Universität Wien FIND

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080070 VU B220 Ausgewähltes Forschungsfeld: Einführung in die (kritische) Migrationsforschung (2019W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Montag 07.10. 14:30 - 19:30 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Montag 14.10. 14:30 - 19:30 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Montag 21.10. 14:30 - 19:30 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Montag 28.10. 14:30 - 19:30 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Montag 04.11. 14:30 - 19:30 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Nicht erst seit dem "langen Sommer der Migration" 2015 ist Migration stets Teil politischer Aushandlungen, gesellschaftlicher Debatten und alltäglicher Situationen. Auch in wissenschaftlichen Auseinandersetzungen steht Migration als "sozialer Seismograph" (Bojadžijev 2018) häufig im Zentrum. Dabei wird deutlich, dass Migration und Flucht keine peripheren gesellschaftlichen Phänomene sind, sondern im Gegenteil ganz wesentlich zur Gestaltung und Veränderung dieser Gesellschaften beitragen. Deshalb kann Migration/Mobilität selbst als eine Perspektive verstanden werden, aus der wir politische und kulturelle Dynamiken, Grenzen und deren Herausforderung untersuchen und verstehen können. Eine europäisch-ethnologische Migrationsforschung nimmt dahingehend unter anderem Machtverhältnisse und die Widerständigkeit der Akteur*innen in den Blick, fokussiert transnationale Zugänge, geht über das Integrationsparadigma hinaus und setzt sich mit den Politiken des Migrations- und Grenzregimes auseinander. Das Seminar vermittelt anhand von Grundlagentexten und aktueller Studien einen kritischen Umgang mit klassischen Konzepten der Migrationsforschung und eröffnet neuere Perspektiven auf ein umfangreiches Forschungsfeld. Nicht zuletzt ist Migration eines der Felder, in dem die europäisch-ethnologische Forschung unmittelbar zu gesellschaftspolitischen Debatten Stellung nimmt.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Lehrveranstaltung ist prüfungsimmanent (Anwesenheitspflicht, Blockveranstaltung 2 x Fehlen - 2 x 90 Minuten - erlaubt)

50 Punkte: schriftliche Hausarbeit
30 Punkte: (Gruppen-)Referat / Stundengestaltung
20 Punkte: Aktive Mitarbeit, Textlektüre und Diskussion

Hausarbeit ("argumentatives Essay") mit 5-8 Seiten (12 Times New Roman, 1,5-zeilig, inkl. Bibliografie) unter Rückgriff auf relevante Literatur

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Zu den Anforderungen des Seminars gehören die Lektüre von Texten und aktive Mitarbeit im Seminar, eine Stundengestaltung in Form eines (Gruppen-)Referats auf Basis von Texten sowie die eigenständige schriftliche Ausarbeitung einer Forschungsfrage mit Rückgriff auf Perspektiven der (kritischen) Migrationsforschung.

Für den erfolgreichen Abschluss der LV sind zumindest 50 von 100 möglichen Punkten zu erreichen.
Notenskala:
= > 87,5 sehr gut (1)
= > 75 gut (2)
= > 62,5 befriedigend (3)
= > 50 genügend (4)
< 50 nicht genügend (5)

Prüfungsstoff

In die schriftliche Arbeit ("argumentatives Essay") fließen die Entwicklung eines eigenen Themas und einer Forschungsfrage, die Bezugnahme auf wissenschaftliche Texte im Kontext der Migrations- und Grenzregimeforschung und die Inhalte der Lehrveranstaltung ein.

In der Stundengestaltung in Form eines (Gruppen-)Referats werden Perspektiven der (kritischen) Migrationsforschung auf Basis von Texten und eigener Recherche von Beispielen dargestellt.

Vorausgesetzt wird die Kenntnis der Semesterlektüre sowie Zusatzlektüre und Online-Quellen, auch über die angebotenen Texte hinausgehend.

Literatur

Bojadžijev, Manuela/Römhild, Regina (2014): Was kommt nach dem »transnational turn«? Perspektiven für eine kritische Migrationsforschung. In: Labor Migration (Hg.): Vom Rand ins Zentrum. Perspektiven einer kritischen Migrationsforschung, 10-24.

Bojadžijev, Manuela (2018): Migration as Social Seismograph: an Analysis of Germany’s "Refugee Crisis" Controversy. In: Intern. Journal of Politics, Culture, and Society 31 (4), 335356.

