Universität Wien

070312 FPR Forschungspraktikum (2010S)

Frühneuzeitliche Malefizprozesse

8.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Mittwoch 10.03. 11:00 - 13:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 17.03. 11:00 - 13:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 24.03. 11:00 - 13:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 14.04. 11:00 - 13:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 21.04. 11:00 - 13:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 28.04. 11:00 - 13:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 05.05. 11:00 - 13:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 12.05. 11:00 - 13:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 19.05. 11:00 - 13:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 26.05. 11:00 - 13:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 02.06. 11:00 - 13:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 09.06. 11:00 - 13:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 16.06. 11:00 - 13:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 23.06. 11:00 - 13:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Samstag 26.06. 10:00 - 15:00 (ehem. Hörsaal 45 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 8)
  • Mittwoch 30.06. 11:00 - 13:00 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Lehrveranstaltung bietet einen Einblick in das faszinierende Feld der historischen Kriminalitätsforschung. Obwohl im deutschen Sprachraum erst seit den 1990er Jahren von einem eigenständigen Forschungsfeld gesprochen werden kann, sind die vorliegenden Publikationen kaum mehr überschaubar. Neben Studien, die sich mit bestimmten Delikten wie Kindsmord, GattInnenmord, Unzucht, Diebstahl, Sodomie oder Blasphemie beschäftigen, stehen Mikrostudien, welche die Gerichtspraxis eines Landgerichts rekonstruieren. Nicht alle ForscherInnen, welche Akten der Justiz analysieren, suchen Antworten auf kriminalitätsgeschichtliche Fragestellungen. Viele ForscherInnen nützen die im Kontext von Strafverfolgung produzierten Quellen auch für alltags-, sozial-, kultur- oder auch geschlechtergeschichtliche Fragestellungen.
In der Lehrveranstaltung werden wir uns mit den wichtigsten theoretischen und methodischen Ansätzen dieses vielschichtigen Forschungsfeldes beschäftigen. In einem ersten Schritt werden wir nach den rechtlichen Grundlagen fragen. Welche Praktiken wurden im Laufe der Frühen Neuzeit als peinlich bzw. malefizisch zu ahndende Verbrechen bewertet? Wie wurde der Tatbestand konstruiert? Was waren die Strafdrohungen? Parallel zur Analyse der wichtigsten Strafgesetze und ihrer zeitgenössischen Auslegungen soll anhand von Quellendigitalisaten (Verhöre, rechtliche Gutachten, Landgerichtsrechnungen, Urteile etc.) die Kurrentschrift geübt und der kritische Umgang mit frühneuzeitlichen Gerichtsakten gelernt werden. Um dieses Wissen auch an noch unbearbeiteten Quellen umzusetzen, werden wir das Perchtoldsdorfer Marktarchiv besuchen und je nach Interesse ausgewählte Malefizprozesse aus dem 17. Jahrhundert digitalisieren und diese in Teamarbeit transkribieren und analysieren.

Voraussetzung: Teamfähigkeit, Lust an der Arbeit mit Archivalien. Bevorzugt aufgenommen werden Studierende, die bereits über Kurrentkenntnisse verfügen. Lateinkenntnisse sind von Vorteil, nicht aber Voraussetzung.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Bewertung setzt sich zusammen aus: Erstens der aktiven Teilnahme an den Sitzungen und dem Archivtermin; zweitens der Sorgfalt der kleinen Hausübungen und drittens der Qualität der mündlichen Präsentation und schriftlichen Ausführung der selbst digitalisierten Archivalien (schriftliche Arbeit im Umfang von 10-15 Seiten).

Abgabe der schriftlichen Arbeit: Am Ende des Semesters: Nur ausnahmsweise innerhalb der Nachfrist.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur

Gerd Schwerhoff, Aktenkundig und gerichtsnotorisch. Einführung in die Historische Kriminalitätsforschung. Tübingen 1999.
Andreas Blauert/Gerd Schwerhoff (Hg.), Kriminalitätsgeschichte. Beiträge zur Sozial- und Kulturgeschichte der Vormoderne. Konstanz 2000.
Andrea Griesebner, Konkurrierende Wahrheiten. Malefizprozesse vor dem Landgericht Perchtoldsdorf. Wien 2000.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Diplom: P3

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:31