080024 PS Fallstudie II/III: Der Puls der Zeit an der "Halbperipherie" (nst./zeu.K.) (2020W)
Klassische Avantgarde in Zentraleuropa bis 1945 (Fokus: Budapest und Prag)
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
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Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").
- Anmeldung von Mi 09.09.2020 10:00 bis Mi 16.09.2020 10:00
- Abmeldung bis Di 13.10.2020 10:00
Details
Sprache: Deutsch
Lehrende
Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert
- Montag 05.10. 09:00 - 11:00 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
- Montag 12.10. 09:00 - 11:00 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
- Montag 19.10. 09:00 - 11:00 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
- Montag 09.11. 09:00 - 11:00 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
- Montag 16.11. 09:00 - 11:00 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
- Montag 23.11. 09:00 - 11:00 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
- Montag 30.11. 09:00 - 11:00 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
- Montag 07.12. 09:00 - 11:00 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
- Montag 14.12. 09:00 - 11:00 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
- Montag 11.01. 09:00 - 11:00 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
- Montag 18.01. 09:00 - 11:00 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
- Montag 25.01. 09:00 - 11:00 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
Information
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
Skizziert man die Geschichte der klassischen Avantgarde im gesamteuropäischen Kontext, oszilliert das gängige Masternarrativ gewöhnlich um kulturelle Zentren wie Moskau, St. Petersburg, Berlin, Paris, Leiden und Zürich. Was geschah aber in der Zwischenkriegszeit unweit von Wien, gewissermaßen im Windschatten der österreichischen Hauptstadt, an der „Halbperipherie“ – in Ungarn und der Tschechoslowakei? Etwas salopp gefragt: wen gab´s da noch außer František Kupka und László Moholy-Nagy? War die dortige Avantgarde auf ein stetes „Nachhinken“ hinter dem „Westen“ verurteilt? Wie kann man das Geflecht künstlerisch-gestalterischer Praxen in Zwischenkriegseuropa jenseits von eingefahrenen Kategorien und binären Oppositionen (Ost-West, Zentrum-Peripherie...) problematisieren?Statt sich wieder einmal mit den notorisch bekannten (als vertraut angenommenen) Meistern /“Gründervätern“ der (west)europäischen Moderne auseinanderzusetzen, werden wir in diesem Kurs zentrale Positionen der ungarischen und tschechischen Avantgarde-Kunstszene beleuchten. Thematisiert und aufeinander bezogen werden führende Künstler*innen, Gestalter*innen (aber auch Theoretiker) – einzelne Werkserien, Künstlerkollektive, Netzwerke und Plattformen (darüber hinaus auch verschiedene mediale Dispositive, Präsentations- und Distributionsformen). Dabei werden wir immer wieder auch auf verschiedene Modi der Einflüsse, Formen und Strategien internationaler Vernetzung, diachrone Verschiebungen, Transferkanäle, Konkurrenzverhältnisse und „produktive Missverständnisse“, die die jeweiligen Bewegungen geprägt haben, eingehen.Fragen, die uns u. a. beschäftigen werden: was verstand man unter „Liquidierung der Kunst“? Was genau war mit dem Postulat gemeint, „Zerstört, um (auf)bauen zu können“? Und was genau, welche gesellschaftliche Ordnung musste zerstört und überwunden werden? Inwiefern haben sie die meisten Strömungen als radikal subversiv und durch und durch politische Praxen verstanden? Wie ist der Drang nach Purismus theoretisch fundiert? Welche Differenzen,Verschiebungen und Wechselwirkungen gab es zwischen den westeuropäischen Metropolen und den Lokalzentren ostmitteleuropäischen „Halbperipherie“? Was heißt Aktivismus im Kontext der zentraleuropäischen Avantgarden? Woher die ambivalente Stellung, ggf. sogar Hassliebe zur Erbe des Impressionismus (die zuweilen, wie es György Lukács 1910 formulierte, in eine "Kriegserklärung" gegenüber der „Stimmungsmalerei“ münden konnte)? Und überhaupt: in was für einem soziokulturellen Umfeld mussten sich die (oft sehr kurzlebigen) Avantgardebewegungen behaupten? Warum hat sich die tschechische Zwischenkriegsavantgarde anders entwickelt (progressivere Züge angenommen) als die ungarische? Was hat die rege und vertiefte Auseinandersetzung mit Picasso in Prag (oder das Gedeihen des Surrealismus) begünstigt? Woher rührt die ungarische Orientierung an Rom (und an die Tradition der Novecento)? Und welche Rolle kam in diesem Verweisungszusammenhang (aus der Perspektive der ungarischen und tschechischen Avantgardekünstler) Wien, der ehem. Kaiserstadt, die immer wieder gerne als „Schmelztiegel“ apostrophiert wird, zu?Ein zentrales Ziel der LV ist, den Studierenden ein differenziertes und reflektiertes Verständnis der wichtigsten Avantgardebewegungen (insbesondere von Konstruktivismus, Kubismus und Surrealismus) zu vermitteln. Der Kurs möchte die Teilnehmer*innen auch auf die utopistischen, gesellschaftskritischen und emanzipatorischen Aspekte der „neuen Kunst“ – sowie die Formen und Modi der Ideologiegebundenheit einzelner Avantgardegruppen – sensibilisieren. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf vertiefte und reflektierte Bildanalysen gerichtet. Parallel zu zentralen „Werken“ werden auch ausgewählte theoretische Texte, Manifeste und Streitschriften thematisiert und kontextualisiert.Kenntnisse der ungarischen und/oder tschechischen (bzw. slowakischen) Sprache sind von Vorteil, aber nicht notwendig.
Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel
– regelmäßige und aktive Beteiligung an Diskussionen
– Referat zum ausgewählten Thema
– Gegen Ende des Semesters: Präsentation der Fragestellung der Seminararbeit (inkl. Bibliographie)
– Vertiefung in Form einer schriftlichen Hausarbeit (ca. 15-20.000 Z. Fließtext)
– Mit der Anmeldung zu dieser LV stimmen Sie zu, dass die automatisierte Plagiatsprüfungs-Software Turnitin alle von Ihnen in moodle eingereichten schriftlichen Teilleistungen prüft.
– Referat zum ausgewählten Thema
– Gegen Ende des Semesters: Präsentation der Fragestellung der Seminararbeit (inkl. Bibliographie)
– Vertiefung in Form einer schriftlichen Hausarbeit (ca. 15-20.000 Z. Fließtext)
– Mit der Anmeldung zu dieser LV stimmen Sie zu, dass die automatisierte Plagiatsprüfungs-Software Turnitin alle von Ihnen in moodle eingereichten schriftlichen Teilleistungen prüft.
Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab
– Anwesenheitspflicht. Bei Absenz wegen Krankheit oder familiärer Ausnahmesituation ist ein schriftlicher Nachweis vorzulegen.
– Für einen positiven Abschluss der Lehrveranstaltung müssen alle Teilleistungen erbracht werden.
– Seminararbeit: Zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis kann der/die Lehrveranstaltungsleiter/in Studierende zu einem notenrelevanten Gespräch nach Abgabe der Arbeit einladen, welches positiv zu absolvieren ist.
Beurteilungsmaßstab (Richtwerte):
– aktive Beteiligung an Diskussionen 20%
– Referat und Präsentation 20 %
– Vertiefung in Form einer schriftlichen Hausarbeit 60%
– Für einen positiven Abschluss der Lehrveranstaltung müssen alle Teilleistungen erbracht werden.
– Seminararbeit: Zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis kann der/die Lehrveranstaltungsleiter/in Studierende zu einem notenrelevanten Gespräch nach Abgabe der Arbeit einladen, welches positiv zu absolvieren ist.
Beurteilungsmaßstab (Richtwerte):
– aktive Beteiligung an Diskussionen 20%
– Referat und Präsentation 20 %
– Vertiefung in Form einer schriftlichen Hausarbeit 60%
Prüfungsstoff
N/A
Literatur
Zur ersten Orientierung:Krisztina Passuth: Treffpunkte der Avantgarde. Ostmitteleuropa 1907-1930, Dresden 2003.Klimt ist nicht das Ende. Aufbruch in Mitteleuropa, hg. von Stella Rollig und Alexander Klee, (Kat. Ausst., Belvedere Wien 2018), München 2018.Weitere Literaturangaben werden über Moodle und die Bibliothek zur Verfügung gestellt.
Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis
Letzte Änderung: Mo 05.10.2020 11:49