Cuttitta, Paolo: Das europäische Grenzregime: Dynamiken u. Wechselwirkungen. In: Hess, Sabine/Kasparek, Bernd (Hg.): Grenzregime. Diskurse, Praktiken, Institutionen in Europa. Berlin/Hamburg, 23-40.

Glick Schiller, Nina/Basch, Linda/Szanton Blanc, Cristina (1995): From Immigrant to Transmigrant: Theorizing Transnational Migration. In: Anthropological Quarterly 68 (1), 48-63. URL: http://www.sscnet.ucla.edu/history/faculty/henryyu/Hist597/Schiller_et_al.pdf

Ha, Kien Nghi (2012): Rassismus Sucks Eine Einleitung. In: ders. (Hg.):
Asiatische Deutsche Vietnamesische Diaspora and Beyond. Berlin/Hamburg, 9-22.

Hess, Sabine (2010): Aus der Perspektive der Migration forschen. In: dies./Schwertl, Maria (Hg.): München migrantisch Migrantisches München. Ethnographische Erkundungen in globalisierten Lebenswelten. München, 9-26.

Hess, Sabine (2006): Konturen des Europäischen Grenzregimes. Grenzregimeforschung aus kulturanthropologischer Perspektive Eine Einführung. In: Hengartner, Thomas/Moser, Johannes (Hg.): Grenzen & Differenzen. Zur Macht sozialer und kultureller Grenzziehungen. 35. Kongress der deutschen Gesellschaft für Volkskunde. Leipzig, 155-160.

Hess, Sabine/Moser, Johannes (2009): Jenseits der Integration. Kulturwissenschaftliche Betrachtungen einer Debatte. In: dies./Binder, Jana (Hg.): No integration?! Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Integrationsdebatte in Europa. Bielefeld, 11-26.

Kasparek, Bernd/Hess, Sabine (2010): Einleitung. Perspektiven kritischer Migrations- und Grenzregimeforschung. In: dies. (Hg.): Grenzregime. Diskurse, Praktiken, Institutionen in Europa. Berlin/Hamburg, 7-23.

Matter, Max (2011): Migration, Integration und Zuwanderungsminderheiten als Forschungsfelder der Europäischen Ethnologie. In: Johler, Reinhard et al. (Hg.): Mobilitäten. Europa in Bewegung als Herausforderung kulturanalytischer Forschung. 37. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde. Münster, 30-39.

Mecheril, Paul et al. (2013). Migrationsforschung als Kritik? Eine Annäherung an ein epistemisches Anliegen in 57 Schritten. In: dies. (Hg.): Migrationsforschung als Kritik?, 7- 55. Wiesbaden.

Römhild, Regina (2006): Ethnografie und Imagination. Das neue europäische Grenzregime als Forschungsfeld. In: Hengartner, Thomas/Moser, Johannes (Hg.): Grenzen & Differenzen. Zur Macht sozialer und kultureller Grenzziehungen. 35. Kongress der deutschen Gesellschaft für Volkskunde. Leipzig, 175-184.

Scheel, Stephan (2015): Das Konzept der Autonomie der Migration überdenken?. Yes, please!. In: movements. Journal for Critical Migration and Border Regime Studies 1 (2). URL: http://movements-journal.org/issues/02.kaempfe/14.scheel--autonomie-der-migration.html.

Schmidt-Lauber (2013): Zum Kulturbegriff in der ethnologischen Migrationsforschung. In: Johler, Reinhard et al. (Hg.): Kultur_Kultur. Denken, Forschen, Darstellen. 38. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde. Münster, 175-185.

Sutter, Ove/Youkhana, Eva (Hg.) (2017): Perspectives on the European Border Regime: Mobilization, Contestation, and the Role of Civil Society (= Social Inclusion 5(3)).

Tsianos, Vassilis/Hess, Sabine (2010) Ethnographische Grenzregimeanalyse. In: Hess, Sabine/Kasparek, Bernd (Hg.): Grenzregime. Diskurse, Praktiken, Institutionen in Europa. Berlin/Hamburg, 243-264.

Pries, Ludger (1996): Transnationale soziale Räume. Theoretisch-empirische Skizze am Beispiel der Arbeitswanderungen Mexico USA. In: Zeitschrift für Soziologie, 25 (6), 456-472. URL: http://www.zfs-online.org/index.php/zfs/article/viewFile/2934/2471

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:20