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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

080016 SE M510 Repräsentationen II: Fotografie Migration Museum (2017S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

!Achtung! 1. Termin: DI 07.03.2017 16.15-18.30 Ort: Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse

Dienstag 04.04. 16:15 - 18:30 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Dienstag 25.04. 16:15 - 18:30 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Dienstag 02.05. 16:15 - 18:30 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Dienstag 09.05. 16:15 - 18:30 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Dienstag 16.05. 16:15 - 18:30 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Dienstag 23.05. 16:15 - 18:30 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Dienstag 30.05. 16:15 - 18:30 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Dienstag 13.06. 16:15 - 18:30 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Dienstag 20.06. 16:15 - 18:30 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Fotografien machen Abwesendes präsent. Die Fotografie ist ein time based medium und das fotografische Bild ist Teil des unwiederbringlichen Moments seiner Aufnahme. Aber es bleibt nicht an deren Ort. Eine Fotografie kann mit auf Wanderschaft genommen werden, sie kann vor- oder zurückgeschickt werden. Sie kann - und das nicht erst, seit das Internet die Bilder mobil gemacht hat leichter als ein Mensch, das Land wechseln. Sie kann sich multiplizieren und zeitgleich unterschiedliche Wege nehmen. Sie kann für die Migration instrumentell werden. Sie kann aber auch im Privaten und Öffentlichen Geschichten generieren und illustrieren, die das Migrantische bezeugen oder beweisen sollen und die es zelebrieren oder ablegen wollen. Fotografien sind oft das Ergebnis eines culte de unite (Bourdieu). Sie verweisen auf Erinnerungsorte, -ereignisse und objekte und sind oft selbst ein lieu de mémoire (Nora). So werden sie zu uneindeutigen aber unverzichtbaren Bestandteilen virtueller und realer Archive, Ausstellungen und Museen der Migration. Der Fotografie räumt diese Lehrveranstaltung zu "Museologie und Öffentlichkeit’"mit einem Fokus auf Migration daher einen zentralen Stellenwert ein. Sie befasst sich mit Fotografie im Kontext von Migration, Migrationsgeschichte und deren gesellschaftlicher Verortung.
Diese Lehrveranstaltung stellt Ausstellungen zur Migration, mittlerweile enstandene und entstehende Migrationsarchive und Gründungsinitiativen von Museumsmuseen vor und nimmt deren Entstehungsbedinungen in den Blick: Während Museen, wie das Ellis Island National Museum of Immigration oder das Tenement Museum in New York City längst etablierte Orte der Repräsentation der amerikanischen und New Yorker Einwanderungsgeschichte sind, kämpfen europäische Initiativgruppen immer noch für ein Migrationsmuseum oder für die Thematisierung der Einwanderung als Teils des historischen Narrativs städtischer, regionaler oder nationaler Museen. Erst nach 25-jährigem Engagement des Vereins DOMID konnte 2016 beispielsweise eine Machbarkeitsstudie abgeschlossen werden der Start eines Zentralen Migrationsmuseums in Deutschland. Jahre nach dem Aufruf der lokalen Initiative "Archiv der Migration! Jetzt!" hat das Wien Museum ein erstes Pilotprojekt "Migration Sammeln" abgeschlossen, und ein neues begonnen.
In dieser museologischen Lehrveranstaltung fragen wir uns nach der Skepsis und den Widerständen gegen solche Initiativen sowie nach den Motiven für deren jüngste Fortschritte. Wir beleuchten einerseits den Raum, den Migrationsgeschichte in der Öffentlichkeit Wiens und anderer migrationsgesprägter Städte einnimmt und sprechen über die Rolle, die ihr in Österreich und anderen europäischen Ländern, die sich, entgegen jeder faktischen Zuwanderung, lange nicht als Einwanderungsländer verstanden haben, zugedacht wird. Andererseits fokussieren wir unsere Aufmerksamkeit auf im Migrationskontext relevante Fotografien. Wir verstehen diese visuellen Dokumente als Produkte technischer und chemischer Vorgänge, als Bilder und als Objekte. Wir üben einen analytischen Umgang mit ihnen und stellen dabei die Frage der (Un-)Sichtbarkeit von Migranten und der Repräsentation von Migration aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Perspektiven.
Ziel ist es, auf eine berufliche Praxis im Museums- und Ausstellungswesen oder auf die Zusammenarbeit mit Partnern aus diesem außeruniversitären Bereich der Wissensproduktion, vorzubereiten, die es möglich macht, bei Entscheidungen des Sammelns und Ausstellens oder deren Evaluierung, die Perspektive einer kritischen Migrationsforschung einzunehmen, die sich als Gesellschaftsforschung versteht und die es ermöglicht, die Öffentlichkeit in ihrer Heterogenität vor Augen zu haben.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Vida Bakondy, Wien Museum.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung mit Anwesenheitspflicht (wenn mehr als zwei LV-einheiten=Doppelstunden) versäumt werden, wirkt sich das auf die Endnote aus. Voraussetzung für den Zeugniserwerb sind die regelmäßige Teilnahme an den Sitzungen und Exkursionen, die Erarbeitung eines mehrteiligen Impulsreferats mit Handout o.ä., die aktive Teilnahme an Diskussionsrunden sowie die Abgabe von mindestens 80% der schriftlichen Seminarvorbereitungen.
Die Punkte werden wie folgt vergeben:
5 Punkte für die mündliche Präsentation der Ergebnisse einer Forschungsarbeit (museolog. Projekt)
10 Punkte für schriftliche Vorbereitungen auf die LV-Treffen während des gesamten Seminars
15 Punkte für die mündliche und schriftliche Vorbereitung auf das erste LV-Treffen im April
15 Punkte für die kooperative Vorbereitung eines LV-Treffens im Mai oder Juni
25 Punkte für die Mitarbeit
30 Punkte für eine schriftliche Aufgabe (im Rahmen eines museologischen Projekts).

