Universität Wien FIND

Kehren Sie für das Sommersemester 2022 nach Wien zurück. Wir planen Lehre überwiegend vor Ort, um den persönlichen Austausch zu fördern. Digitale und gemischte Lehrveranstaltungen haben wir für Sie in u:find gekennzeichnet.

Es kann COVID-19-bedingt kurzfristig zu Änderungen kommen (z.B. einzelne Termine digital). Informieren Sie sich laufend in u:find und checken Sie regelmäßig Ihre E-Mails.

Lesen Sie bitte die Informationen auf https://studieren.univie.ac.at/info.

090013 SE Die Trauerliteratur der Byzantiner (2013S)

Poetik, Rhetorik, Ritual

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 9 - Altertumswissenschaften
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

MI wtl von 06.03.2013 bis 24.04.2013 11.00-12.30
MI 15.05.2013 11.00-14.00
MI wtl von 22.05.2013 bis 05.06.2013 11.00-12.30
MI 19.06.2013 11.00-14.00
Ort: Seminarraum d. Inst. f. Byzantinistik u. Neogräzistik, Postg. 7/1/3

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 12 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

Zur Zeit sind keine Termine bekannt.

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Trauer und Trauerbewältigung sind interkulturelle Phänomene, die häufig durch öffentlich-gemeinschaftliche Handlungen geäußert und realisiert werden. Solche meist ritualisierte Praktiken involvierten im griechischen Kulturraum seit archaischer Zeit die öffentliche Inszenierung von (häufig gewaltsamen) Emotionsausbrüchen (lautes Wehklagen, Selbstverstümmelung), aber auch den Vortrag bzw. die Rezitation von auskomponierten, einstudierten Trauerversen oder -reden. Während sowohl bereits in der Antike als auch später im christianisierten Byzanz von Seiten der Autoritäten (mit unterschiedlichem) Erfolg versucht wurde, unkontrolliertes, maßloses Klagen in den zeremoniellen Handlungen zu unterbinden, nahmen ab der Spätantike literarische Ausdrucksformen von Trauer in gebildeteren Kreisen stetig zu. Je nach Anlass konnte diese Trauerliteratur ganz unterschiedliche Formen annehmen: Monodien und Grabepigramme auf verstorbene Personen, Trostreden und -briefe an Hinterbliebene, Klagelieder (Threnoi) auf eroberte Städte; all diese Formen konnten auch in andere Gattungen (z.B. Romane, liturgische Dichtungen) integriert werden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mitarbeit; Hausaufgaben (vorbereitende Textlektüre, Kurzreferate); Referat und Hausarbeit zu einem Thema.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Anhand der byzantinischen Trauerliteratur sollen das in mittelalterlichen Kulturen so wichtige Verhältnis zwischen Literatur (poetischen und rhetorischen Ausdrucksformen und Gestaltungsmitteln) und rituellen Praktiken beleuchtet und die Teilnehmer in die literaturwissenschaftliche Emotionsforschung eingeführt werden.

Prüfungsstoff

Besprechung von Forschungsliteratur zu literaturwissenschaftlichen Ritual- und Emotionstheorien; Referate und Diskussion zu Primärtexten unter Berücksichtigung der Forschungsliteratur.

Literatur

J. Eming, Emotionen als Gegenstand mediävistischer Literaturwissenschaft. Journal for Literary Theory 1 (2007) 251-273
W. Braungart, Ritual und Literatur (Konzepte der Sprach- und Literaturwissenschaft 53). Tübingen 1996
M. Alexiou, The Ritual Lament in Greek Tradition. 2. Aufl. Lanham [u.a.] 2002.
Weitere Literatur wird im Kurs sowie über die Lernplattform Moodle bekannt gegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Die ECTS-Punkte können für diese LV den Erfordernissen des jeweiligen Curriculums angepasst werden. Bei Fragen und Problemen wenden Sie sich bitte an Stephanie Hunger (stephanie.hunger@univie.ac.at)

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:31