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080105 PS Fallstudie II/III: Osmanisches Kunsthandwerk: Ästhetik, Technik, Materialität (au.K.) (2017S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Montag 06.03. 15:00 - 16:30 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Montag 20.03. 15:00 - 16:30 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Montag 27.03. 15:00 - 16:30 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Montag 03.04. 15:00 - 16:30 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Montag 24.04. 15:00 - 16:30 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Montag 08.05. 15:00 - 16:30 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Montag 15.05. 15:00 - 16:30 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Montag 22.05. 15:00 - 16:30 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Montag 29.05. 15:00 - 16:30 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Montag 12.06. 15:00 - 16:30 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Montag 19.06. 15:00 - 16:30 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
Montag 26.06. 15:00 - 16:30 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Lehrveranstaltung behandelt mit künstlerischem Anspruch gefertigte Werke, die (zumindest dem äußeren Schein nach) für den Gebrauch bestimmt waren. Die Grenze zwischen Kunst und Kunsthandwerk ist in diesem Zusammenhang nicht immer eindeutig auszumachen. Vorlagenzeichnungen für künstlerisch ausgestaltete Fliesenverkleidungen oder großformatige Teppiche entstammten nicht selten dem großherrlichen Hofatelier, das eng mit diversen Hofwerkstätten zusammenarbeitete. Kostbaren Gewändern kann im Rahmen des Hofzeremoniells eine zentrale Rolle zu. Die Nachfrage an hochwertiger glasierter Töpferware war beizeiten so groß, dass selbst der Bedarf des Hofs nicht beharrlich gegen den freien Markt durchgesetzt werden konnte. Aus europäischen Bildwerken der Renaissancezeit, auf welchen diese häufig als distinguierende Versatzstücke in Erscheinung treten, wissen wir wiederum, dass prachtvollen Teppichen aus dem westlichen Kleinasien keineswegs nur im osmanischen Herrschaftsbereich beträchtliche Wertschätzung zukam; früh entwickelten sich transregionale Marktverflechtungen. Zuletzt darf nicht vergessen werden, dass repräsentative Waffen zu den ersten Artikeln überhaupt gehörten, die einer Ausstellung wert befunden wurden – übrigens auch in Wien.
Die Lehrveranstaltung widmet sich einer breiten Palette an Objektgattungen und Techniken aus produktions- wie rezeptionsästhetischer Perspektive. Neben den bereits erwähnten Werken der Textilkunst (Teppiche, Gewänder, Prunkzelte) und Keramik (Gefäße, Wandfliesen) zählen dazu vor allem diverse Arbeiten aus Metallen (Gefäße, Kriegsgerät) und Holz (Mobiliar) sowie sämtliche das „islamische“ Buch zum Kunstobjekt erhöhende Handwerke (Illumination, Buchbinderei, usw.). Während in der ersten LV-Hälfte die verschiedenen Objektgattungen, Materialien und Techniken im Vordergrund stehen, ist die zweite Aspekten der Rezeption (in den Provinzen und Grenzlanden, im christlichen Europa, in der Moderne) gewidmet.
Die Lehrveranstaltung ermutigt Studierende, Artefakte als Produkte komplexer Entstehungsvorgänge zu begreifen, bei denen technisches Vermögen, Materialität und eine vom Geschmack bestimmter Epochen und Akteuren geprägte Ästhetik zusammenwirkten. Das theoretisch-analytische Instrumentarium wird einleitend abgehandelt, vornehmlich der Soziologie entlehnte Begriffe wie Habitus, Geschmack oder Distinktion sowie der durch ihre Berücksichtigung mögliche Erkenntnisgewinn erörtert.
Gute Englischkenntnisse werden vorausgesetzt; Verständnis einer anderen Sprache (v.a. Serbisch-Kroatisch-Bosnisch, Türkisch, Rumänisch, Griechisch, Ungarisch) könnte bei der Bearbeitung bestimmter Referatsthemen von Vorteil sein und sollte deshalb dem LV-Leiter zur Kenntnis gebracht werden. Wo möglich, werden Objekte in Sammlungen in Wien bzw. Österreich herangezogen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Regelmäßige Anwesenheit, Kurzpräsentation des Referatsprojekts (max. 5 Min.), Präsentation eines Referats (max. 20 Min., danach etwa 10 Min. Feedback/Fragen/Diskussion), zeitgerechte Abgabe einer bebilderten Verschriftlichung des Referats, die inhaltlich wie formal bewertet wird. Die Benotung ergibt sich zu je 1/3 aus der Mitarbeit (inkl. Projektpräsentation), dem Referat und der schriftlichen Arbeit.

Prüfungsstoff

Literatur

Siehe Handapparat Hartmuth, dort zum Einstieg v.a. TÜRKISCHE KUNST UND KULTUR AUS OSMANISCHER ZEIT (2 Bd. Frankfurt: Museum für Kunsthandwerk, 1985), mit Überblickskapiteln zu den einzelnen Kunsthandwerken. Ähnlich, aber aktueller: Halil İnalcık & Günsel Renda (Hrsg.), OTTOMAN CIVILIZATION, 2 Bd. Ankara: Min. of Culture and Tourism, 2004, v.a. Bd. 2 mit Überblickskapiteln. Letzteres Werk ist in der FB Orientalistik (AAKH, Hof 4) verfügbar (Signatur: Turcica T 4/540, dieses Semester keine Ausleihe möglich).

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 20.03.2017 15:23