Universität Wien FIND

Kehren Sie für das Sommersemester 2022 nach Wien zurück. Wir planen Lehre überwiegend vor Ort, um den persönlichen Austausch zu fördern. Digitale und gemischte Lehrveranstaltungen haben wir für Sie in u:find gekennzeichnet.

Es kann COVID-19-bedingt kurzfristig zu Änderungen kommen (z.B. einzelne Termine digital). Informieren Sie sich laufend in u:find und checken Sie regelmäßig Ihre E-Mails.

Lesen Sie bitte die Informationen auf https://studieren.univie.ac.at/info.

080052 SE Seminar: Art & Agency. Das Porträt in Miniatur (n./nst.K.) (2020W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

ACHTUNG: Die Einführung findet bereits am 30.09.2020 statt (Hörsaal entsprechend aktuellen Hygienemaßnahmen). Dort werden auch die Referate vergeben. Die Anwesenheit ist verpflichtend.

Die Dezembertermine können nicht im Hörsaal stattfinden, sondern werden über collaborate durchgeführt.

Mittwoch 30.09. 11:00 - 13:00 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
Freitag 30.10. 09:30 - 14:00 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
Samstag 31.10. 09:30 - 14:00 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
Montag 02.11. 09:30 - 14:00 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
Freitag 04.12. 09:30 - 14:00 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
Samstag 05.12. 09:30 - 14:00 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
Mittwoch 13.01. 11:00 - 12:30 Seminarraum 2 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-20

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Lehrveranstaltung untersucht aus bildanthropologischer, materialsemantischer und gender kritischer Perspektive die Wirk- und Handlungsmacht von Porträts in Miniatur.
Als die aktuellste Form dieser Gattung können jene kleinformatigen Bilder bezeichnet werden, die wir heute auf unseren Smartphones speichern. Miniaturporträts früherer Zeiten wurden auf Pergament, Elfenbein oder Metall gemalt und hinter Glas oder juwelenverzierten Hüllen geborgen. Diese Behältnisse schützten nicht nur, sondern erlaubten auch, das Bildnis unmittelbar am Körper zu tragen. Aufgrund ihrer kleinen Dimension, ihrer Verschließbarkeit (gleich Reliquiaren) und den begleitenden Operationen des Entbergens und Verbergens war mit diesen Artefakten stets ein Geheimnis verbunden. In der Öffentlichkeit am eigenen Körper exponiert, erlaubten sie die performative Herstellung und Vorführung von Intimität und Privatheit. Miniaturporträts der Renaissance waren selten fixiert, sondern wanderten zwischen Händen und Körpern. Zumeist dienten sie als Objekte der Gabe, mit denen Netzwerke zwischen Personen unterschiedlicher Identität geknüpft wurden. Aufgrund all dieser Qualitäten sind Porträts in Miniatur prototypische Beispiele für Artefakte mit agency (Gell/Latour); Dinge mit Wirk- und Handlungsmacht, die das Potenzial besitzen, binäre gedachte Relationen von Subjekt und Objekt zu unterlaufen, zu transformieren und in Frage zu stellen.

Welche Eigenarten sind es jeweils, so die zentrale Frage des Seminars, über welche diese kleinen Artefakte ihre agency entwickeln? Welche Bedeutung kommt dem besonderen Format, der körpernahen Manipulierbarkeit, dem Wandern zwischen Körpern (und Körperteilen) oder dem eingesetzten Material und Medium zu? Die ersten Stunden werden dem Studium von exemplarisch dichten Werkanalysen und theoretischen Grundlagentexten gewidmet sein (Phänomenologie des Minaturporträts in historischer Perspektive; Operationen des Entbergens und Verbergens in der Kunst; Art & Agency; Theorie der Gabe; historische Traktatliteratur; Maltechnik etc.). Sie bilden den Ausgangspunkt für die Erarbeitung der folgenden Referate über ausgewählte Beispiele und Sonderformen vom 16.-19. Jahrhundert. Nicht zuletzt steht das Fortleben dieser Artefakte im Zeitalter der Fotografie und der digitalen Medien zur Diskussion.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

- aktive Beteiligung an Diskussionen
- Referat und Präsentation
- Vertiefung in Form einer schriftlichen Hausarbeit (etwa 40.000 Zeichen Fließtext)
- Mit der Anmeldung zu dieser LV stimmen Sie zu, dass die automatisierte Plagiatsprüfungs-Software Turnitin alle von Ihnen in moodle eingereichten schriftlichen Teilleistungen prüft.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderung:
- Anwesenheitspflicht. Bei Absenz wegen Krankheit oder familiärer Ausnahmesituation ist ein schriftlicher Nachweis vorzulegen.
- Für einen positiven Abschluss der Lehrveranstaltung müssen alle Teilleistungen erbracht werden.
- Seminararbeit: Zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis kann der/die Lehrveranstaltungsleiter/in Studierende zu einem notenrelevanten Gespräch nach Abgabe der Arbeit einladen, welches positiv zu absolvieren ist.
Beurteilungsmaßstab:
- aktive Beteiligung an Diskussionen 15%
- Referat und Präsentation 30 %
- Vertiefung in Form einer schriftlichen Hausarbeit 55%

Prüfungsstoff

w.o.

Literatur

Ausst.-Kat. Elizabethan Treasures. Miniatures by Hilliard and Oliver, hg. v. Catharine MacLeod u.a., London, 2019.
Frank, Robin Jaffee, Love and Loss: American Portrait and Mourning Miniatures, New Haven 2000.
Fumerton, Patricia, Cultural Aesthetics: Renaissance Literature and the Practice of Social Ornament, Chicago 1991.
Gell, Alfred, Art and Agency: An Anthropological Theory, Oxford 1998.
Grootenboer, Hanneke, Treasuring the Gaze. Intimate Vision in Late 18th-Century Eye Miniatures, Chicago/London 2012.
Koos, Marianne, “Concealing and revealing pictures ‘in small volumes’: Portrait miniatures and their envelopes”, in: Espacio, Tiempo y Forma 6 (2018), 19-46.
Mauss, Marcel, Die Gabe. Form und Funktion des Austausches in archaischen Gesellschaften, Frankfurt a.M. 1999.
Pappe, Bernd u.a. (Hg.), Portrait Miniatures. Artists, Functions and Collections, Petersberg 2018.
Pointon, Marcia, „’Surrounded with Brilliants’: Miniature portraits in 18th-Century England”, in: The Art Bulletin 83 (2001), 48-71.
Pointon, Marcia, Brilliant effects: A Cultural History of Gem Stones and Jewellery, New Haven/London 2009.
Stewart, Susan, On Longing: Narratives of the Miniature, the Gigantic, the Souvenir and the Collection, Durham 1993.
Strong, Roy, The English Renaissance Miniature, London 1983.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Di 24.11.2020 11:48