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070274 SE BA-Seminar - Vor- und frühmodernes Weltsystem aus agrarhistorischer Sicht (2019S)

Europa, Islam, 8. bis 16. Jahrhundert

8.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 06.03. 12:15 - 13:45 Seminarraum WISO 1 (ZG1O2.28) Hauptgebäude, Stiege 6 Zwischengeschoß
Mittwoch 13.03. 12:15 - 13:45 Seminarraum WISO 1 (ZG1O2.28) Hauptgebäude, Stiege 6 Zwischengeschoß
Mittwoch 20.03. 12:15 - 13:45 Seminarraum WISO 1 (ZG1O2.28) Hauptgebäude, Stiege 6 Zwischengeschoß
Mittwoch 27.03. 12:15 - 13:45 Seminarraum WISO 1 (ZG1O2.28) Hauptgebäude, Stiege 6 Zwischengeschoß
Mittwoch 03.04. 12:15 - 13:45 Seminarraum WISO 1 (ZG1O2.28) Hauptgebäude, Stiege 6 Zwischengeschoß
Mittwoch 10.04. 12:15 - 13:45 Seminarraum WISO 1 (ZG1O2.28) Hauptgebäude, Stiege 6 Zwischengeschoß
Mittwoch 08.05. 12:15 - 13:45 Seminarraum WISO 1 (ZG1O2.28) Hauptgebäude, Stiege 6 Zwischengeschoß
Mittwoch 15.05. 12:15 - 13:45 Seminarraum WISO 1 (ZG1O2.28) Hauptgebäude, Stiege 6 Zwischengeschoß
Mittwoch 22.05. 12:15 - 13:45 Seminarraum WISO 1 (ZG1O2.28) Hauptgebäude, Stiege 6 Zwischengeschoß
Mittwoch 29.05. 12:15 - 13:45 Seminarraum WISO 1 (ZG1O2.28) Hauptgebäude, Stiege 6 Zwischengeschoß
Mittwoch 05.06. 12:15 - 13:45 Seminarraum WISO 1 (ZG1O2.28) Hauptgebäude, Stiege 6 Zwischengeschoß
Mittwoch 12.06. 12:15 - 13:45 Seminarraum WISO 1 (ZG1O2.28) Hauptgebäude, Stiege 6 Zwischengeschoß
Mittwoch 26.06. 11:00 - 16:00 Kommunikationsraum WISO Hauptgebäude Stiege 6 ZG

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Schon für das vormoderne Weltsystem des Mittelalters (nach Abu-Lughod) lassen sich mehrere „Agrarrevolutionen“ – wie plakativ auch immer dieser Begriff sein mag – beschreiben, darunter die Islamische Agrarrevolution Westasiens und Nordafrikas (vgl. Andrew M.Watson). Im Gegensatz zur sogenannten Agrarrevolution Mittel- und Westeuropas, welche sich als Begleiterscheinung von Feudalisierungsprozessen eines weit gefächerten wissenschaftlichen Interesses erfreut, ist deren islamisches Gegenstück über den engeren Rahmen der Orientalistik hinaus wenig intensiv erforscht worden. Dabei ist ihre Bedeutung als einer der Eckpunkte für Wirtschafts-, Expansions- und Globalgeschichte der vormodernen Zeit von hohem Wert – ganz abgesehen von ihrer Bedeutung als Vorläuferin der frühmodernen europäischen Expansion, wie sie in ihren ökologischen Aspekten von Richard H.Grove geradezu als „Green Imperialism“ bezeichnet worden ist.

Agrarische Expansion als WISSENSTRANSFER darzustellen, erlaubt aber schon die Islamische Agrarrevolution des 7. bis 13. Jahrhunderts (beziehungsweise bis zur Frühen Neuzeit, wenn man die Bedeutung der Osmanen für agrarische Neuerungen in die Betrachtung mit einbezieht). Unter Einbeziehung von Themen aus dem Bereich des HANDELS notabene FERNHANDELS und seiner NETZWERKE, bei Betrachtung GEOGRAPHISCHER Phänomene wie etwa der Entstehung weit verzweigter Fernhandelsrouten (Landverbindungen, Schifffahrtswege) lässt sich schon im Mittelalter (nach abendländischer Zeitrechnung), ausgehend von der, wie man sie nennen mag, ‚islamischen Weltwirtschaft‘, ein steigendes Maß von Vernetzung und Vereinheitlichung ökologischer, sozialer, wirtschaftlicher, politischer und kultureller Faktoren erkennen. TRANSKONTINENTALE VERBINDUNGEN lassen sich auch als eine Geschichte der MACHT bzw. MACHTPOLITIK lesen, wenn wir beispielsweise an die überragende Bedeutung der islamischen KALIFATE (Damaskus, Bagdad, Cordoba, Kairo) für den bereits erwähnten TECHNOLOGIE- und WISSENSTRANSFER denken.

