Universität Wien

080036 SE Otto Wagner und die Wiener Moderne (2024S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Der Termin am 5.3. wird nicht im Seminarraum, sondern via Zoom stattfinden. Ein Link wird zeitgerecht an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschickt.

  • Dienstag 05.03. 17:45 - 19:15 Digital
  • Dienstag 19.03. 17:45 - 19:15 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
  • Dienstag 09.04. 17:45 - 19:15 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
  • Dienstag 16.04. 17:45 - 19:15 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
  • Dienstag 23.04. 17:45 - 19:15 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
  • Dienstag 30.04. 17:45 - 19:15 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
  • Dienstag 07.05. 17:45 - 19:15 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
  • Dienstag 14.05. 17:45 - 19:15 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
  • Dienstag 21.05. 17:45 - 19:15 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
  • Dienstag 28.05. 17:45 - 19:15 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
  • Dienstag 04.06. 17:45 - 19:15 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
  • Dienstag 11.06. 17:45 - 19:15 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
  • Dienstag 18.06. 17:45 - 19:15 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
  • Dienstag 25.06. 17:45 - 19:15 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Der Architekt Otto Wagner (1841–1918) gilt als einer der bedeutendsten Wegbereiter der Moderne in Wien. Schon seine Zeitgenossen attestierten ihm die Rolle eines „Vorkämpfers“ für jene künstlerische Erneuerungsbewegung, die untrennbar mit der Gründung der Wiener Secession im Jahr 1897 verbunden ist. Konsequent und streitbar wie kein zweiter Vertreter seiner Generation, setzte er sich mit Bauten, Projekten und Publikationen für eine grundlegende Erneuerung der Baukunst ein. Nach einem umfangreichen und bemerkenswerten Frühwerk, das vom Historismus des 19. Jahrhunderts geprägt war, vollzog Wagner im Alter von 50 Jahren den Bruch mit der künstlerischen Tradition: Er war zu der Überzeugung gelangt, dass sich die Architektur von den historischen Stilen emanzipieren und mithilfe neuer Konstruktionen und Materialien zu einer neuen Formensprache finden müsse, die den Bedürfnissen des „modernen Lebens“ gerecht wurde – und damit einem vorwiegend als großstädtisch imaginierten Alltag, der von technischen Errungenschaften und gewandelten sozioökonomischen Verhältnissen geprägt war. Die Kompromisslosigkeit, mit der Wagner seine Anschauungen vertrat, machte ihn zu einem der umstrittensten Architekten seiner Zeit. Nicht zuletzt aus diesem Grund konnte er nach seinem offenen Eintreten für die Anliegen der Secession im zunehmend konservativen Klima Wiens nur mehr wenige Projekte realisieren – darunter immerhin Schlüsselwerke der Architektur des 20. Jahrhunderts, wie die Postsparkasse und die Kirche am Steinhof. Zwei Jahrzehnte hindurch wirkte Wagner als Professor an der Wiener Akademie der bildenden Künste und prägte damit mehrere Generationen von Architekten, die seine Lehre höchst unterschiedlich interpretierten und weiterentwickelten.
Die Lehrveranstaltung nimmt Wagners Werk im Kontext der „Wiener Moderne“ in den Blick und fragt nach Wagners Bezügen zu anderen künstlerischen Positionen im Wien der Jahrhundertwende – von der Auseinandersetzung mit dem kreativen Potenzial seiner Schüler an der Akademie der bildenden Künste über seine Rolle im Kontext der Wiener Secession und das Verhältnis zu Künstlern wie Josef Hoffmann, Gustav Klimt, Adolf Loos, Koloman Moser oder Joseph Maria Olbrich bis hin zur Rezeption Wagners durch Vertreter und Vertreterinnen der Wiener Moderne. Nicht zuletzt soll auch der Stellenwert von Malerei und Skulptur in seinen Bauten und Projekten untersucht werden. Im Rahmen von Exkursionen zu ausgewählten Bauten Wagners sollen die Querbezüge zu anderen künstlerischen Positionen vor dem Original diskutiert und vertieft werden. Die Lektüre von zentralen Texten der Wiener Moderne soll Wagners Werk im größeren kulturellen Rahmen seiner Zeit verorten.
Ziel der Lehrveranstaltung ist es, das Schaffen Otto Wagners und dessen Rezeption im Rahmen der künstlerischen Erneuerungsbestrebungen um 1900 zu verorten und seinen Status als Pionier und Motor der Wiener Moderne einer Überprüfung zu unterziehen – auch in Hinblick auf eine kritische Bewusstseinsbildung für das Label „Wien um 1900“ und seine kultur- und wissenschaftsökonomischen Aspekte.

