybride Lehre
Hörsaal III NIG Erdgeschoß

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

ZIELSETZUNG DER LEHRVERANSTALTUNG

Oral History als Quelle zeitgeschichtlicher Forschung galt lange Zeit in Fachkreisen als umstritten, zumal diese ihrer speziellen Natur nach nicht das Ergebnis einer wissenschaftlich-kritischen Methode, sondern das Festhalten subjektiver mündlicher Aussagen von Zeitzeugen als Quelle zur Beforschung eines historischen Inhalts darstellt, die nicht eindeutig überprüfbar ist. Dennoch stellen die Aussagen von Zeitzeugen unterschiedlicher gesellschaftlicher Milieus eine nicht zu vernachlässigende Quelle für die Zeitgeschichtsforschung dar, die trotz der beschriebenen Probleme, was den Wahrheitsgehalt des subjektiv Erinnerten angeht, eine wichtige Quelle aufgrund ihrer subjektiven Authentizität ist. Details wie beispielsweise die Wahl der Personen, das Milieu, aus dem sie stammen, ihre spezifische Art zu sprechen respektive sich zu erinnern, sind weitere Parameter, die es auf diesem Weg zu berücksichtigen gilt. Dazu kommt das audiovisuelle Medium, von dem Bazin tre?sicher urteilte, dass dieses in seinem innersten Kern "das Wesen durch die Erscheinung rettet" 1. Insofern stellt die Audiovision ihrem technischen Wesen nach den wissenschaftlich Kontext her, zumal das Gesprochene und Gesehene über dieses Medium konserviert wird und so diese Aussagen ungeachtet ihres Wahrheitsgehalts für die Wissenschaft aus der Zeit entnimmt und somit - solange dieses Material besteht - als unvergängliche Fixierung für eine wissenschaftliche Beforschung festhält. Korrekt müsste man in diesem Zusammenhang Bazins Aussage über das Visuelle dem Auditiven, das in diesem Zusammenhang eine noch größere Bedeutung erlangt, einen noch höheren wissenschaftlichen Stellenwert beimessen. Zusammenfassend kann man sagen, dass das Instrumentarium der Oral History - also dem gezielten Tiefeninterview und dem Potential der Audiovision - ein wichtiges wissenschaftliches Methodenbündel darstellt, das als solches im Curriculum der Zeitgeschichtsforschung seine Berechtigung hat.
Bei der Einübung in die Methoden der Oral History sollen die unterschiedlichen wissenschaftlichen Problemzonen zur Sprache kommen. Welcher Personenkreis, welche Einzelpersonen soll/en befragt werden? Was kann erwartet werden? Freie Rede der interviewten Person versus gezielte Fragestellung und wenn ja, an welchem Punkt sollen diese wie gestellt werden?
Welche wichtigen OH-Projekte gibt es weltweit, welche in Österreich und wie sind diese organisiert? Was lässt sich aus daraus ableiten?
Weiters sollen Interviewtechniken, wie sie beispielsweise bei Haller 2 auseinandergesetzt werden, im Plenum erörtert werden, um sich im Praxisfeld gezielt einstellen und verhalten zu können.
In Folge soll die Entwicklung eines Drehplans, die technischen Gegebenheiten von Kamera-, Licht- und Tontechnik, die Postproduktion und audiovisuellen Gestaltungsprinzipien in allen nötigen Bereichen behandelt werden.
Die praktische Umsetzung der erworbenen Kenntnisse soll den Studierenden die Möglichkeit bieten, aus dem "Trockendock" herauszukommen und in den Praxisfeldern von Redaktion, Drehbuchschreiben, Filmgestaltung, Kameratechnik, Postproduktion und Präsentation ihre Erfahrungen zu sammeln und zu vertiefen.
Sämtliche Arbeiten sollen im Plenum vorgestellt und diskutiert werden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

DIDAKTISCHE VORGEHENSWEISE, METHODEN, ABLAUFPLAN

Ein Überblick über das Semesterpensum soll den Eingang zum behandelten Thema darstellen. Je nach Größe des Auditoriums sollen die TeilnehmerInnen ein kurzes Statement zu persönlichen Wissenschaftsprospekt, Erwartungshaltung und Vorkenntnissen abgeben.
Darauf hin soll das Thema OH in seinen unterschiedlichen Charakteristika im Rahmen eines Vortrags darstellt werden, um so ein Problembewusstsein zu schaffen. Diese

