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070256 UE Lektüre historiographischer Texte und Historiographiegeschichte (2021W)

Die sowjetischen Frauen im Zweiten Weltkrieg

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 06.10. 15:00 - 16:30 Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2R-EG-07
Mittwoch 13.10. 15:00 - 16:30 Digital
Mittwoch 20.10. 15:00 - 16:30 Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2R-EG-07
Mittwoch 27.10. 15:00 - 16:30 Digital
Mittwoch 03.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2R-EG-07
Mittwoch 10.11. 15:00 - 16:30 Digital
Mittwoch 17.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2R-EG-07
Mittwoch 24.11. 15:00 - 16:30 Digital
Mittwoch 15.12. 15:00 - 16:30 Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2R-EG-07
Mittwoch 12.01. 15:00 - 16:30 Digital
Mittwoch 19.01. 15:00 - 16:30 Digital
Mittwoch 26.01. 15:00 - 16:30 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

„Der Krieg hat kein weibliches Gesicht“ heißt das berühmteste Buch der Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch, das die Erforschung der Geschichte der Frauen im Zweiten Weltkrieg grundlegend verändert hat. Die Wehrpflicht galt in der Sowjetunion nur für Männer, aber in Bedarfsfall konnten auch Frauen zu bestimmten Aufgaben herangezogen werden. Über 800.000 sowjetische Frauen kämpften während des Zweiten Weltkrieges an der Front und Millionen an der „inneren Front“. Jahrzehnte waren sie von der Forschung und Historiographie vernachlässigt. In den letzten Jahren sind mehrere Publikationen erschienen, die das Bild der Frau deutlich gemacht haben.

Nach einer Einführung über die Entstehung der historischen Forschung und das Fach Genderstudien werden ausgewählte historiographische Texte zur Geschichte der Frau im Zweiten Weltkrieg analysiert. Speziell wurden Themen wie: Warum gingen die Frauen freiwillig an die Front? In welchen Bereichen waren sie tätig und mit welchen Integrationsproblemen waren sie konfrontiert? Wie war ihr Leben im "männlichen Kriegsalltag"? Wie war der Alltag der Zivilbevölkerung an der "inneren Front"? Welche Überlebensstrategien hatten die Frauen im Alltag, bei der Arbeit oder bei der Suche nach Überlebensmittel (z.B. zur Zeit der Blockade in Leningrad oder Stalingrad). Es sollen auch Themen wie Frauen als Häftlinge im KZ und im GULAG behandelt werden. Thematisiert wird auch, wie die Frauen in der Nachkriegszeit mit den Kriegserinnerungen lebten und wie stark heute das Kriegsbild der Frau verändert ist und wahrgenommen wird.

Die Teilnehmerlnnen sollen Grundkenntnisse zur Geschichtsschreibung und zur ausgewählten Fragestellungen und Themenfelder erwerben und Fähigkeit historische Strukturen und Prozesse zu analysieren. Sie sollen auch bestimmte Methoden und Arbeitstechniken erlernen, insbesondere den kritischen Umgang mit Quellen und Literatur und selbständig Texte analysieren und reflektieren.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Leistungskontrolle erfolgt auf Basis kontinuierlicher Mitarbeit, aktiver Teilnahme an Diskussionen, kleinen schriftlichen HÜ zur wöchentlichen Lektüre, Präsentation inkl. Handout und Verfassen einer schriftlichen Abschlussarbeit im Umfang von ca. 40.000 (15 S.).

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Anwesenheitspflicht, aktive Mitarbeit und Verfassen einer schriftlichen Abschlussarbeit, die termingerecht abgegeben wird
Die Studierenden dürfen 1x unentschuldigt fehlen. Bei den Online-Sitzungen ist die Teilnahme verpflichtend.

Beurteilungsmaßstab:
- Anwesenheit und Diskussionsbeteiligung: 20 Punkte
- Kleinere schriftliche Übungsaufgaben: 20 Punkte
- Mündliche Präsentation inkl. Handout: 20 Punkte
- Schriftliche Arbeit: 40 Punkte (vereinbarter Abgabetermin ist einzuhalten)
Für eine positive Beurteilung der Lehrveranstaltung sind 60 Punkte erforderlich.

