Universität Wien FIND

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080048 VO Slow Information. Amerikanische Kunst in der Informationsgesellschaft um 1970 (nst.K.) (2019W)

An/Abmeldung

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Achtung: Die Vorlesung beginnt erst am 6. November 2019!

Mittwoch 06.11. 11:30 - 13:00 Hörsaal C2 UniCampus Hof 2 2G-K1-03
Mittwoch 13.11. 11:30 - 13:00 Hörsaal C2 UniCampus Hof 2 2G-K1-03
Mittwoch 20.11. 11:30 - 13:00 Hörsaal C2 UniCampus Hof 2 2G-K1-03
Mittwoch 27.11. 11:30 - 13:00 Hörsaal C2 UniCampus Hof 2 2G-K1-03
Mittwoch 04.12. 11:30 - 13:00 Hörsaal C2 UniCampus Hof 2 2G-K1-03
Mittwoch 11.12. 11:30 - 13:00 Hörsaal C2 UniCampus Hof 2 2G-K1-03
Mittwoch 18.12. 11:30 - 13:00 Hörsaal C2 UniCampus Hof 2 2G-K1-03
Mittwoch 08.01. 11:30 - 13:00 Hörsaal C2 UniCampus Hof 2 2G-K1-03
Mittwoch 15.01. 11:30 - 13:00 Hörsaal C2 UniCampus Hof 2 2G-K1-03
Mittwoch 22.01. 11:30 - 13:00 Hörsaal C2 UniCampus Hof 2 2G-K1-03

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

1968 stellte der amerikanische Künstler Richard Serra eine Serie von Arbeiten her, in denen er geschmolzenes Blei in eine Raumecke schleuderte, das Metall nach seinem Erkalten aus dieser vorgefundenen Gussform löste, auf dem Boden daneben ablegte und den Prozess mehrmals wiederholte. Diese Arbeiten nannte er „slow information pieces“. Solche das Material und den Herstellungsprozess thematisierenden Werke, die für einen spezifischen Ort gemacht wurden und ihre Betrachter*innen körperlich integrierten, gelten als Beginn der Postmoderne. Das dominierende Deutungsparadigma dieser Kunst sieht darin eine quasi phänomenologische Untersuchung der körperlich gebundenen Wahrnehmung. In der Vorlesung werden einerseits Arbeiten von Künstler*innen wie Serra, Robert Smithson, Michael Snow oder Nancy Holt vorgestellt und deren dominierende phänomenologische Deutung diskutiert. Andererseits werden alternative Interpretationsansätze entwickelt, welche die künstlerische Reflexion der Wahrnehmung mit der Kritik von Massenmedien zusammenschließen. Serras Bezeichnung „slow information pieces“ erscheint nämlich vor dem Hintergrund der damaligen visuellen Kultur, die durch die technische Bildlichkeit der Massenmedien und die neuen Informationstechnologien bestimmt war, durchaus doppeldeutig: nicht nur als Benennung der langsamen Formwerdung des Bleis, sondern auch als Bezug auf die zeitintensive Rezeption seiner Kunst im Gegensatz zum schnellen Informationsfluss der Massenmedien. Werkanalysen, Diskussion des Forschungsstands sowie Überlegungen zu Wechselwirkungen von Kunst und technisch informierter Bildlichkeit bilden gleichwertige Schwerpunkte der Vorlesung.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Klausur / Multiple Choice
UPDATE vom 24.05.2020: Die ausstehenden Klausuren finden bis auf Weiteres online statt, als digitale schriftliche Multiple Choice Prüfung über moodle. Die Prüfungen sind ab der angegeben Zeit online und für angemeldete Studierende auf ihrem Moodle Dashboard sichtbar. Für die Prüfungen sind je 30 Minuten vorgesehen, nach Ablauf der Zeit werden sie automatisch abgegeben. Beginnen Sie daher pünktlich und stellen Sie sicher, dass Sie eine stabile Internetverbindung haben. Es sind keine Hilfsmittel erlaubt!

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Anwesenheit, Mitdenken und Mitschreiben, Kenntnis der in der Vorlesung behandelten Werke, Themen und theoretischen Konzepte. Für eine positive Note müssen mindestens 50% der Punkte erreicht werden.
Notenschlüssel:
87% bis 100%: 1
75% bis 86,99%: 2
63% bis 74,99%: 3
50% bis 62,99%: 4
0% bis 49,99: 5

Prüfungsstoff

Prüfungsstoff ist der Inhalt der Vorlesungen; die entsprechenden Präsentationen werden als PDF auf der Lernplattform Moodle bereitgestellt. Einzelne Vorlesungen werden durch weiterführende Lektüre ergänzt; die Texte wurden in den Vorlesungen genannt und sind auf den Präsentationen zu finden .

Literatur

Auslander, Philipp: Liveness. Performances in an mediatized culture, London u.a. 1999.
Benjamin, Walter: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit und weitere Dokumente, Frankfurt a.M. 2015.
Dreamlands. Immersive Cinema and Art 1905–2016, Ausst.-Kat. New York: Whitney Museum of American Art, 2016
Kastner, Jens: Akzelerationismus: Mit Warp-Geschwindigkeit ins Nichts. Was ist und was will die theoretische Strömung? (2016), http://www.jenspetzkastner.de/artikel/diskurs/archivdiskurs/akzelerationismus
Lee, Pamela M.: Chronophobia. On time in the art of the 1960s, Cambridge, Mass. 2004.
Legge, Elisabeth: Michael Snow. Wavelength, London 2009.
McLuhan, Marshall: Understanding Media. The Extensions of Man, New York 1964.
Richard Serra. Early Work, Ausst.-Kat. New York: David Zwirner Gallery, 2014.
Speed. Visions of an Accelerated Age, hg. v. Jeremy Miller und Michiel Schwarz, Ausst.-Kat. London: Whitchapel Gallery, 1998.
Thalmair, Franz: Postdigital 1. Allgegenwart und Unsichtbarkeit eines Phänomens, in: Kunstforum International, Bd. 242, Sept.-Okt. 2016: postdigital 1, S. 38-53.
David Joselit: Feedback. Television against Democracy, Cambridge, MA 2007
William Kaizen: Against Immediacy. Video Art and Media Populism, Darmouth 2016
Chris Paulsen: Here/There. Telepresence, Touch, and Art at the Interface, Cambridge, Mass. 2017

Weitere Texte zu einzelnen Sitzungen sind auf den Präsentationen auf Moodle gennant.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 05.10.2020 10:08