070375 FS Forschungsseminar (2010S)
Auditive und visuelle Wahrnehmung von Glauben und/ oder Macht
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
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Block am 18. Juni 2010
An/Abmeldung
Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").
- Anmeldung von Di 23.02.2010 06:00 bis Di 02.03.2010 18:00
- Abmeldung bis Mi 31.03.2010 23:59
Details
max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch
Lehrende
Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert
- Donnerstag 11.03. 17:00 - 21:00 Seminarraum Geschichte 3 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
- Donnerstag 18.03. 17:00 - 21:00 Seminarraum Geschichte 3 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
- Donnerstag 25.03. 17:00 - 21:00 Seminarraum Geschichte 3 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
- Donnerstag 15.04. 17:00 - 21:00 Seminarraum Geschichte 3 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
- Donnerstag 22.04. 17:00 - 21:00 Seminarraum Geschichte 3 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
- Donnerstag 29.04. 17:00 - 21:00 Seminarraum Geschichte 3 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
- Donnerstag 20.05. 17:00 - 21:00 Seminarraum Geschichte 3 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Information
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel
Mitarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil -
Die Beiträge der Studirenden werden auf einem kleinen Workshop präsentiert .
die Beurteilung wird auf der bereitschaft zur Mitarbeit, aif der Präsentation und der schriftlichen Ausfertigung der gGundlage für die Präsentation erfolgen.
Die Beiträge der Studirenden werden auf einem kleinen Workshop präsentiert .
die Beurteilung wird auf der bereitschaft zur Mitarbeit, aif der Präsentation und der schriftlichen Ausfertigung der gGundlage für die Präsentation erfolgen.
Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab
Prüfungsstoff
Texte als Weg zum Verständnis der Wahrnehmung von Macht
Hagiographie und HistoriographieTexte, die historische Informationen enthalten, werden in der Regel der „Historiographie zugeordnet. Vordergründig scheint damit auch die Definition eindeutige Zuordnungen zu ermöglichen; setzt man sich nun mit der Historiograpie des Mittelalters auseinander, so wird man sehr rasch bemerken, wie wenig diese Definition klar bleibt. Selbst zwischen Urkunden und Historiographie können die Grenzen unscharf werden: Es gibt immer wieder, wenn auch nicht sehr häufig, Urkunden, die in ihrer Narratio – im Bericht darüber, warum es letztlich zur Ausstellung der Urkunde kommt -, so ausführlich sind, dass sie als historiographische Elemente gelten können.
Zwischen Historiographie und Hagiographie sind die Grenzen schließlich oft nur durch den Ausgangspunkt der Fragestellung zu definieren. Es kommt durchaus vor, daß hagiographische Texte historiographisch ausgewertet werden, und umgekehrt, historiographische texte auf ihre hagiographischen Elemente hin gelesen.
In jedem der beiden Fälle werden durch vorgegebene Grenzen, die durch die Fragestellung sich ergeben, auch die Interpretationsmöglichkeiten enorm beschnitten. Das lateinische Mittelalter ist maßgeblich durch die Christliche Religion bestimmt, weshalb werden in nahezu allen Textgattungen der Historiographie des Mittelalters auch hagiographische Elemente zu finden sind.
Die antike Panegyrik bestimmt das Herrscherlob –
Die Kaiserbiographien Suetons finden wir als Vorlagen für die Vita Karoli magni ebenso, wie für die Gesta Friderici (Friedrich Barbarossa). Topoi – Gemeinplätze – als Text-Elemente einer Biographie finden wir auch im hagiographischen Bereich; je bedeutender ein Heiliger ist, um so eher versucht man tatsächlich eine Biographie zu „erstellen“.
Die „Sicherheit“, aufgrund von bezeugtem Material zu arbeiten steht für die Sicherheit, dass das, was im hagiographischen Text geschildert wird, auch tatsächlich belegbar ist.
