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080024 VO-L B230 Forschungsfelder: Umkämpfte Küsten: Migration, Grenzkontrolle und Mittelmeerinseln (2018S)

Migration, Border Control and Mediterranean Islands

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Details

max. 50 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 09.03. 14:30 - 16:00 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Freitag 27.04. 14:30 - 19:30 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Samstag 28.04. 09:15 - 16:45 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Freitag 22.06. 14:30 - 19:30 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Samstag 23.06. 09:15 - 16:45 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Europas territoriale Grenzen gelten schon lange nicht mehr als manifestiert im Sinne der „Festung Europas“. Trotz einer Intensivierung der Grenzkontrollen gab es vor allem im letzten Jahrzehnt einen Anstieg an Migration in Richtung Europa, die das Mittelmeer durchquerte und die Mittelmeergrenze als semipermeable Membran sichtbar werden lässt. Dieses ist somit zum zentralen Schauplatz der Migration geworden. Sowohl politische, als auch öffentliche Diskurse befassen sich immer wieder mit dem „Massengrab Mittelmeer“ (ARD), mit dem „Drama im Mittelmeer“ (Spiegel) und dem „Meer der Verzweifelten“ (Süddeutsche Zeitung). Jedoch ist nicht nur das Meer alleine zum im Mittelpunkt der Debatte stehenden Arena geworden: Mittelmeerinseln wie Malta, Lampedusa oder Zypern, wurden zu Orten des Ankommens, Bleibens und Weitergehens von Migrant*innen. Die Inseln sind somit zu wichtigen Teilen des EU-Grenzregimes geworden, in denen Zugehörigkeit, Exklusion, Zirkulation, Versicherheitlichung und Grenze multi-akteurisch neu verhandelt werden.

In diesem Seminar widmen wir uns diesen Phänomenen sowohl aus theoretischer und historischer Perspektive anhand einschlägiger Texte zu Grenzräumen, Grenzregime sowie Exklusions- und Inklusionspraktiken. Mittels zeitgenössischer Ethnografien und andauernder Forschungen der Lehrenden aus dem Mittelmeerraum nähern wir uns diesen Themen auch mit ethnografischen Beispielen. Uns interessiert, wie sich „Grenzen“ und umkämpfte Küsten aus der Perspektive einer kritischen Migrationsforschung bestimmen lassen und welche besondere Rolle Inseln darin spielen. Wir nähern uns methodologisch einer Beforschbarkeit der Insel an und erkunden einerseits wie Geflüchtete, die in Europa auf einer Insel ankommen, diese erleben und wie die anderen Inselbewohner*innen das Inseldasein und die neuen Inselbewohner*innen wahrnehmen, narratieren und repräsentieren

Die Inhalte der Lehrveranstaltung werden durch die Lektüre entsprechender Texte erarbeitet. Die Wissensvermittlung erfolgt über Vorträge der Lehrenden, Gruppenarbeiten auf Basis der angegebenen Literatur und Diskussionen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Nicht prüfungsimmanente LV

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Für den erfolgreichen Abschluss der LV sind zumindest 50 von 100 möglichen Punkten zu erreichen.

Notenskala:
= > 87,5 sehr gut (1)
= > 75 gut (2)
= > 62,5 befriedigend (3)
= > 50 genügend (4)
< 50 nicht genügend (5) .

Prüfungsstoff

Die erworbenen Kenntnisse werden mittels einer Klausur abgefragt.

Literatur

Cuttitta, Paolo (2016): Zwischen De- und Repolitisierung: Nichtstaatliche Search and Rescue-Akteure an der EU-Mittelmeergrenze. In: Hess, Sabine/Kasparek, Bernd et al. (Hrsg.): Der lange Sommer der Migration. Grenzregime III, S. 115-125.

Ewert, Lina (2016): Suchen. Retten. Legalisieren- Chancen und Grenzen zivilgesellschaftlicher Seenotrettung am Beispiel der Organisation Sea Watch. In: Hess, Sabine/Kasparek, Bernd et al. (Hrsg.): Der lange Sommer der Migration. Grenzregime III, S. 126-136.

Hess, Sabine/Karakayali, Serhat (2016): Fluchtlinien der Migration. Grenzen als soziales Verhältnis. In: Hess, Sabine et al. (Hrsg.): Der lange Sommer der Migration. Grenzregime III. Hamburg: Assoziation A. S. 25-37.

King, Russell (2009): Geography, Islands and Migration in an Era of Global Mobility. In: Island Studies Journal, Vol. 4, No. 1. S. 53-84.

Klepp, Silja (2011): Flüchtlinge auf dem Mittelmeer: Tendenzen, Strategien, Hintergründe. In: Europa zwischen Grenzkontrolle und Flüchtlingsschutz. Eine Ethnographie der Seegrenze auf dem Mittelmeer. Bielefeld: Transkript. S. 31-70.

Klepp, Silja 2009: Notstand auf der Insel? In: Hinterland Nr. 11, 07/2009, S. 5-11.

Nadig, Maja (2009): Einführung in eine ethnopsychoanalytische Deutungswerkstatt. In: Nadig, Maja: Einführung in eine ethnopsychoanalytische Deutungswerkstatt mit Beiträgen von vier Psychoanalytikern zu Kulturschock und Chaos. Tagungsband der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung zur Herbsttagung 2008 in Bad Homburg. Berlin: Deutsche Psychoanalytische Vereinigung.

Nimführ, Sarah/Otto, Laura/Samateh, Gabriel (2017): Gerettet, aber nicht angekommen. Von Geflüchteten in Malta. In: Hess, Sabine/Kasparek, Bernd et al. (Hrsg.): Der lange Sommer der Migration. Grenzregime III, S. 137-150.

Reckinger, Gilles (2013): Annäherungen an eine Insel. In: (ders.) Lampedusa. Begegnungen am Rande Europas, S. 12-33.

Scheel, Stephan (2015): Das Konzept der Autonomie der Migration überdenken? Yes, please!. Movements Vol 1, 2. S. 1-15.

Tsianos, Vassilis/Hess, Sabine (2010): Ethnographische Grenzregimeanalyse. Eine Methodologie der Autonomie der Migration. In: Hess, Sabine/Kasparek, Bernd (Hrsg.): Grenzregime. Diskurse, Praktiken, Institutionen in Europa. Berlin: Assoziation A., S. 243-264.

Yuval Davis, Nita (2013): A Situated Intersectional Everyday Approach to the Study of Bordering. EU Borderscapes: S. 1-20.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

B230 sowie EC 120 Grundlagen Europäischer Ethnologie

Letzte Änderung: Fr 12.07.2019 00:12