Ausführungen sollen in einem anschließenden Diskurs (hängt von der TeilnehmerInnenzahl ab) besprochen werden.
Ein weiterer Vortrag soll den Arten von Interviews und den Interviewtechniken gewidmet sein, um das Auditorium auf die Möglichkeiten und Gefahren im Führen des Gesprächs mit der ausgewählten Zielperson zu informieren. Auch hier, wie bereits oben erwähnt, soll ein Diskurs im Auditorium erfolgen.
An dieser Stelle sollen Teams - je nach TeilnehmerInnenzahl - gebildet werden, wobei es, wie bei redaktioneller Arbeit, in arbeitsspezifische Felder aufgeteilt und übergeben werden soll. Hier werde ich genau darauf achten, dass das vorhandene Potential im Plenum - also die Vorkenntnisse - den Gruppen so zugeordnet wird, dass innerhalb der Gruppe ein möglichst großes Spektrum an den nötigen Fähigkeiten enthalten ist. Die Gruppe hat die Möglichkeit, diese Felder in einem Rotationsprinzip zu halten oder auch nicht.
Im Rahmen einer ersten Hausarbeit, die bereits von den gebildeten Teams einzureichen ist, sollen die auf Moodle ausgegebenen Textpassagen exzerpiert, die zu interviewende Zielperson ausfindig gemacht, ein Drehplan und ein grober Ablauf (Disposition) festgelegt werden.
In den weiteren Plena soll nach Maßgabe die theoretischen Kenntnisse im Bereich von Kameratechnik, Postproduktion und Gestaltungsprinzipien beim Erstellen von Videofilmen vermittelt werden, wobei hier die Infrastruktur des IfZ AV Studios zum Einsatz gebracht werden soll.
Die zweite Hausarbeit soll das in der ersten Hausarbeit grob gefasste Konzept verfeinern und zu einem fertigen Drehplan führen, ein für das Tiefeninterview nötiger Fragenkatalog und die genauen Dispositionsdaten hergestellt werden. Weiters sollen die Interviewtechniken im Rahmen der einzelnen Gruppen optional einmal "durchgespielt" werden.
Danach geht es an die praktische Umsetzung der in der Theorie behandelten Themenbereiche, wie sie in der vorbereiteten Dispositionsliste festgehalten wurden: Aufzeichnung des Interviews, Postproduktion, Finalisierung, Präsentation im Plenum mit anschließender Besprechung und Feedback.
Abhängig von den Entwicklungen von COVID-19 sollen die neusten Techniken im Rahmen dieser Lehrveranstaltung erprobt werden, die den Präsenz-Unterricht auf das Notwendigste reduziert, um das Potential auszuloten, das durch aktuelle Computer- und Internettechnik ermöglicht wird.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur

1: André Bazin: Ontologie des photographischen Bildes. S. 43?, Alexander-Verlag, Berlin 2004
2: Michael Haller: Das Interview. Ölschläger, München 1991
3: Jan Vansina: Oral Tradition. A Study in Historical Methodology. Aldine Transaction. New Brunswick, London 2006
4: Julia Oberteils: Basistexte zur Oral History. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2012 5: Christiane Bertram: Zeitzeugen im Geschichtsunterricht: Chance oder Risiko für
historisches Lernen? Eine randomisierte Interventionsstudie. Schwalbach, Wochenschau Verlag 2016
6: Gerhard Henke-Bockschatz: Oral History im Geschichtsunterricht. Schwalbach, Wochenschau-Verlag 2014
7: Diverse Links zu einschlägigen Themenblöcken und Archiven

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Interdisziplinäres MA Zeitgeschichte und Medien (Version 2016): M2a Einführung in den Forschungsprozess. Design und Methoden I, KU Methodenkurs (3 ECTS).
Interdisziplinäres MA Zeitgeschichte und Medien (Version 2019): M2a Einführung in den Forschungsprozess und Methoden I, UE Methodenkurs (5 ECTS).

Letzte Änderung: Mo 05.10.2020 09:48