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100008 VO ÄdL: Intrige, Verstellung und Betrug (2021W)

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 10 - Deutsche Philologie
VOR-ORT

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Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

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ACHTUNG: Die Lehrveranstaltung beginnt erst am 09.11. 2021
ACHTUNG, UPDATE 20. November:
Aufgrund der aktuellen Pandemielage findet die Veranstaltung jedenfalls bis zum Ende des aktuellen Lockdowns nur digital via Moodle statt.

Dienstag 12.10. 11:30 - 13:00 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
Dienstag 19.10. 11:30 - 13:00 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
Dienstag 09.11. 11:30 - 13:00 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
Dienstag 16.11. 11:30 - 13:00 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
Dienstag 23.11. 11:30 - 13:00 Digital
Dienstag 30.11. 11:30 - 13:00 Digital
Dienstag 07.12. 11:30 - 13:00 Digital
Dienstag 14.12. 11:30 - 13:00 Digital
Dienstag 11.01. 11:30 - 13:00 Digital
Dienstag 18.01. 11:30 - 13:00 Digital
Dienstag 25.01. 11:30 - 13:00 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

In der mittelalterlichen Literatur gilt in der überwiegenden Mehrheit der höfischen Texte das Ideal der kalokagathia: Wer gut ist, ist auch schön – und umgekehrt. Wie ist dann überhaupt so etwas wie Verstellung möglich? Kann es ein Innenleben geben, das anders als das äußere aussieht? Viele prominente Beispiele lassen vermuten, dass das nicht geht: Wenn Lavinia im ‚Eneas-Roman‘ des Heinrich von Veldeke sich verliebt, sieht und merkt ihre Mutter das sofort an ihrem Äußeren. Ebenso gibt es viele Beispiel dafür, dass ‚böse‘ Charaktere in mittelalterlichen Texten auch aussehen wie ‚Bösewichte‘. Und doch: Wenn man genau hinschaut, ist die Welt des Hofes nicht erst seit Machiavelli eine Welt der Intrige – und zur Intrige gehört in der Regel Verstellung hinzu, in der Regel muss auch jemand betrogen oder zumindest umgangen werden, um das Ziel der Intrige zu erreichen.
In der Vorlesung soll diesen Komplexen, die im Titel genannt sind, nachgegangen werden. Zunächst geht es um Arbeitsdefinitionen: Wie kann man Verstellung und Intrige, wie kann man Betrug definieren. Wie hängen diese Möglichkeiten des Nicht-Eigentlichen mit dem oben genannten ‚Dogma‘ (beachten Sie die Anführungsstriche) zusammen, dass Außen und Innen in der mittelalterlichen literarischen Welt meist zusammenfallen. Welche Formen des Betrugs gibt es (und wann und wo gibt es sie), wer verstellt sich wem gegenüber, wie wird das bewertet und, schließlich: Wie laufen vollständige Intrigen in mittelalterlicher Literatur ab. (Damit impliziert: Wo gibt es sie – und warum spielen sie in der Forschung immer noch eine geringe Rolle als solche).
Im Laufe der Vorlesung werden natürlich prominente Fälle behandelt: Der Werbungs- und der Brautbettbetrug im ‚Nibelungenlied‘, Tristan und Isolde als Betrüger. Es wird aber auch um listige Helden (‚Daniel von dem blühenden Tal‘, um ‚einfachen‘ Betrug zum Gelderwerb (der Pfaffe Amis), um Verräter (Genelun im ‚Rolandslied‘), um erfolgreiche und versagende Betrüger gehen.
Ein genauerer Plan wird zu Beginn der Vorlesung vorgestellt. Es hilft, wenn Sie zur Vorbereitung im laufenden Semester sich dann über die behandelten Texte informieren.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Klausur (mit konkreten, kurz zu beantwortenden Fragen und einem Essay).

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die in der Vorlesung vermittelten Kenntnisse und Inhalte, angemessene Kenntnis der behandelten Primärtexte. Zum erfolgreichen Bestehen der Klausur sind 50% der möglichen Punkte erforderlich.

Prüfungsstoff

s. o. - Die genaue Kenntnis mindestens eines größeren Primärtextes wird erwartet. Genauere Angaben zu den vorausgesetzten Primärtexten folgen in der Vorlesung.

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Do 10.03.2022 11:08