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070255 SE Quellenkunde zur Österreichischen Geschichte (2018S)

6.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Montag 05.03. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
Montag 19.03. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
Montag 09.04. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
Montag 16.04. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
Montag 23.04. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
Montag 30.04. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
Montag 07.05. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
Montag 14.05. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
Montag 28.05. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
Montag 04.06. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
Montag 11.06. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
Montag 18.06. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
Freitag 22.06. 15:00 - 19:30 Seminarraum 3 Oskar-Morgenstern-Platz 1 1.Stock
Montag 25.06. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Der Begriff der „Visitation“ bezeichnet im Allgemeinen einen „Kontrollbesuch einer übergeordneten Kirchenbehörde in einer Pfarrgemeinde“ oder in einem Kloster. Mit der konfessionellen Spaltung legten geistliche und weltliche Obrigkeiten besonderes Augenmerk auf die lokale Kirchenorganisation, die Pfarrgemeinden. Auf protestantischer Seite wurde das Informations- und Kontrollinstrument der Visitation sehr rasch mit großer Energie angewandt. Auf katholischer Seite ordnete das Konzil von Trient alle zwei Jahre eine Visitation durch das Oberhaupt der Diözese oder einen direkt beauftragten Vertreter an. Der nachtridentinische Bischof sollte vor allem als guter Hirte auftreten, der am visitierten Ort die nachtridentinische Lehre darzulegen und die Gläubigen zu deren Befolgung anzuhalten hatte und weiters eben auch Missstände aufdecken sollte. Seit dem 16. Jahrhundert wurde – nach einem Diktum von Ernst Walter Zeeden – „quantitativ und qualitativ so fleißig, umsichtig und intensiv visitiert wie noch nie zuvor“. Die Visitationsakten – normative Instruktionen und Fragenkataloge, Protokolle und Berichte der Visitatoren oder nachfolgende Auswertungen und Maßnahmenkataloge – sind wertvolle und anschauliche Quellen über obrigkeitliche Vorstellungen und wahrgenommene Praxis in den Pfarrgemeinden, die Ausstattung und Ressourcen und die von den Beteiligten verfolgten Taktiken während der Visitationen. Sie erlauben Einblicke in sonst schlecht dokumentierte Bereiche an der Basis des religiösen Lebens.
Im Seminar werden grundsätzliche Kenntnisse über das Visitationswesen er- und exemplarisch eine niederösterreichische Visitation aus der Mitte des 16. Jahrhunders bearbeitet. Die Quelle wird (nach Digitalisaten) gemeinsam transkribiert und die Möglichkeiten ihrer Kontextualisierung und Auswertung in den Seminararbeiten ausgelotet.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Neben der Diskussion der vorzubereitenden Literatur, wobei aktive Mitarbeit gefordert ist, transkribieren die TeilnehmerInnen jeweils einen Abschnitt des Visitationsprotokolls, bearbeiten ein gewähltes Thema und präsentieren es im Rahmen der LV. Dazu ist eine Seminararbeit nach wissenschaftlichen Regeln zu verfassen; eine Nachbesprechung ist verpflichtend, eine Überarbeitung danach in der Regel möglich. Die Mitarbeit (Diskussion der Forschungsliteratur und der Präsentationen) fließt in die Beurteilung ein.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Grundsätzlich wird die Bereitschaft eingefordert, sich mit frühneuzeitlichen Texten auseinander zu setzen. Entsprechende Lesekenntnisse sind erwünscht, die Quellenlektüre wird aber auch in der LV geübt. Die LV-Leiter bieten Lesehilfen an. Bereitschaft zur Diskussion und Vorbereitung auf diese werden erwartet. Die Beteiligung an der Transkription ist verpflichtend; die Präsentation des gewählten Themas und das Verfassen der Seminararbeit sind zudem Grundlage der Benotung (Seminararbeit und Transkription 55 %, Referat 30 %, Mitarbeit 15 %). Für eine positive Bewertung muss jede der Teilleistungen positiv bewertet sein.

Prüfungsstoff

Literatur

Peter Thaddäus Lang, Visitationsprotokolle und andere Quellen zur Frömmigkeitsgeschichte. In: Michael Maurer (Hg.), Aufriß der historischen Wissenschaften. Bd. 4: Quellen (Stuttgart 2002) 302–321.
Angelo Turchini, Die Visitation als Mittel zur Regierung des Territoriums. In: Paolo Prodi/Wolfgang Reinhard (Hg.), Das Konzil von Trient und die Moderne (Schriften des Italienisch-Deutschen Historischen Instituts in Trient 16. Berlin 2001) 261–298.
Weiters die kurzen Artikel im Lexikon für Theologie und Kirche und in der Enzyklopädie der Neuzeit.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

MA Geschichtsforschung: APM Geschichtsforschung, Modul 3 (6 ECTS) | MA Geschichte: APMG Österreichische Geschichte; Vertiefung 1, Seminar (6 ECTS)

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:42