Universität Wien FIND

080038 SE SE: Jesuitenstil und "modo nostro". Theorie u.Konzepte d.Architektur d.Gesellschaft Jesu (n./zeu.K.) (2017S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 20 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 08.03. 16:30 - 18:00 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Mittwoch 15.03. 16:30 - 18:00 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Mittwoch 22.03. 16:30 - 18:00 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Mittwoch 29.03. 16:30 - 18:00 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Mittwoch 05.04. 16:30 - 18:00 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Mittwoch 26.04. 16:30 - 18:00 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Mittwoch 03.05. 16:30 - 18:00 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Mittwoch 10.05. 16:30 - 18:00 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Mittwoch 17.05. 16:30 - 18:00 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Mittwoch 24.05. 16:30 - 18:00 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Mittwoch 07.06. 16:30 - 18:00 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Mittwoch 14.06. 16:30 - 18:00 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Mittwoch 21.06. 16:30 - 18:00 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Mittwoch 28.06. 16:30 - 18:00 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Geschichte des Jesuitenstils ist weniger eine Geschichte des Stils als eine Geschichte des Begriffs. Ausgehend von einer historiographischen Differenzierung des Begriffs "Stil" vermittelt die LV dessen missbräuchliche Verwendung in der ideologisch gefärbten Diskussion der Kunst der Jesuiten, die ab der Mitte des 19. Jahrhunderts geführt wurde. Daher soll einerseits die historiographische Komponente beleuchtet werden und - als zweiter Schwerpunkt der LV - die Komplexität der Jesuitenarchitektur (Nachgotik und oberitalienische Frühbarock gleichzeitig in denselben Kulturräumen) verdeutlicht werden. Durch Analyse von jesuitischen Sakralarchitekturen in Italien und in den Gebieten des alten deutschen Reichs sollen länderspezifische Besonderheiten und/oder ordenstypische Merkmale herausgearbeitet werden. Die Frage solcher Merkmale ist an den Begriff des „modo nostro“ gebunden, mit dem die vorrangig italienische Architekturforschung ein neues Konzept zur Individualisierung der Jesuitenarchitektur zu entwickeln versuchte, nachdem die Brüchigkeit des „Jesuitenstils“ deutlich zu Tage getreten ist.
Die Methoden, mit denen gearbeitet werden wird: Architekturtypologie, Stilkritik und Quellenkritik.

Erwünscht ist die passive Kenntnis der italienischen und englischen Sprache!

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Benotung basiert auf einem mündlich zu haltendem Referat, auf dessen schriftlicher Fassung am Ende des Semesters und der Beteiligung an den laufenden Referatsdiskussionen.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Summe der 3 Einzelnoten muss ein Genügend ergeben. Im Einzelfall (etwa aus Krankheits- oder aus Zeitgründen) kann vom Referat abgesehen werden. Die Note für die schriftliche Arbeit gilt dann auch für das Referat.

Prüfungsstoff

Literatur

Gauvin Alexander Bailey, ´Le style jésuite n`existe pas`: Jesuit corporate culture and the visual arts, in: John W. O`Malley / Gauvin Alexander Bailey / Steven J. Harris / T. Frank Kennedy (Ed.), The Jesuits. Cultures, Sciences, and the Arts 1540–1773. Toronto / Buffalo / London 1999, 38–89.

Sandro Benedetti, Tipologia, Ragionevolezza e paperismo nel “modo nostro” dell`architettura gesuitica, in: Sandro Benedetti, Fuori dal Classicismo. Sintetisimo, Tipologia, Ragione nell` architettura del Cinquecento. Roma 1984, 67–104.

Richard Bösel, Die Nachfolgebauten von San Fedele in Mailand, in: Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte 37 (1984), 67–87.

Richard Bösel, Typus und Tradition in der Baukultur gegenreformatorischer Orden, in: Römische Historische Mitteilungen 31 (1989), 239–253.