Im Rahmen der Lehrveranstaltung wollen wir uns diesem Phänomen anhand von verschiedenen historischen Martyrologien nähern, da diese sowohl Historiographie als auch Hagiographie schon im Namen tragen. Ausgehend davor sollen schließlich Gebäude, deren immmobile und mobiöle Ausstattung, sowie verschiedene biographische Texte von der Fragestellung ausgehend untersucht werden:
Hagiographie und HistoriographieTexte, die historische Informationen enthalten, werden in der Regel der „Historiographie zugeordnet. Vordergründig scheint damit auch die Definition eindeutige Zuordnungen zu ermöglichen; setzt man sich nun mit der Historiograpie des Mittelalters auseinander, so wird man sehr rasch bemerken, wie wenig diese Definition klar bleibt. Selbst zwischen Urkunden und Historiographie können die Grenzen unscharf werden: Es gibt immer wieder, wenn auch nicht sehr häufig, Urkunden, die in ihrer Narratio – im Bericht darüber, warum es letztlich zur Ausstellung der Urkunde kommt -, so ausführlich sind, dass sie als historiographische Elemente gelten können.
Zwischen Historiographie und Hagiographie sind die Grenzen schließlich oft nur durch den Ausgangspunkt der Fragestellung zu definieren. Es kommt durchaus vor, daß hagiographische Texte historiographisch ausgewertet werden, und umgekehrt, historiographische texte auf ihre hagiographischen Elemente hin gelesen.
In jedem der beiden Fälle werden durch vorgegebene Grenzen, die durch die Fragestellung sich ergeben, auch die Interpretationsmöglichkeiten enorm beschnitten. Das lateinische Mittelalter ist maßgeblich durch die Christliche Religion bestimmt, weshalb werden in nahezu allen Textgattungen der Historiographie des Mittelalters auch hagiographische Elemente zu finden sind.
Die antike Panegyrik bestimmt das Herrscherlob –
Die Kaiserbiographien Suetons finden wir als Vorlagen für die Vita Karoli magni ebenso, wie für die Gesta Friderici (Friedrich Barbarossa). Topoi – Gemeinplätze – als Text-Elemente einer Biographie finden wir auch im hagiographischen Bereich; je bedeutender ein Heiliger ist, um so eher versucht man tatsächlich eine Biographie zu „erstellen“.
Die „Sicherheit“, aufgrund von bezeugtem Material zu arbeiten steht für die Sicherheit, dass das, was im hagiographischen Text geschildert wird, auch tatsächlich belegbar ist.
Im Rahmen der Lehrveranstaltung wollen wir uns diesem Phänomen anhand von verschiedenen historischen Martyrologien nähern, da diese sowohl Historiographie als auch Hagiographie schon im Namen tragen. Ausgehend davor sollen schließlich Gebäude, deren immmobile und mobiöle Ausstattung, sowie verschiedene biographische Texte von der Fragestellung ausgehend untersucht werden:
Literatur
Zur Vorbereitung lesen Sie, bitte:
Stanislaus Hafner, Historiographie, in: Lexikon des Mittelalters V (München/Zürich 1991) Sp. 45-49.
Anna Dorothee von den Brincken, Mittelalterliche Geschichtsschreibung, in: Mündliche Überlieferung und Geschichtsschreibung = Aufriß der Historischen Wissenschaften 5, herausgegeben von Michael Maurer (Stuttgart 2003) Reclam: 17031
Stanislaus Hafner, Historiographie, in: Lexikon des Mittelalters V (München/Zürich 1991) Sp. 45-49.
Anna Dorothee von den Brincken, Mittelalterliche Geschichtsschreibung, in: Mündliche Überlieferung und Geschichtsschreibung = Aufriß der Historischen Wissenschaften 5, herausgegeben von Michael Maurer (Stuttgart 2003) Reclam: 17031
Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis
MA Geschichte. FS Mittelalterliche Geschichte (10 ECTS); Diplomstudium: P1
Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:31
Ort und Raum werden architektonisch, immobil und künstlerisch ausgestattet und damit gestaltet; in dieser Gestaltung spiegelt das Gebäude generell und insbesondere der Innenraum nicht nur sich sondern in sich das Selbstverständnis derer, das Gebäude errichten haben lassen, zu einem nicht geringen Grade auch derer, die tatsächlich sein Aussehen durch ihre Planung bestimmen.
