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070257 SE Forschungsseminar - Sexuelle Gewalt im Ersten Weltkrieg (2019W)

Militärgerichtsakten der k. u. k. Armee und Selbstzeugnisse als Quellen

10.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Das Forschungsseminar wird nach einigen einführenden Einheiten im Oktober und einer gemeinsamen Sitzung im Dezember geblockt abgehalten. Der Blocktermin findet Ende Januar statt, die genauen Termine werden zu Semesterbeginn bekanntgegeben.

Donnerstag 10.10. 10:30 - 12:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Donnerstag 17.10. 10:30 - 12:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Donnerstag 24.10. 10:30 - 12:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Donnerstag 31.10. 10:30 - 12:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Donnerstag 07.11. 10:30 - 12:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Donnerstag 14.11. 10:30 - 12:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Donnerstag 28.11. 10:30 - 12:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Donnerstag 05.12. 10:30 - 12:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Donnerstag 12.12. 10:30 - 12:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Donnerstag 09.01. 10:30 - 12:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Donnerstag 16.01. 10:30 - 12:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Donnerstag 23.01. 10:30 - 12:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Donnerstag 30.01. 10:30 - 12:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Unterschiedliche Formen sexueller oder – breiter definiert – sexualisierter Gewalt ‚begleiteten’ auch die vielen Kriegshandlungen des 20. Jahrhunderts. Sie stellten nicht zuletzt eine Kriegsstrategie dar, waren also vielfach eine Art von Waffe in einer totalisierten Kriegsführung. Genauer untersucht wurde dieses Phänomen in der internationalen Forschung mittlerweile insbesondere für den Zweiten Weltkrieg oder für den Vietnamkrieg und Kriege der 1990er Jahre (Ex-Jugoslawien, Ruanda). Bezogen auf den Ersten Weltkrieg gibt es ebenfalls vereinzelte Studien, wobei diesbezüglich lange die in der Kriegs-/Feindbildpropaganda auffallend stark instrumentalisierten deutschen Kriegsverbrechen im Zentrum standen, die im Sommer und Frühherbst 1914 im besetzten Belgien und Frankreich verübt worden waren. In Bezug auf die Ost- und Südostfront in Galizien, der Bukowina oder in Serbien etc. sowie den langen Frontabschnitt zwischen Österreich-Ungarn und Italien weist die Forschung große Lücken auf. Dies ist umso mehr hervorzuheben, als eine Reihe von Berichten bzw. vereinzelt erarbeitete Befunde nahelegen, dass es auch im Umfeld der k. u. k. Armee im Laufe der Jahre 1914/18 zu vielen Kriegsvergewaltigungen oder anderen sexuellen Übergriffen gekommen ist. Sie waren vor allem, aber nicht nur, gegen Frauen der lokalen Zivilbevölkerung gerichtet. Auch innerhalb des Militärs sowie in den Kriegsgefangenen-, Flüchtlings- und Internierungslagern ereigneten sich im Zuge des Krieges und der damit einhergehenden Gewalteskalation gehäuft sexuelle Übergriffe.

Das Forschungsseminar wird vor dem Hintergrund dieser großen Forschungslücke angeboten. Die Studierenden werden zunächst in Konzepte zur Definition sexueller oder sexualisierter Gewalt in Zeiten des Krieges sowie den relevanten Forschungsstand zum Ersten Weltkrieg eingeführt. Im weiteren Verlauf widmet sich das Seminar den von der k. u. k. Armee verübten Kriegsverbrechen sowie der Kriegs-/Feindbildpropaganda und deren medialer Repräsentation. Im Anschluss ist zum einen der Besuch des Militärgerichtsarchivs im Kriegsarchiv des Österreichischen Staatsarchivs vorgesehen, wo – laufend betreut durch die Lehrveranstaltungsleiter*innen – von den Studierenden relevante Aktenbestände erschlossen werden sollen. Eine zweite Gruppe von Studierenden wird sich ausgewählten Selbstzeugnissen, vor allem Soldatentagebüchern und Feldpostbeständen widmen und analysieren, inwieweit und wie in diesen Quellen Erfahrungen mit oder Beobachtungen von sexueller Gewalt im Ersten Weltkrieg überhaupt thematisiert wurden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Kontinuierlich im Laufe des Semesters, auch durch Feedback seitens der Lehrveranstaltungsleiter/innen.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Dieses Forschungsseminar ist nur in Verbindung mit dem Methoden-Workshop zum gleichen Thema (070234) zu belegen. Für jene, die planen, darauf aufbauend eine Masterarbeit zu erarbeiten, wird parallel von Christa Ehrmann-Hämmerle ein Proposal-Workshop (070200 UE) angeboten.

Weitere Anforderungen:
- Basiskenntnisse im Lesen von Kurrent erforderlich.
- Kontinuierliche Mitarbeit und Diskussionsbeteiligung (unter Vorlage schriftlicher
Zusammenfassungen der gemeinsam zu lesenden Fachliteratur);
- Einzel- oder Gruppengespräche mit den Lehrveranstaltungsleiter/innen;
- hohe Motivation zur Durchführung der Forschungsarbeit in Quellenbeständen ausgewählter
Archive oder Sammlungen (eventuell als Vorbereitung für eine Masterarbeit);
- Einzel- oder Gruppengespräche mit den Lehrveranstaltungsleiter*innen;
- Präsentation im Rahmen der Blocktermine;
- Erstellung einer Seminararbeit (mit einer Normlänge von ca. 65.000 Zeichen (± 5%),
einschließlich Leerzeichen und Fußnoten.

Prüfungsstoff

Literatur

Die gemeinsam zu lesende Literatur wird zu Semesterbeginn auf Moodle bereitgestellt.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

MA Geschichte: SP Neuzeit, Zeitgeschichte; Österreichische Geschichte; Frauen- Geschlechtergeschichte
Interdisziplinäres MA Zeitgeschichte und Medien (Version 2016): M3a Praktische Forschung und Darstellung I, SE Forschungsseminar (10 ECTS).
Interdisziplinäres MA Zeitgeschichte und Medien (Version 2019): M3a Praktische Forschung und Darstellung I, SE Forschungsseminar (10 ECTS).

Letzte Änderung: Sa 05.10.2019 19:47