Richard Bösel, Grundfragen und Fallstudien zur jesuitischen Bautypologie, in: Herbert Karner / Werner Telesko (Hg.), Die Jesuiten in Wien. Zur Kunst- und Kulturgeschichte der österreichischen Ordensprovinz der „Gesellschaft Jesu“ im 17. und 18. Jahrhundert. Wien 2003, 193–209.

Joseph Braun, Die Kirchenbauten der deutschen Jesuiten. Ein Beitrag zur Kultur- und Kunstgeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts. Erster Teil: Die Kirchen der ungeteilten rheinischen und der niederrheinischen Ordensprovinz. Freiburg im Breisgau 1908.

Joseph Braun, Die Kirchenbauten der deutschen Jesuiten. Ein Beitrag zur Kultur- und Kunstgeschichte des 16., 17. und 18. Jahrhunderts. Zweiter (Schluß=) Teil: Die Kirchen der oberdeutschen und der oberrheinischen Ordensprovinz. Freiburg im Breisgau 1910.

Hermann Hipp, Studien zur „Nachgotik“ des 16. und 17. Jahrhunderts in Deutschland, Böhmen, Österreich und der Schweiz. Dissertation der Philosophie an der Eberhard-Karls-Universität-Tübingen. 3 Bände, 1979, bes. 407–428.

Evonne Levy, Propaganda and the Jesuit Baroque. Berkeley / Los Angeles / London 2004.

Evonne Levy, Das Jesuitische in der Jesuitenarchitektur, in: Herbert Karner / Werner Telesko (Hg.), Die Jesuiten in Wien. Zur Kunst- und Kulturgeschichte der österreichischen Ordensprovinz der „Gesellschaft Jesu“ im 17. und 18. Jahrhundert. Wien 2003, 23–241.

Horst Nising, „… in keiner Weise prächtig“: Die Jesuitenkollegien der süddeutschen Provinz und ihre städtebauliche Lage im 16.–18. Jahrhunderts. Frankfurt am Main 1991.

Luciano Patetta, Le chiese della Compagnia di Gesù come tipo: complessità e sviluppi, in: Luciano Patetta, Storia e tipologia. Milano 1989, 161–201.

Friedrich Polleross, Nuestro Modo de Proceder. Betrachtungen aus Anlaß der Tagung “Die Jesuiten in Wien” vom 19. bis 21. Oktober 2000, in: Frühneuzeitinfo 12 (2001), 93–128.

Marion Sauter, Die oberdeutschen Jesuitenkirchen (1550–1650). Bauten, Kontext und Bautypologie. Petersberg 2004.

Jeffrey Chipps Smith, Sensuous Worship. Jesuits and the art of the early Catholic reformation in Germany. Princeton 2002.

Johannes Terhalle, Die Architektur der Jesuiten um 1600 und St. Michael in München, in: Reinhold Baumstark (Hg.), Rom in Bayern. Kunst und Spiritualität der ersten Jesuiten. Katalog zur Ausstellung des Bayerischen Nationalmuseums. München 1997, 83–147.

Rudolf Wittkower / Irma B. Jaffé (Hg.), Baroque art: Jesuit contribution. New York 1972.

Richard Bösel, Jesuitenarchitektur in Italien 1540–1773, Teil I: Die Baudenkmäler der römischen und der neapolitanischen Ordensprovinz, 2 Bände. Wien 1984.

Richard Bösel / Herbert Karner, Jesuitenarchitektur in Italien 1544–1773, Teil II: Die Baudenkmäler der mailändischen Ordensprovinz. Wien 2007.

Herbert Karner, Jesuitenarchitektur im Donauraum: regional – national – übernational? In: K. Möseneder, M. Thimann, A. Hofstetter (Hg.), Barocke Kunst und Kultur im Donauraum. 2 Bde. Petersberg 2014, 424-435.


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 20.03.2017 15:23