Ort und Raum werden durch diejenigen, die ihn sehen wahr genommen – in der ihnen je eigenen Funktion wahrgenommen; ein Fürst sieht die Burg des Fürsten in anderem Licht, als etwa in untertan diese sieht. Eine Stadtmauer vermittelt Schutz für die, die in der Stadt wohnen, häufig aber „Abwehr“, zumindest aber nicht Offenheit, gegen alle, die sich der Stadt nähern.Burg /festes Haus / Wohnburg / Wohnturm …Das aus Stein errichtet Haus setzt immer voraus, das diejenigen, die es errichteten, auch die nötigen Mittel dazu hatten. Im Mittelalter wie heute spiegelt insbesondere das Haus den Unterschied zwischen wohlhabend und unendlich arm deutlich vor Augen: – Das feste Haus im Gegensatz zu aus instabilen Bestandteilen zusammengesetzten Gebäuden, bis hin zu Behausungen aus „Holz“ und schließlich in vielen Slums nur mehr aus Pappe bestehenden Behausungen, wobei die Grenze bis zum absoluten Fehlen des „Daches über dem Kopf“ reicht, stehen jeweils für bestimmte Gruppen.
Der Herr über ein festes Haus, eine Burg, eine Wohnburg, … und auch Besitzer von festen Stadthäusern sind in der Regel auch Herren über Macht. Das Haus drückt dies unvermittelt aus – und vermittelt gleichzeitig auch die Funktion, die Herrschaft innewohnt – nämlich Schutz und Schirm zu gewähren: das feste Haus bietet in Kriegszeiten mitunter den letzten Zufluchtsort.Kirchen, Stifte und Klöster
Eine Kirche vermittelt ganz bestimmte Vorstellungen aus der ihr eigenen Funktion als Gotteshaus heraus; sie vermittelt immer auch die Selbstsicht dessen, der sie errichten ließ. Gerade deshalb ist der Kirchenbau immer wieder von verschiedenen Fragestellungen ausgehend Gegenstand historischer Abhandlungen: Kirchenbauten (Klosterbauten seien hier ebenfalls mitbedacht) drücken aufgrund ihrer Bauweise Besitz und Macht aus. Dies gilt für eine kleine Kirche in einem Dorf ebenso, wie für eine Bischofskirche in der Stadt. Immer ist dabei zu berücksichtigen, dass die kleine Kirche aus Stein erbaut im Dorf oft das einzige feste Haus darstellt. Dadurch gewinnt das Haus besondere Bedeutung – die es letztlich als Gotteshaus zusätzlich durch seine Exilfunktion gewinnt. Bischofskirchen, oder aber große Abteikirchen, sind oft nicht aufgrund ihrer Errichtung aus Stein, sondern viel häufiger aufgrund der besonderen Ausmaße und schließlich auch aufgrund der Fassadengestaltung, sowie der immobilen und mobilen Ausstattung der Innenräume zunächst einmal beeindruckend für jeden, der sie aus der Ferne sieht – und für jeden der sich nähert und im Nähern immer mehr vor der Höhe des Gebäudes „klein wird“ – betritt man den Raum, so betritt man eine andere Welt. Eine Welt, die aufgrund ihrer Funktion als liturgischer Raum auch besondere Ausstattung erhielt.
Ort und Raum wurden bewußt gewählt und tragen deshalb besondere Bedeutung: Ort und Raum besitzen zwei Dimensionen. Mit Ort spricht man hier den Ort, in dem und an dem die Kirche stand und steht an. „Ort“ ist aber auch der spezifische Ort innerhalb der Kirchenmauern, innerhalb derer der „Ort“ bessere oder schlechtere Qualität besitzen kann. Es seien lediglich Altar, (Hauptaltar und Seiten, bzw. Nebenaltäre), Chor, Schiff, … angesprochen. Die Liturgie stellt hier das Koordinatensystem her. Der Raum besitzt diesen Prämissen folgend ebenfalls zumindest zwei Dimensionen. Zum Einen ist der Begriff Raum im Sinne des „Standortes“ und dessen sozioökonomisches Umfeld.