Untersuchungstechnisch liegen die Schwerpunkte der Lehrveranstaltung auf WIRTSCHAFTS-, AGRAR- und UMWELTGESCHICHTE – Zeitraum: Mittelalter bis Frühe Neuzeit –, unterstützt von kulturhistorischen Überlegungen (Veränderungen des Welt-, Natur- und Menschenbildes) oder Aspekten aus den naturwissenschaftlichen Nachbardisziplinen GEOGRAPHIE, BOTANIK (ZOOLOGIE), aber auch KLIMAKUNDE. Aus den oben angeführten Gründen erscheint es logisch, dass man sich schwerpunktmäßig auf die Untersuchung der AGRAR- und HANDELSGESCHICHTE DES ISLAMISCHEN RAUMES (und deren Nachbarregionen) zu konzentrieren haben wird. Ziel der Lehrveranstaltung wäre allenfalls über die Verdeutlichung der Rolle dieses Raumes bzw. jener Kultur für die europäische Kultur-, Wirtschafts- und Agrargeschichte hinaus eine UMWELTHISTORISCHE FRAGESTELLUNG: Lässt sich vor dem Hintergrund der islamischen Expansion etwa auch die spätere europäische Welthegemonie dechiffrieren, jener doch sehr spezifische Umgang mit dem ‚Raumschiff Erde‘, mit der Natur und ihren Ressourcen?

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

1. Mündlich (prüfungsimmanente LV): Von den Lehrveranstaltungsleitern wird laufend die Teilnahme bzw. das persönliche Diskussionsprofil jedes Teilnehmers, jeder Teilnehmerin in den Einheiten, welche der Diskussion gewidmet sind, vermerkt und evaluiert.
2. Schriftlich: Hier sei auf den Abschnitt "Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab" verwiesen.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Anwesenheit bei 2/3 der Lehrveranstaltungen. Folgende Leistungen sind prüfungsimmanent, d.h. im Laufe der LV (des Semesters) zu erbringen: 1. Recherche (2-4 seit. Paper), 2. Themenpapier (4-6 Seiten), 3. Vorläufige bzw. endgültige Fassung der Seminararbeit (20-25 Seiten), 4. Rezension eines Titels aus der Pflichtlektüre (6-10 Seiten).
Die mündlichen Leistungen fließen in die Schlussbeurteilung (Note) mit ein; Hauptkriterium der Gesamtbeurteilung ist die schriftliche Leistung (als Summe bzw. Ergebnis aller Teilleistungen), wobei der Stellenwert der Seminararbeit mit etwa 75 % gewichtet ist.

Prüfungsstoff

Die Lehrveranstaltung ist prüfungsimmanent, ein "Prüfungsstoff" im eigentlichen Sinn wird nicht ausgewiesen, vielmehr sei nochmals auf die oben gemachten Angaben zur Leistungskontrolle bzw. zu den Mindestanforderungen hingewiesen.
Als Monitoring | Feedback | Unterstützung bietet die LV-Leitung Impulsreferate und laufend Hinweise bzw. Literaturempfehlungen (auch schriftlich) während der gesamten Laufzeit der Lehrveranstaltung an. Ein Merkblatt zum generellen Thema samt grundlegender Literaturauswahl wird ebenfalls ausgehändigt. Die begleitende Teilnahme an einer thematisch passenden Lehrveranstaltung aus der Angebotspalette des Sommersemesters 2019 wird empfohlen!

Literatur

Merkblätter und ein Semesterplan zu den einzelnen Themenbereichen und zur Pflichtlektüre nebst einer ausführlichen Literaturliste werden am Beginn der Lehrveranstaltung ausgehändigt.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA 12 Geschichte: BA-Seminar (9 ECTS)
BA UF Geschichte, Sozialkunde & Politische Bildung: BA-Seminar (8 ECTS).
Dipl LA: Vertiefung 2 (6 ECTS), Wirtschafts-und Sozialgeschichte, Politikgeschichte.

Letzte Änderung: Fr 23.08.2019 15:07