Universität Wien FIND

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100066 PS FD: Hörverstehen im Deutschunterricht (2019S)

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 10 - Deutsche Philologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 35 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 15.03. 16:45 - 20:00 Seminarraum 3 Tiefparterre Hauptgebäude Stiege 9 Hof 5
Freitag 29.03. 16:45 - 20:00 Seminarraum 3 Tiefparterre Hauptgebäude Stiege 9 Hof 5
Freitag 12.04. 16:45 - 20:00 Seminarraum 3 Tiefparterre Hauptgebäude Stiege 9 Hof 5
Freitag 03.05. 16:45 - 20:00 Seminarraum 3 Tiefparterre Hauptgebäude Stiege 9 Hof 5
Freitag 10.05. 16:45 - 20:00 Seminarraum 3 Tiefparterre Hauptgebäude Stiege 9 Hof 5
Freitag 17.05. 16:45 - 20:00 Seminarraum 3 Tiefparterre Hauptgebäude Stiege 9 Hof 5
Freitag 07.06. 16:45 - 20:00 Seminarraum 3 Tiefparterre Hauptgebäude Stiege 9 Hof 5
Freitag 21.06. 16:45 - 20:00 Seminarraum 3 Tiefparterre Hauptgebäude Stiege 9 Hof 5

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Inhalte
Seit der Etablierung der Kompetenzorientierung und entsprechender Modelle im Deutschunterricht hat das Zuhören an Bedeutung gewonnen. Der Kompetenzbereich wird dabei zwar als „Voraussetzung und Ziel von Lernen und Kompetenzerwerb“ gesehen, aber nicht systematisch geschult bzw, als „Gesprächskompetenz“ häufig ausschließlich in Verbindung mit dem Sprechen betrachtet (Kröger-Bidlo, 2018). Zudem scheint die Kompetenz Zuhören – vor allem in der Muttersprache – grundsätzlich als gegeben betrachtet zu werden (Behrens, 2010; Behrens & Eriksson, 2009), was sich auch darauf auswirkt, dass wenig gutes Lern- und Übungsmaterial zur Verfügung steht.

Zuhören wird in der Lehrveranstaltung nicht nur als zentrale Grundkompetenz für Lernprozesse, sondern vor allem als „Hörverstehen“ im Sinne des Textverstehens definiert (Feilke, 2011). Somit lässt es sich von der Gesprächstätigkeit wie dem, „Aktiven Zuhören“ und der Aufmerksamkeit für Nichtsprachliches ("Hören") abgrenzen. Vergleichbar zum Leseverstehen geht es im Proseminar um die Rezeption von expositorischen und literarischen Texten, welche sich zwar medial unterscheidet aber im Rezeptionsprozess viele Ähnlichkeiten mit dem Lesen aufweist (Böhme, Robitzsch, & Busè, 2010; Koch & Oesterreicher, 1985; Kürschner & Schnotz, 2008). Im ersten Teil des Proseminars werden daher auf Basis der Modelle von Imhof und Rosebrock/Nix diese Prozesse dargestellt und somit eine theoretische Grundlage gebildet. (Imhof, 2010; Rosebrock & Nix, 2015). Die Studierenden erhalten Einblick in die theoretischen Grundlagen zu Erwerbsprozessen und zur Operationalisierung und sollen daraus didaktisch folgerichtige Schlüsse für ihre Unterrichtstätigkeit ableiten können.

Im zweiten Teil der Lehrveranstaltung steht demnach das auditive Textverstehen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Anforderungsniveaus im Mittelpunkt. Aktuelle Ansätze aus der Deutschdidaktik für die Praxis werden diskutiert (u. a. Gailberger, 2011; Knott, Wild, & Schilcher, 2018; Krelle, 2011; Schlücker, Hannken-Iljes, & Dehé, 2017). Dazu werden Lern- und Übungsaufgaben entwickelt, die sich auf verschiedene Aspekte wie Aufmerksamkeitssteuerung, Informationsentnahme, Inferenzbildung, Reflexion und Interpretation etc. beziehen. Zusätzlich werden verschiedene Einflussfaktoren wie Konzentration, para- und nonverbale Merkmale und dgl. auf Basis des aktuellen Forschungsstandes diskutiert. Daraus werden die Forschungsfragen für die schriftlichen Arbeiten erarbeitet.

Ziel
Auf Basis theoretischer Überlegungen, aktueller fachdidaktischer Forschung und unterrichtspraktischer Erwägungen sollen die Studierenden in der Lage sein, inhaltlich folgerichtige Schlüsse für ihre Unterrichtstätigkeit zu ziehen und in einer aktuellen Forschungsfrage in wissenschaftlicher Form (Proseminararbeit) zu bearbeiten.

