Universität Wien FIND

Kehren Sie für das Sommersemester 2022 nach Wien zurück. Wir planen Lehre überwiegend vor Ort, um den persönlichen Austausch zu fördern. Digitale und gemischte Lehrveranstaltungen haben wir für Sie in u:find gekennzeichnet.

Es kann COVID-19-bedingt kurzfristig zu Änderungen kommen (z.B. einzelne Termine digital). Informieren Sie sich laufend in u:find und checken Sie regelmäßig Ihre E-Mails.

Lesen Sie bitte die Informationen auf https://studieren.univie.ac.at/info.

070273 SE Seminar (2014S)

Erzählen von der Vergangenheit - Zugänge zur Geschichtsschreibung, 400-1200

10.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Termine: Montag nachmittag, ca. 2-wöchig, im Seminarraum des Instituts für Mittelalterforschung, Wohllebengasse 12-14, 1040 Wien (nahe Haltestelle Gußhausstraße der Linie D).
Mo, 3.3., 16-18h; Mo 17.3., 16-18h; Mo 28.4., 15-18h; Mo 19.5., 15-18h; Mo 2.6.., 16-19h; Mo 16.6., 13-19h

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

Zur Zeit sind keine Termine bekannt.

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Das Seminar versucht einen exemplarischen Überblick über die Historiographie des früheren Mittelalters zu bieten und dabei neue Zugänge zu diesen Texten zu erschließen - was sagen uns heute diese Werke, und was können sie über ihre Epoche verraten? Es geht um Autoren, deren Werke in deutscher oder englischer Übersetzung verfügbar sind, von den spätantiken Modellen (Chronik des Hieronymus, Kirchengeschichte des Rufinus) über die Chroniken der nachrömischen Königreiche (Jordanes, Isidor, Gregor von Tours, Beda, Paulus Diaconus), die Annalen und Kompilationen der Karolingerzeit und des 10. Jahrhunderts (darunter Regino, Widukind, Liudprand von Cremona). Dazu stehen zur Auswahl die Weltchroniken bis hin zu Otto von Freising sowie die Geschichtsschreibung außerhalb des Imperiums, zB die normannische (Dudo, Amatus, Geoffrey of Monmouth), die nordeuropäische (Adam von Bremen, Saxo Grammaticus) und die ostmitteleuropäische (Cosmas, Gallus, der ungarische Anonymus). Vergleiche mit der byzantinischen und der islamischen Geschichtsschreibung sollen ergänzend gesucht werden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die prüfungsimmanente Lehrveranstaltung wird auf Grund der Seminararbeit, der Präsentation und der Mitarbeit beurteilt.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Lehrveranstaltung beschäftigt sich mit verschiedenen Arten, in früheren Mittelalter Geschichte zu schreiben, und zieht dazu neue Ansätze zum Verständnis der Texte heran. Gegenüber der älteren Forschung, die an frühmittelalterlicher Historiographie vor allem das schlechte Latein und die unkritische Übernahme älterer Quellen kritisierte, wissen wir heute mehr über die vielen unterschiedlichen und oft sehr subtilen Arten, wie diese Autoren ihr Material formten. Dabei knüpften sie an ältere Modelle an und fanden doch immer wieder kreative Lösungen. Ein wichtiger Gesichtspunkt der Lehrveranstaltung ist auch, wie weit und wie diese historiographischen Konstruktionen halfen, Identitäten zu formen oder zu dekonstruieren, Herrschaft zu (de-)legitimieren oder über richtiges und falsches Handeln zu reflektieren. Daneben soll auch die Frage nach der 'Individualität' der Autoren als Personen gestellt werden.

Prüfungsstoff

In den ersten Einheiten wird an Textbeispielen exemplarisch der Umgang mit erzählenden Texten der Periode erprobt. Jede/r Studierende erhält dann ein Thema, das sowohl in einer kurzen Präsentation als auch in einer Seminararbeit behandelt werden soll. Als Thema kann ein Text oder Autor behandelt werden, auch Querschnittthemen sind möglich. Durch die ähnliche Themenstellung ergeben sich Vergleichsmöglichkeiten, die Thema vertiefender Diskussion sein können. Dabei wird durch die Teilnahme von in diesem Bereich arbeitenden Post-Docs und DoktorandInnen am Institut für Mittelalterforschung der Akademie der Wissenschaften und in Projekten an der Universität Wien zugleich eine Anbindung an die Forschung erreicht (im Besonderen an ein Projekt über mittelalterliche Historiographie im Rahmen des FWF-Spezialforschungsbereichs 'Visions of Community'). Ratsam ist der Besuch der parallel abgehaltenen Vertiefungsvorlesung mit demselben Titel.

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA 2012: BA Modul 2; Seminar (9 ECTS) | BA 2011: BA Modul 2; Seminar (10 ECTS) | BA 2008: BA Modul 2; Seminar (10 ECTS) | LA: Vertiefung; Seminar I oder II - Historisch kulturwissenschaftliche Europaforschung (6 ECTS); MA Geschichte: Seminar Vertiefung Mittelalter I (6 ECTS) |

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:30