Universität Wien FIND

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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

100017 VO NdL: Der Nationalsozialismus in der Gegenwartsliteratur (2020S)

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 10 - Deutsche Philologie

An/Abmeldung

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Der vierte und letzte Prüfungstermin zur Vorlesung findet am Ende des Sommersemesters 2021 als mündliche Prüfung statt. Die genauen Termine werden Anfang Juni bekanntgegeben.

Dienstag 03.03. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Dienstag 17.03. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Dienstag 24.03. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Dienstag 31.03. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Dienstag 21.04. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Dienstag 28.04. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Dienstag 05.05. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Dienstag 12.05. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Dienstag 19.05. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Dienstag 26.05. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Dienstag 09.06. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Dienstag 16.06. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Dienstag 23.06. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Dienstag 30.06. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die politischen Verhältnisse in Österreich haben in den letzten Jahren zu aufgeregten vergangenheitspolitischen Debatten geführt (Stichworte "Liederbuchaffäre", „Einzelfälle“, Köhlmeier-Rede), die ein erneutes Nachdenken über die Bedeutung der nationalsozialistischen Vergangenheit für das soziale Gedächtnis und für die nationale Identität angebracht erscheinen lassen. Der österreichische Autor Jean Améry, Widerstandskämpfer und Holocaust-Überlebender, schreibt 1966 in seinem Essay „Ressentiments“ über das Verhältnis der nachfolgenden Generationen zur NS-Geschichte: „Solange nämlich das deutsche Volk einschließlich seiner jungen und jüngsten Jahrgänge sich nicht entschließt, ganz und gar geschichtsfrei zu leben […], solange muß es die Verantwortung tragen für jene zwölf Jahre, die es ja nicht selber endigte. Die deutsche Jugend kann sich nicht auf Goethe, Mörike, den Freiherrn von Stein berufen und Blunck, Wilhelm Schäfer, Heinrich Himmler ausklammern. Es geht nicht an, nationale Tradition dort für sich zu reklamieren, wo sie eine ehrenhafte war, und sie zu verleugnen, wo sie als verkörperte Ehrvergessenheit einen wahrscheinlich imaginären und gewiß wehrlosen Gegner aus der Menschengemeinschaft ausstieß. Wenn deutsch sein heißt, der Nachkomme des Matthias Claudius zu sein, dann meint es doch wohl auch, daß man den NS-Parteilyriker Hermann Claudius in der Ahnenreihe hat.“ (140)
Dieser Befund lässt sich auch auf Österreich übertragen. Wir können uns nicht auf Mozart oder Freud berufen und Hitler oder Ernst Kaltenbrunner ausklammern. Dabei muss jede geschichtliche Phase, jede Generation ihr Verhältnis zur Vergangenheit neu bestimmen, wenn statt erstarrten Ritualen und Klischees Geschichtsbewusstsein entstehen soll. Die deutschsprachige Gegenwartsliteratur stellt sich in vielen Formen und aus unterschiedlichen Perspektiven dieser Auseinandersetzung. In der Vorlesung sollen daher Texte seit der Jahrtausendwende vorgestellt und in ihrer geschichtspolitischen Dimension diskutiert werden, die sich aus einer heutigen Perspektive mit Nationalsozialismus und Holocaust beschäftigen, die Erinnerung daran wachhalten und die Relevanz dieses Erbes reflektieren.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mündliche Abschlussprüfung

Die Prüfung erfolgt mündlich, allerdings in Form einer Videokonferenz via Big Blue Button (Moodle). Der 2. Prüfungstermin für diese Vorlesung findet am 18., 22. und 23. September statt. Bitte melden Sie sich für die entsprechenden Zeitfenster via Moodle Terminplaner an. Bitte beachten Sie, dass die Anmeldungen verbindlich sind und melden Sie sich nur dann an, wenn Sie die Prüfung auch sicher zu diesem Zeitpunkt ablegen möchten/können. Der dritte Prüfungstermin wird im Februar 2021 stattfinden.

Bitte beachten Sie die Hinweise zu mündlichen Online-Prüfungen:
https://ctl.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/p_ecdigitalisierung/Unterlagen_C/200414_Drei_Tipps_zu_muendlichen_Online_Pruefungen__1_.pdf
https://ctl.univie.ac.at/home-learning/pruefen/#c541562

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Lektüre der behandelten Primärliteratur
Kenntnis des Vorlesungsstoffs

Prüfungsstoff

8 Werke aus der Primärliteratur der Vorlesung nach Wahl + vorgetragener Vorlesungsstoff + Folien

Literatur

Primärliteratur:

Susanne Fritz: Wie kommt der Krieg ins Kind (2018)
Arno Geiger: Unter der Drachenwand (2018)
Erich Hackl: Am Seil (2018) / Die Hochzeit von Auschwitz (2002)
Maja Haderlap: Engel des Vergessens (2011)
Paulus Hochgatterer: Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war (2017)
Alexander Kluge: 30. April 1945. Der Tag, an dem Hitler sich erschoß und die Westbindung der Deutschen begann (2015)
Ursula Krechel: Landgericht (2012)
Ludwig Laher: Herzfleischentartung (2001)
Katja Petrowskaja: Vielleicht Esther (2015)
Uwe Timm: Am Beispiel meines Bruders (2003)
Eric Vuillard: Die Tagesordnung (2017)
Josef Winkler: Laß dich heimgeigen Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe (2018)

Zur vorbereitenden Lektüre empfohlen:
Aleida Assmann. Der lange Schatten der Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik. München: Beck 2006.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 24.02.2021 15:28