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Für den erfolgreichen Abschluss der LV sind zumindest 50 von 100 möglichen Punkten zu erreichen.

Notenskala:
>= 87,5 sehr gut (1)
>= 75 gut (2)
>= 62,5 befriedigend (3)
>= 50 genügend (4)
< 50 nicht genügend (5)

Prüfungsstoff

Neben der gewissenhaften Ausarbeitung und fristgerechten Abgabe von vorgegebenen schriftlichen Seminarvorbereitungen gehört zur Leistungsüberprüfung im Rahmen der prüfungsimmanenten Lehrveranstaltung auch das mehrteilige Impulsreferat, das mit der Leiterin der Lehrveranstaltung besprochen wird. Während die Seminarvorbereitungen arbeitsgleich erfolgen, werden die Impulsreferate arbeitsteilig vorbereitet.

Literatur

Für sich einen schnellen Einblick in den Gegenstandsbereich des Seminars eignen sich die Einleitung in das Buch Museum und Migration und der Katalog Schere, Topf, Papier.
[Siehe Regina Wonisch, Migration und Museum. Einleitung. In Museum und Migration. Konzepte Kontexte Kontroversen, hrsg. von Regina Wonisch und Thomas Hübel. Bielefeld: Transcript Verlag 2012: 19-33 und Schere, Topf, Papier. Objekte zur Migrationsgeschichte, hrsg. von Arif Akkilic, Viada Bakondy, Ljubomir Bratic, Regina Wonisch. Wien: Mandelbaum Verlag 2016. Handapparat der Institutsbibliothek.]
Eine Literaturliste, die detailierte terminliche Angaben zu den zu lesenden Pflichttexten enthält, wird während der Vorbesprechung am 7. März zur Verfügung gestellt. Während dieser Vorbesprechung wird auch schon die erste Rechercheaufgabe gestellt, deren Ergebnisse am 4.4. schriftlich vorzulegen und zu präsentieren sind

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:31