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Jetzt impfen lassen für ein sicheres Miteinander im Herbst!

Um allen Angehörigen der Universität Wien einen guten und sicheren Semesterbeginn zu ermöglichen, gibt es von Samstag, 18. September, bis Montag, 20. September die Möglichkeit einer COVID-19-Impfung ohne Terminvereinbarung am Campus der Universität Wien. Details unter https://www.univie.ac.at/ueber-uns/weitere-informationen/coronavirus/.

Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

070222 VO Schwerpunkt-Einführung Wissenschaftsgeschichte - Geschichte der Quantifizierung (2021W)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
GEMISCHT

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 12.10. 13:15 - 14:45 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 19.10. 13:15 - 14:45 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 09.11. 13:15 - 14:45 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 16.11. 13:15 - 14:45 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 23.11. 13:15 - 14:45 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 30.11. 13:15 - 14:45 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 07.12. 13:15 - 14:45 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 14.12. 13:15 - 14:45 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 11.01. 13:15 - 14:45 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 18.01. 13:15 - 14:45 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 25.01. 13:15 - 14:45 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Stehen wir an einer Wende vom „Wort“ zur „Zahl“? Beginnen nicht immer mehr wissenschaftliche aber auch gesellschaftliche Prozesse über quantifizierte Einheiten und Kenngrößen zu operieren, die auf immer größeren Datenmengen und immer ausgefeilteren technischen Verfahren beruhen?
Die Wissenschaftsgeschichte hat hierauf keine vorgefertigten Antworten, ist jedoch von jeher durch ein verstärktes Interesse an Vermessungs- und Formalisierungsprozessen motiviert. Überblickt man die Geschichte verschiedener Wissensbereiche, fällt zudem auf, dass sich Datensammlungen und empirisches Wissen nicht auf Einzeldisziplinen beschränken lässt. So galt die „Historia“ in der Frühen Neuzeit noch als Inbegriff Wissens von unverbundenen Einzeltatsachen. Bereits für die berühmte empirische Wende der Frühen Neuzeit lassen sich umfängliche Strategien der Datenerhebung feststellen, die oftmals mit großem Aufwand bis in die Kolonien hinein betrieben werden (Geographie, Astronomie und Navigation, Naturgeschichte…).
Die Geschichte der Daten lässt sich besonders gut an der Geschichte der Soziologie und der an sie angrenzenden Humanwissenschaften verfolgen (Physische Anthropologie, Biologie). In der Geschichte der Quantifizierung hat sich insbesondere die Forschungsstrategie bewährt, auf Datenpraktiken zu achten. Wer zählte wen zu welchem Zweck und nach welchen Kategorien? Von größtem Interesse ist in der Wissenschaftsgeschichte derzeit das Forschungsgebiet der Minderheitenstatistik. Waren es nicht letztlich sozial engagierte Frauen und Afroamerikaner, die die ersten Datensammlungen in Großbritannien und den USA durchführten und als Argumente ins Feld führten (W.E.B. DuBois und das Atlanta Sociological Laboratory, Hull House Movement, Social Surveying Movement). Wie entstand die Soziometrie und welche Unterschiede wies diese Tradition im Verhältnis zu den Untersuchungsmethoden die Alice Salomon ihren Student:innen vermittelte? Weshalb kann man von Anfang an einen besonderen Fokus der Statistik im Bereich menschlicher Devianz ausmachen, beispielsweise in der Kriminalstatistik, der Zählung von psychisch krankten und internierten Bevölkerungsgruppen?
Die Veranstaltung bietet eine Orientierung im Fachgebiet und Schwerpunkt Wissenschaftsgeschichte für Masterkandidat:innen der Geschichte und des Masters HPS. Anhand einer Reihe exemplarischer Studien, werden die Materialien, Forschungstraditionen und aktuellen Entwicklungen des Faches dargestellt.
Kursempfehlungen:
070257 UE Guided Reading Wissenschaftsgeschichte von Nikolaus Thoman (Di 09.11. 10:45-12:15) und
070214 UE Lektürekurs Wissenschaftsgeschichte von Hanna Worliczek (Mi 06.10. 15:00-16:30) dienen ebenfalls der Einführung in den Schwerpunkt Wissenschaftsgeschichte und richten sich gleichzeitig explizit an die Studierenden des Masters HPS.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Take-Home-Klausur (70%) und mündliche Prüfung (30%). Am Ende des Semesters werden Fragen zu Kerntexten unterschiedlicher Sitzungen verteilt. Es ist eine Woche Zeit, eine schriftliche Arbeit (4–5 Seiten) zu verfassen. Diese bezieht sich im Modus wissenschaftlicher Analyse auf einen Themenkomplex, in dem eigenständige Recherche und vertiefte Kenntnisse nachgewiesen werden können.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Orientierungsfähigkeit im Fachgebiet, Kenntnis der wichtigsten Konzepte und Methoden, Fähigkeit zur eigenständigen Recherche in Fachbibliographien und Archivportalen, Vertrautheit mit exemplarischen Fällen; zudem wird die generelle wissenschaftliche Befähigung beurteilt: Originalität des Zugriffs, die Eigenständigkeit und Klarheit der Argumentation, kritischer Umgang mit dem Material, nuancierte Einschätzung der Forschungsliteratur, Tiefe der Recherche.

Prüfungsstoff

Über den Stoff der Vorlesung hinaus wird eine eigenständige vertiefende Lektüre zu einzelnen Themenkomplexen erwartet. Die Folien werden für die eigenständige Nachbearbeitung zur Verfügung gestellt. Ein umfangreicher Moodle-Kurs gibt Lektüreempfehlungen zu einzelnen Schwerpunkten und klassischen Texten.

Literatur

Michael Hagner: Ansichten der Wissenschaftsgeschichte. Zur Einführung. In: Ders., Ansichten der Wissenschaftsgeschichte. Frankfurt am Main 2001, S. 7–42.
Rheinberger, Hans-Jörg: Historische Epistemologie zur Einführung. Hamburg: Junius 2013.
Elena Aronova, Christine von Oertzen und David Sepkoski: Introduction. Historicizing Big Data. In: Osiris 32/2017, S. 1–17.
Als wichtigste Nachschlagewerke auch im Netz der UB:
Sommer, Marianne, Staffan Müller-Wille, and Carsten Reinhardt (Hg.): Handbuch Wissenschaftsgeschichte., Stuttgart: Metzler 2017.
David C. Lindberg, Ronald L. Numbers (Hg.): The Cambridge History of Science. 8 Bde. Cambridge University Press 2002–2020.
Unbedingt empfehlenswert sind zudem aktuelle Ausgaben der einschlägigen Fachzeitschriften: N.T.M., Berichte zur Wissenschaftsgeschichte, Isis, Osiris, Science in Context, Nach Feierabend, Technology and Culture, Technikgeschichte u.a.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

MA Geschichte: SP Wissenschaftsgeschichte (5 ECTS)

Letzte Änderung: Mo 30.08.2021 19:08