Methoden:
Auf Grundlage der gemeinsamen Lektüre und der angesprochenen Modelle werden im Proseminar die Forschungsfragen und Wege zur Beantwortung in unterschiedlichen Formen diskutiert. Zudem werden mögliche Themenbereiche erschlossen, auf deren Basis die individuellen Forschungsfragen lektüregestützt erarbeitet werden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

• regelmäßige Anwesenheit lt Studienordnung (maximal zwei Einheiten dürfen entschuldigt versäumt werden)
• fristgerechte Lektüre der Pflichtliteratur
• mündliche und schriftliche Teilleistungen (in Form von Mitarbeit, Kurzpräsentationen, Exposé inkl. Literaturliste etc.)
• positiv beurteilte schriftliche Proseminararbeit gemäß den Vorgaben der Lehrveranstaltungsleitung (= Schwerpunkt der Beurteilung; Umfang: 15 Seiten Haupttext), Abgabe bis spätestens 31.07.2019

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

• aktive Mitarbeit in den Sitzungen
• mündliche und schriftliche Teilleistungen
• schriftliche Abschlussarbeit (Thema und Fragestellung sind mit der Lehrveranstaltungsleiterin abzustimmen)

Prüfungsstoff

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Literatur

• Behrens, U. (2010). Aspekte eines Kompetenzmodells zum Zuhören und Möglichkeiten ihrer Testung. In V. Bernius & M. Imhof (Eds.), Zuhörkompetenz in Unterricht und Schule. Beiträge aus Wissenschaft und Praxis (pp. 31-50). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
• Behrens, U., & Eriksson, B. (2009). Sprechen und Zuhören. In A. Bremerich-Vos, D. Granzer, U. Behrens, & O. Köller (Eds.), Bildungsstandards für die Grundschule: Deutsch konkret (Vol. 3, pp. 43). Berlin: Cornelsen.
• Böhme, K., Robitzsch, A., & Busè, A.-K. (2010). Zur Abgrenzung des Hörverstehens gegenüber dem Leseverstehen mit Hilfe schwierigkeitsbestimmender Merkmale bei der Entwicklung von Testaufgaben. In V. Bernius & M. Imhof (Eds.), Zuhörkompetenz in Unterricht und Schule. Beiträge aus Wissenschaft und Praxis (pp. 81-104). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
• Feilke, H. (2011). Literalität und literale Kompetenz: Kultur, Handlung, Struktur. Leseforum Schweiz: Literalität in Forschung und Praxis(1), 18.
• Gailberger, S. (2011). Lesen durch Hören. Leseförderung in der Sek. I mit Hörbüchern und neuen Lesestrategien. Weinheim und Basel Beltz.
• Imhof, M. (2010). Zuhören lernen und lehren. Psychologische Grundlagen zur Beschreibung und Förderung von Zuhörkompetenzen in Schule und Unterricht. In V. Bernius & M. Imhof (Eds.), Zuhörkompetenz in Unterricht und Schule. Beiträge aus Wissenschaft und Praxis. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
• Knott, C., Wild, J., & Schilcher, A. (2018). Bereit für den Kontakt? Literarisches Hörverstehen mit einer Kurzgeschichte trainieren. . Deutsch 5 - 10(57), 16-19.
• Koch, P., & Oesterreicher, W. (1985). Sprache der Nähe–Sprache der Distanz. Romanistisches Jahrbuch, 36(85), 15-43.
• Krelle, M. (2011). Zuhördidaktik. Anmerkungen zur Förderung rezeptiver Fähigkeiten des mündlichen Sprachgebrauchs im Deutschunterricht. In V. Bernius & M. Imhof (Eds.), Zuhörkompetenz in Unterricht und Schule. Beiträge aus Wissenschaft und Praxis. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
• Kröger-Bidlo, H. (2018). Zur Modellierung des auditiven Textverstehens und zu Perspektiven der Operationalisierung. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.
• Kürschner, C., & Schnotz, W. (2008). Das Verhältnis gesprochener und geschriebener Sprache bei der Konstruktion mentaler Repräsentationen. Psychologische Rundschau, 59(3), 139-149.
• Rosebrock, C., & Nix, D. (2015). Grundlagen der Lesedidaktik und der systematischen schulischen Leseförderung (7 ed.). Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.
• Schlücker, B., Hannken-Iljes, K., & Dehé, N. (2017). Zuhören vs. Lesen: Verständnis literarischer Texte bei Schüler_innen. Zeitschrift für angewandte Linguistik, 67, 149-177.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

(I 2861, I 2865)
Teilnahmevoraussetzung im UF Deutsch Diplom:
1.Abschnitt;
Es kann max. ein Seminar vorgezogen werden. Hierfür müssen aber folgende Leistungen absolviert sein:
StEOP (I 1114 + StEOP LehrerInnenbildung);
I 1820; I 1830
Zur Äquivalenzliste geht es hier: https://spl10.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/s_spl10/Aequivalenzliste-abWS15.pdf

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:31