Universität Wien

070313 VO Vorlesung Vertiefung 2 (2010W)

RV: Grenzen weltweit. Zonen, Linien, Mauern im historischen Vergleich

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte

Schwerpunkt: Grenzen im globalen Vergleich

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Mittwoch 06.10. 15:30 - 17:00 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Mittwoch 13.10. 15:30 - 17:00 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Mittwoch 20.10. 15:30 - 17:00 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Mittwoch 27.10. 15:30 - 17:00 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Mittwoch 03.11. 15:30 - 17:00 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Mittwoch 10.11. 15:30 - 17:00 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Mittwoch 17.11. 15:30 - 17:00 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Mittwoch 24.11. 15:30 - 17:00 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Mittwoch 01.12. 15:30 - 17:00 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Mittwoch 15.12. 15:30 - 17:00 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Mittwoch 12.01. 15:30 - 17:00 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Mittwoch 19.01. 15:30 - 17:00 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Mittwoch 26.01. 15:30 - 17:00 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Allerorts ist seit dem Fall des Eisernen Vorhanges von der Aufhebung von Grenzen die Rede, von Integration und Freizügigkeit als Ausdruck eines zusammen wachsenden Global Village. Die Vervielfachung und Beschleunigung der Kapital-, Waren- und Migrationsströme gilt dafür als Indikator. Es scheint, als gehörten Grenzen der Vergangenheit an, Restexemplare gelte es zu überwinden auf dem unaufhaltsamen Weg in die supranationale Integration und in die Weltgesellschaft.

Bei näherem Hinsehen springen gleichwohl alte und neue Barrieren ins Auge. Zwar gibt es keinen Eisernen Vorhang und keine Berliner Mauer mehr, Schengen und die Befestigungslinie zwischen den USA und Mexiko grenzen indes Zentralräume von Randgebieten ab. Zudem existieren Mauern zwischen Stadtvierteln unterschiedlicher religiöser und ethnischer Gruppen von Belfast über Ustí/Labem bis Jerusalem. Zur Isolierung der Palästinenser in den besetzten Gebieten wird von Israel eine modernisierte Variante des Eisernen Vorhangs fertiggestellt. Neue Grenzen entstehen durch neue Staatsgründungen von Estland bis Moldawien. Zonen, Linien, Marken und Mauern sind also keineswegs von der Landkarte verschwunden.

In dem Maße, wie der Staat an Kraft verliert, gewinnt die Region an Bedeutung. Die Globalisierung der Wirtschaft verstärkt den Wettbewerb um möglichst hochrangige Investitionen. Das Bemühen einzelner Regionen, sich im Standortbewerb in Szene zu setzen, begünstigt die jeweilige regionale Identität. Diese beruft sich auf Geschichte und Kultur und betont die Besonderheit. Sie zieht Grenzen zwischen dem Eigenen und dem Fremden. Schließlich bringt der Übergang vom Wohlfahrts- zum Wettbewerbsstaat auch neue soziale Grenzziehungen mit sich. Die Deregulierung der Arbeitsmärkte erhöht die Bereitschaft der Menschen, schlecht entlohnte und ungeschützte Arbeitsverhältnisse einzugehen. Auch in den so genannten entwickelten Ländern klaffen neuerdings überwunden geglaubte Gräben zwischen Reich und Arm. Umgekehrt schaffen MigrantInnen, die in ihrer Herkunftsregion keine Überlebensgrundlage mehr finden, neue soziale Milieus, die sich entlang transnationaler Achsen vernetzen, in den Gastländern jedoch oft scharfer Ghettoisierung ausgesetzt sind.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Leistungsbeurteilung: Schriftliche Prüfun

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Vorlesung fasst Grenzen in vielfältiger Form: als Staatsgrenzen, als innerstaatliche Grenzen und als Regionalblockgrenzen; als ökonomische Grenzen zwischen unterschiedlichen regionalen Wirtschafts- und Integrationsräumen sowie als regionale Wohlstandsgefälle, und schließlich als Grenzen in sozio-kultureller, ethnischer oder religiöser Hinsicht. Ziel ist es, diese Grenzen in ihren unterschiedlichen Erscheinungs- und Entwicklungsformen und in ihrem gegenseitigen Spannungsverhältnis aufzuzeigen, also:
- Verlauf und Form der Grenze, Grenzverlaufskonflikte
- Grenzmarkierung, Befestigung, Grenzregime
- Durchlässigkeit - in Bezug auf was, auf wen, in welche Richtung (Politik der Grenze)
- Grenzerfahrungen

Als Anschauungsraum dient die ganze Welt. Dabei muss bei jeder Grenze darauf Bedacht genommen werden, welche Rolle die jeweilige Region/der Staat in der internationalen Arbeitsteilung spielt. In zeitlicher Hinsicht bildet die unmittelbare Gegenwart den Ausgangspunkt. Je nach Fragestellung wird dabei in frühere Epochen ausgeholt.

Prüfungsstoff

Vorträge und Diskussion.
Vortragende: Joachim Becker (Wien), (Hannes Hofbauer (Wien), Andrea Komlosy (Wien), Alfred Kraler (Wien), Hans-Heinrich Nolte (Hannover), Asli Odman (Istanbul), Helga Schultz (Frankfurt-Oder u.a.

Literatur

Pflichtlektüre:
Becker Joachim/Komlosy Andrea (Hg.). Grenzen weltweit. Zonen, Linien, Mauern im historischen Vergleich (Promedia: Wien 2004), zum StudentInnenrabatt erhältlich.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Diplom: A2, A3, A4, A5, E3, E4, R3, R4, W2; MA Globalgeschichte und Global Studies, Vertiefung 2 (4ECTS); MA Geschichte: Vertiefung , (Frühe NZ) (4 ECTS),

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:31