1 (sehr gut) 100-90 Punkte
2 (gut) 89-81 Punkte
3 (befriedigend) 80-71 Punkte
4 (genügend) 70-60 Punkte
5 (nicht genügend) 59-0 Punkte

Prüfungsstoff

Die Themen werden von den Studierenden durch das Verfassen einer kurzen schriftlichen Arbeit sowie mittels Referaten und Diskussionen erarbeitet.

Literatur

1. Swetlana Alexijewitsch, Der Krieg hat kein weibliches Gesicht, Berlin 2015.
2. Andreas Baumgartner, Die vergessenen Frauen von Mauthausen. Die weiblichen Häftlinge des KZ Mauthausen und ihre Geschichte. Wien 2006.
3. Susanne Conze, Sowjetische Industriearbeiterinnen in den vierziger Jahren. Die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges auf die Erwerbstätigkeit von Frauen in der UdSSR 1941-1950, Stuttgart 2001.
4. Beate Fieseler, Patriotinnen, Heldinnen, Huren? Frauen in der Roten Armee 1941 – 1945. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 65 (2014), S. 37 – 54.
5. Beate Fieseler, Rotarmistinnen im Zweiten Weltkrieg. Motivationen, Einsatzbereich und Erfahrungen von Frauen an der Front. In: Klaus Latzel/Franka Maubach/Silke Satjukow (Hg.): Soldatinnen. Gewalt und Geschlecht im Krieg vom Mittelalter bis heute, Paderborn 2011, S. 301 – 329.
6. Therese Garstenauer, Gendernye issledovanija - Frauen- und Geschlechterforschung in Russland. In: Österreichische Osthefte, 4 (2001), S. 525-542.
7. Peter Jahn, Mascha, Nina, Katjuscha. Frauen in der Roten Armee 1941-1945, Berlin 2004.
8. Roger D. Markwick, Euridice Charon Cardona, Soviet Women on the Frontline in the Second World War, New York 2012.
9. Roger D. Markwick, “The Motherlands Calls’: Soviet Women in the Great Patriotic War, 1941-1945. In: Melanie Ilic (Ed.): The Palgrave Handbook of Women and Gender in Twentieth-Century Russia and the Soviet Union, London 2018, pp. 217-232.
10. Lena Muchina, Lenas Tagebuch. Leningrad 1941-1942, Berlin 2014.
11. Meinhard Stark, Frauen im Gulag: Alltag und Überleben 1936-1956. München/Wien 2006.
12. Maria Stepanova, Nach dem Gedächtnis, Suhrkamp 2018.
13. Carmen Scheide, „Unstintingly Master Warfare‘: Women in the Red Army. In: Melanie Ilic (Ed.): The Palgrave Handbook of Women and Gender in Twentieth-Century Russia and the Soviet Union, London 2018, pp. 233-248.
14. Iskra Schwarcz, Die Frauen in der Sowjetunion und GUS (1936-2002), Die gläserne Decke. Frauen in Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa im 20. Jahrhundert, hg. von Marija Wakounig, Querschnitte 11, Innsbruck/Wien 2003, 33-57.
15. Arnold Suppan, Frauen im Krieg. Die Rolle der Frau im Ersten und Zweiten Weltkrieg im östlichen und südöstlichen Europa. In: Marija Wakounig (Hg.) Die gläserne Decke. Querschnitte 11, Innsbruck/Wien u.a. 2003, 226-254.

https://www.dekoder.org/de/gnose/frauen-rote-armee-krieg

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA Geschichte (Version 2012): PM Quellen und Methoden 2, KU Lektüre historiographischer Texte und Historiographiegeschichte (4 ECTS).
BA Geschichte (Version 2019): M1 Quellen und Methoden, UE Lektüre historiographischer Texte und Historiographiegeschichte (4 ECTS).
BEd UF GSP: UF GSP 05 Quellen und Methoden 1, KU Lektüre historiographischer Texte und Historiographiegeschichte (4 ECTS)

Letzte Änderung: Mo 22.11.2021 14:48