Universität Wien FIND

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070285 UE Lektüre historiographischer Texte und Historiographiegeschichte (2021W)

Biografie, Geschichte & Geschlecht Perspektiven historischer Biografieforschung

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL
Mo 06.12. 09:45-12:00 Digital

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Die Lehrveranstaltung ist zunächst digital angelegt. Sollte es die epidemiologische Entwicklung erlauben, werden – unter Einhaltung der dann gültigen Covid19-Bestimmungen – Präsenztermine stattfinden. Die Lehrveranstaltung wird teilweise geblockt (zwischen Oktober und Dezember) abgehalten; im Januar 2022 finden keine Termine mehr statt.

Montag 04.10. 09:45 - 12:00 Digital
Montag 11.10. 09:45 - 12:00 Digital
Montag 18.10. 09:45 - 12:00 Digital
Montag 25.10. 09:45 - 12:00 Digital
Montag 08.11. 09:45 - 12:00 Digital
Montag 15.11. 09:45 - 12:00 Digital
Montag 22.11. 09:45 - 12:00 Digital
Montag 29.11. 09:45 - 12:00 Digital
Montag 13.12. 09:45 - 12:00 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Was eine Biografie ist, ist auf den ersten Blick eine leicht zu beantwortende Frage: die Lebensgeschichte einer Person, gerahmt von der Geburt als Anfangs- und dem Tod als Endpunkt. Tagtäglich begegnet uns oder produzieren wir selbst „Biografisches“ in unterschiedlichster Form: Wenn wir einen Lebenslauf für eine Bewerbung einreichen, ein Foto von uns in den sozialen Medien teilen oder Serien wie The Crown auf Netflix sehen.
In einem wissenschaftlichen Sinn werden Biografien schon lange nicht mehr als lineares Narrativ eines Lebens von der Geburt bis zum Tod verstanden. Eine Biografie wird vielmehr als Konstruktionsleistung bestimmt, mit der jeder Mensch – bewusst oder unbewusst – lebenslang beschäftigt ist.
Auch in der Geschichtswissenschaft spielen Biografien eine bedeutende Rolle: Historiker:innen beschäftigen sich häufig mit biografischem Material wie Tagebüchern oder Briefen, sie arbeiten Nachlässe auf oder verfassen selbst biografische Texte. Insofern sich die Geschichtswissenschaft mit historischen Akteur:innen auseinandersetzt, ist sie auch permanent mit „biografischen Thematisierungen“ befasst.
Im Rahmen der Lehrveranstaltung werden wir uns das Verhältnis zwischen Geschichtswissenschaft und Biografik genauer ansehen, unterschiedliche theoretische und methodische Reflexionen des Genres kennenlernen und in eine Historiografiegeschichte einordnen. Wir werden über die Rolle der Biografin:des Biografen nachdenken und uns mit der Bedeutung der Kategorie Geschlecht und anderer hierarchieproduzierender Kategorien für die historische Biografieforschung beschäftigen. Wir werden uns also fragen, wer als biografiewürdig galt oder gilt, wessen Dokumente uns heute überhaupt überliefert sind und wie sich Biografien geschlechterkritisch schreiben lassen.
Dabei werden Sie sich detailliert mit historiografischen Texten beschäftigen, werden lernen, diese systematisch und wissenschaftlich-kritisch zu lesen und Fragen dazu zu beantworten. Sie werden Quellen analysieren und kürzere Texte verfassen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die LV hat prüfungsimmanenten Charakter, wird also durch die Beiträge der Studierenden wesentlich mitgestaltet. Erwartet werden kontinuierliche (!) Mitarbeit und Diskussionsbereitschaft, regelmäßige Lektüren, das Verfassen von unterschiedlichen Textaufgaben und Vorbereiten von Diskussionsinputs. Das Wissen wird gemeinsam (im Plenum, in Kleingruppen, über Peer-to-Peer-Gespräche) erarbeitet.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderungen:
- Es besteht Anwesenheitspflicht (insbesondere in der ersten Einheit am 4.10.), Studierende können zweimal unentschuldigt fehlen.
- Kontinuierliche Mitarbeit während des Semesters. Das bedeutet auch, dass Sie über eine ausreichend starke Internetverbindung, eine Kamera und ein Mikrofon verfügen müssen.
- Verpflichtende Textlektüren und Vorbereitung von Diskussionsinputs
- Verfassen kürzerer Texte

Beurteilungsmaßstab:
Mündliche Mitarbeit im Plenum und in Kleingruppen: 60 %
Schriftliche Arbeitsaufträge: 40 %

Prüfungsstoff

Dies ist eine prüfungsimmanente Lehrveranstaltung.

Literatur

Literatur zur Einführung:
Pierre Bourdieu, Die biographische Illusion (1986), in: Bernhard Fetz/Wilhelm Hemecker (Hg.), Theorie der Biographie. Grundlagentexte und Kommentar, Berlin/Boston 2011, 303-310.

May Broda, Erfahrung, Erinnerungsinterview und Gender. Zur Methode der Oral History, in: Marguérite Bos (Hg.), Erfahrung: Alles nur Diskurs? Zur Verwendung des Erfahrungsbegriffs in der Geschlechtergeschichte. Beiträge zur 11. Schweizerischen HistorikerInnentagung, Zürich 2004, 159-171.

Bernhard Fetz, Biographisches Erzählen zwischen Wahrheit und Lüge, Inszenierung und Authentizität, in: Christian Klein (Hg.), Handbuch Biographie. Methoden, Traditionen, Theorien, Stuttgart 2009, 54-60.

Levke Harders, Historische Biografieforschung, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 31.10.2020, http://docupedia.de/zg/Harders_historische_Biografieforschung_v1_de_2020

Shirley A. Leckie, Biography Matters: Why Historians Need well-crafted Biographies more than ever, in: Lloyd E. Ambrosius (Hg.), Writing Biography: Historians & Their Craft, Lincoln 2004, 1-26.

Liz Stanley, Process in Feminist Biography and Feminist Epistemology, in: Teresa Iles (Hg.), All Sides of the Subject. Women and Biography, New York/London 1992, 109-125.

Dorothee Wirling, Eine Familie im Krieg. Leben, Sterben und Schreiben 1914-1918, Göttingen 2013, 7-41.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA Geschichte (Version 2012): PM Quellen und Methoden 2, KU Lektüre historiographischer Texte und Historiographiegeschichte (4 ECTS).
BA Geschichte (Version 2019): M1 Quellen und Methoden, UE Lektüre historiographischer Texte und Historiographiegeschichte (4 ECTS).
BEd UF GSP: UF GSP 05 Quellen und Methoden 1, KU Lektüre historiographischer Texte und Historiographiegeschichte (4 ECTS).
Interdisziplinäres MA Zeitgeschichte und Medien (Version 2016): M4b Wahlbereich - Spezialthemen zu Zeitgeschichte und Medien II, Bereich Zeitgeschichte (4 ECTS).

Letzte Änderung: Sa 13.11.2021 08:48