Allgemeine Informationen:
Die Studierenden haben sich in ein spezielles kunsthistorisches Thema eingearbeitet und die relevante Fachliteratur auf eigenständige und kritische Weise rezipiert. Sie sind sie imstande, kunsthistorische Phänomene zu beobachten und präzise zu beschreiben, Themen sinnvoll einzugrenzen, Forschungsfragen zu stellen, Hypothesen zu bilden und in Auseinandersetzung mit der Fachliteratur zu diskutieren. Sie sind auch in der Lage, die Ergebnisse ihrer Recherchen, Beobachtungen und Reflexionen in mündlicher und schriftlicher Form überzeugend darzustellen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

- aktive Beteiligung an Diskussionen
- Referat
- Vertiefung in Form einer schriftlichen Seminararbeit (etwa 40.000 Zeichen Fließtext)
- Mit der Anmeldung zu dieser LV stimmen Sie zu, dass die automatisierte Plagiatsprüfungs-Software Turnitin alle von Ihnen in moodle eingereichten schriftlichen Teilleistungen prüft.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderung:
- Anwesenheitspflicht. Bei Absenz wegen Krankheit oder familiärer Ausnahmesituation ist ein schriftlicher Nachweis vorzulegen.
- Für einen positiven Abschluss der Lehrveranstaltung müssen alle Teilleistungen erbracht werden.
- Seminararbeit: Zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis kann der/die Lehrveranstaltungsleiter/in Studierende zu einem notenrelevanten Gespräch nach Abgabe der Arbeit einladen, welches positiv zu absolvieren ist.

Beurteilungsmaßstab:
- aktive Beteiligung an Diskussionen 15%
- Referat und Präsentation 30 %
- Vertiefung in Form einer schriftlichen Hausarbeit 55%

Notenschlüssel:
1 (sehr gut) 100-90 Punkte; 2 (gut) 89-81 Punkte; 3 (befriedigend) 80-71 Punkte; 4 (genügend) 70-61 Punkte; 5 (nicht genügend) 60-0 Punkte

Prüfungsstoff

Prüfungsstoff ist der Inhalt der Lehrveranstaltung.

Literatur

Paul Asenbaum, Peter Haiko, Herbert Lachmayer, Reiner Zettl: Otto Wagner. Möbel und Innenräume, Salzburg 1984.
Heinz Geretsegger, Max Peintner: Otto Wagner 1841–1918. Unbegrenzte Großstadt – Beginn der modernen Architektur, 4. Auflage Salzburg 1983.
Otto Antonia Graf: Otto Wagner. Das Werk des Architekten, 2 Bände, Wien-Köln-Graz 1985.
Ruth Hanisch: Moderne vor Ort. Wiener Architekzur 1889-1938, Wien-Köln-Weimar 2018.
Harry Francis Mallgrave (Hg.): Otto Wagner. Reflections on the raiment of modernity, Santa Monica 1993.
Andreas Nierhaus, Eva-Maria Orosz (Hg.): Otto Wagner (Ausst.-Kat. Wien Museum), Salzburg-Wien 2018.
Andreas Nierhaus, Alfred Pfoser (Hg.): Otto Wagner: Meine angebetete Louise! Das Tagebuch des Architekten, Salzburg-Wien 2019.
Werner Oechslin: Stilhülse und Kern: Otto Wagner, Adolf Loos und der evolutionäre Weg zur modernen Architektur, Zürich 1994.
Gustav Peichl (Hg.): Die Kunst des Otto Wagner, Wien 1984.
Marco Pozzetto: Die Schule Otto Wagners 1894-1912, Wien-München 1980.
Carl E. Schorske: Wien: Geist und Gesellschaft im Fin de Siècle, Frankfurt/Main 1982.
Otto Wagner: Die Baukunst unserer Zeit, Wien 1914 (Reprint Wien 1979).
Otto Wagner: Einige Skizzen, Projekte und ausgeführte Bauwerke, Reprint der vier Originalbände, Tübingen 1987.
Gotthart Wunberg (Hg.): Die Wiener Moderne. Literatur, Kunst und Musik zwischen 1890 und 1910, Stuttgart 1981.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Do 29.02.2024 08:25