Universität Wien FIND

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080018 PS Fallstudie I: Sozialer Wohnbau in Wien, Teil III: 1984 bis zur Gegenwart (nst./zeu.K.) (2021W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
VOR-ORT

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 20 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Bitte beachten Sie, dass die Teilnahme an dem die LV begleitenden Tutorium verpflichtend vorgeschrieben ist. Dieses Tutorium wird von Fridolin Göbel geleitet und jeweils im Anschluss an die LV von 10:45 bis 12:15 stattfinden (im SR1). Die einzelnen Tutoriumstermine sind (vorbehaltlich möglicher Änderungen) wie folgt festgelegt worden: 6. Oktober, 13. Oktober, 20. Oktober, 1. Dezember, 15. Dezember, 12. Jänner, 19. Jänner.

Mittwoch 06.10. 09:00 - 10:30 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
Mittwoch 13.10. 09:00 - 10:30 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
Mittwoch 20.10. 09:00 - 10:30 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
Mittwoch 03.11. 09:00 - 10:30 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
Mittwoch 10.11. 09:00 - 10:30 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
Mittwoch 17.11. 09:00 - 10:30 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
Mittwoch 24.11. 09:00 - 10:30 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
Mittwoch 01.12. 09:00 - 10:30 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
Mittwoch 15.12. 09:00 - 10:30 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
Mittwoch 12.01. 09:00 - 10:30 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
Mittwoch 19.01. 09:00 - 10:30 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
Mittwoch 26.01. 09:00 - 10:30 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Stadt Wien blickt auf eine mehr als hundertjährige Geschichte des sozialen Wohnbaus zurück und erlaubt es wie kaum ein anderer Ort, sich mit den betreffenden Phänomenen (kunst-)historisch auseinander zu setzen. Während das berühmte Wohnbauprogramm des 'Roten Wien' bereits sehr gut untersucht ist -- die einschlägigen Studien Manfredo Tafuris und Eve Blaus sind auch in methodischer Hinsicht richtungsweisend --, steht die kunsthistorische Auseinandersetzung mit späteren Entwicklungen bis hin zur Gegenwart erst am Anfang.
In der Fallstudie soll die Zeit von 1984 bis heute in den Blick genommen werden. Was die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen betrifft, ließ sich in diesem Zeitraum beobachten, wie sich die Gemeinde Wien als Bauherrin sukzessive zurückzog, um sich stattdessen, Mechanismen eines aggressiven Immobilienmarktes abdämpfend, auf die Bereitstellung von Baugründen, die Organisation von Bauträgerwettbewerben und die Förderung der jeweils ausgewählten Projekte zu konzentrieren. Die Etablierung dieses neuen, 1984 in Kraft getretenen Systems führte einerseits zu einer Erweiterung der gestalterischen Spielräume, weshalb man unter den Entwerfer*innen sozialer Wohnbauten nun auch Namen wie Jean Nouvel, Herzog & de Meuron, Elsa Prohazka, Raimund Abraham u.s.w. findet. Andererseits wurde, in Fortsetzung einer schon früher fassbaren Tendenz, der soziale Wohnbau zunehmend zu einem 'geförderten Wohnbau für den Mittelstand'. Dass man zwischen gefördertem und frei finanziertem Wohnbau dem Aussehen nach schließlich gar nicht mehr unterscheiden konnten, wurde zwar, zum Teil mit guten Gründen, begrüßt. Aber war das neue System dem ökonomischen Druck der neoliberalen Wende seit dem späten 20. Jahrhundert gewachsen? Und lief es nicht darauf hinaus, dass der soziale Wohnbau, indem er ununterscheidbar wurde, seine Identität verlor?
Fragen wie diese werden im Seminar nicht abstrakt, sondern im Rahmen präziser architekturgeschichtlicher Einzelstudien zu ausgewählten Bauten und Konzepten zu behandeln sein. Dabei wird sich vermutlich zeigen, dass der angedeutete Identitätsverlust nur EIN Aspekt eines wesentlich komplexeren Geschehens ist, in dem sich auch gegenläufige Tendenzen ausmachen lassen. Einiges deutet darauf hin, dass die sozialen Aspekte von Architektur seit 1984 differenzierter reflektiert wurden und die Kreativität (und auch Geduld!) mancher Entwerfer*innen in einem höheren Maß herausgefordert haben als je zuvor; und dass es verfehlt wäre, die soziale Verantwortung und den ästhetischen Anspruch von Architektur gegeneinander auszuspielen.
Da die LV einführenden Charakter hat, werden einzelne Schritte der kunsthistorischen Analyse von Bauwerken zuerst gesondert geübt und dann schrittweise integriert. Zu diesen Schritten gehören die exakte Beschreibung architektonischer Phänomene; ihre Analyse in syntaktischer, semantischer und pragmatischer Beziehung; die Rekonstruktion dessen, was bei ihrer Entstehung vorhanden war, gesucht wurde oder vermieden werden sollte; die kritische Auseinandersetzung mit etablierten Forschungsmeinungen sowie die Entwicklung und Konsolidierung eigener Thesen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

- aktive Beteiligung an Diskussionen
- Referat und Präsentation
- Vertiefung in Form einer schriftlichen Hausarbeit (15.000-20.000 Zeichen Fließtext)
- Mit der Anmeldung zu dieser LV stimmen Sie zu, dass die automatisierte Plagiatsprüfungs-Software Turnitin alle von Ihnen in moodle eingereichten schriftlichen Teilleistungen prüft.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderung:
- Anwesenheitspflicht. Bei Absenz wegen Krankheit oder familiärer Ausnahmesituation ist ein schriftlicher Nachweis vorzulegen.
- Für einen positiven Abschluss der Lehrveranstaltung müssen alle Teilleistungen erbracht werden, inkl. Teilnahme an allen Tutoriumseinheiten

Beurteilungsmaßstab:
- aktive Beteiligung an Diskussionen 15% FS I: individuelle Angabe LV-Leitung
- Referat und Präsentation 30 % FS I: individuelle Angabe LV-Leitung
- Vertiefung in Form einer schriftlichen Hausarbeit 55%

Prüfungsstoff

Es handelt sich um eine prüfungsimmanente LV.

Literatur

Eine umfangreiche Literaturliste wird in einem zu Semesterbeginn bereitgestellten Programm enthalten sein. Den Einstieg ins Thema erleichtern beispielsweise folgende Publikationen: Wolfgang KEMP: Architektur analysieren. Eine Einführung in acht Kapiteln. München: Schirmer/Mosel 2009; Andreas RUMPFHUBER und Michael KLEIN (Hrsg.): Modelling Vienna: real fictions in social housing. Wien: Turia & Kant, 2015; Susanne SCHMID, Dietmar EBERLE, Margrit HUGENTOBLER: A History of Collective Living. Forms of Shared Housing. Basel: Birkhäuser, 2019; Dietmar STEINER: „Wiener Wohnbau“ [2010], in: ders.: Steiner’s diary. Über Architektur seit 1959/About architecture since 1959, hg. Kunstuniversität Linz/Roland Gnajer. Zürich: Park Books 2016, S. 314-327.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 29.09.2021 18:08